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Mobile Zukunft: Die wichtigsten Mobiltrends und was sie bedeuten
01.03.2012 Die aktuellen Trends auf dem Mobile World Congress in Barcelona zeigen in ihrer Vielseitigkeit und Kleinteiligkeit, wie komplex das Thema Mobile bereits ist - und wie komplex die mobile Zukunft werden wird. Bei der Einschätzung der Bedeutung der Trends herrscht bei Experten jedoch in einem Punkt Uneinigkeit.
| Trend | Beschreibung |
|---|---|
| Couch Commerce & Mobile Payment |
Bis auf 31 Milliarden Dollar soll Prognosen zufolge der MCommerce-Umsatz bis 2016 steigen. Immer mehr Smartphones und vor allem Tablet-Nutzer nutzen mobiles Shoppen. "Der Trend geht zum Couch-Shopping vor allem mit dem Tablet - je größer das Display, umso höher das Kaufinteresse", so Hans-Jürgen Even . Das Marktpotenzial von Mobile Payment ist in Deutschland dagegen fast ungenutzt. Mobile Wallets sind hingegen in Übersee bereits fest im Massenmarkt angekommen. Even geht davon aus, dass Käufer hierzulande in diesem Jahr vermehrt ein mobiles Endgerät zur Hand nehmen, statt ihre Geldbörse. "Das In-App-Payment gehört zu den Bezahlsystemen mit dem stärksten Vertrauen beim Kunden. Was passieren wird: Mobiles Shopping wird zunehmen, aber mobiles Payment wird in diesem Jahr weiterhin nicht über Pilot-Status hinauskommen |
| Mobile Search |
Obwohl Firmen auf Apps und mobile Websites setzen, ist
"die mobile Suche das Stiefkind in der mobilen Kommunikation"
, so Benedikt Hanswille . Dabei nimmt die mobile Suche rasant zu. Hier liegt der Schwerpunkt auf lokalen Anfragen. Aus diesem Grund ist es für Unternehmen wichtig, dass sie im mobilen Internet oder auf dem Smartphone auffindbar sind. Unternehmen müssen dafür sorgen, dass die Suchmaschinen ihre Auftritte in den Index als mobile Seite aufnehmen. Sie sollten dafür sorgen, dass es auch möglich ist, sofort auf Unterseiten mit dem Mobiltelefon einzusteigen. Zusätzlich gilt es zu überlegen, ob Adwords-Strategien und Investitionen nicht auch auf den mobilen Kanal auszuweiten sind. Dann profitieren sie auch dort von den Suchanfragen ihrer Kunden, "zumal hier in der Regel der Konkurrenzkampf um die begehrten Keywords noch nicht so intensiv ist", mahnt Hanswille. Durch das reduzierte Display auf den meisten mobilen Endgeräten gewinnt eine optimale Platzierung im generischen Bereich erheblich an Bedeutung. Auch die angezeigten "sponsored links" sind wichtig.
"Aber Achtung: Nur wer ganz oben mitspielt, wird wahrgenommen - und das muss man sich leisten können und wollen"
, fügt Anke Reuter-Zehelein, Zieltraffic AG hinzu. Portale mit Suchfunktionen hingegen werden durch den zunehmenden mobilen Internetzugriff unserer Meinung nach an Bedeutung verlieren. Was passieren wird: Mobile SEO wird zunehmend zu einem Geschäftsfeld |
| Mobile E-Mail |
Das Abrufen von E-Mails auf mobilen Endgeräten gehört zu den meist genutzen Funktionen. HTML-Newsletter mit relativ aufwendigen Layouts werden hingegen häufig noch fehlerhaft auf Smartphone-Displays angezeigt. Vor allem im Geschäftsbereich wird die mobile EMail-Nutzung rasant steigen, prognostiziert Artegic . Zu den Herausforderungen einer mobilfreundlichen Darstellung gehören u.a. unterschiedliche Betriebssysteme, Browser und EMail-Clients. Laut Hans-Jürgen Even bedarf es auf Inhaltsebene der EMail-Usability und -Darstellung wie die Bildanzeige und Klickbarkeit von Links sowie grundsätzlicher Anzeigefähigkeiten einer Optimierung.
"Die neuesten Entwicklungen in diesem Segment sind Direct-Service-Funktionen in HTML-Newslettern
, berichtet Hans Jürgen Even von TWT Interactive . Über Call-Buttons mit verlinkten Rufnummern kann der Nutzer mit nur einem Klick eine Bestellung aufgeben oder einen Servicemitarbeiter ansprechen. Was passieren wird: Aufgrund der steigenden mobilen EMail-Nutzung gewinnt die Text-Mail vorerst wieder an Bedeutung |
| Mobile Usability |
2012 wird die mobile Optimierung von Webauftritten relevanter denn je: Desktop-PC, Laptop, Tablet, Smartphone - die Vielfalt an Endgeräten, auf denen Webseiten abgerufen werden, nimmt zu. TWT Interactive: "Skalierbarkeit beziehungsweise Responsive Design ist DAS Thema, um Online-Auftritte in eine formatgerechte, lese- und nutzerfreundliche Darstellung zu bringen." Nicht zuletzt beim mobilen Shoppen kundenfreundliche Navigation zu den gewünschten Produkten und dem Warenkorb. Umso eher schließt der Kunde den gesamten Kaufprozess ab. Die Response erfolgt nicht per Mausklick, sondern per Fingerdruck. Der Warenkorb-Prozess darf daher keine Barrieren oder Verweise auf Webseiten haben, die nicht für mobile Endgeräte optimiert sind. Was passieren wird: Usability-Test/ Nutzertests werden an Bedeutung gewinnen |
| Mobile Entertainment |
Contentseitig erwartet die Agentur Mondia Media eine Renaissance von Musik-und Video-Diensten.
"Stark verbesserte Displays und moderne Streaming-Technologien heben die Inhalte auf ein neues mobiles Unterhaltungsniveau"
, erwartet COO Volker Glaeser . Entertainment wird immer und überall verfügbar. Für Mathias Blüm , Geschäftsführer von clipkit wird ebenfalls der Anspruch, Video-Content endgeräteunabhängig abrufbar zu machen, in den kommenden Monaten immer vielfältiger, gleichzeitig auch wichtiger. Vor allem das iPad beziehungsweise andere Tablet-Geräte seien für den Konsum von Video-Clips hinsichtlich Komfortabilität, Bedienbarkeit und Bildschirmgröße wie geschaffen. Was passieren wird: Mit dem Start von LTE werden die Zugriffe auf mobile Entertainment-Angebote sprunghaft ansteigen |
| Outsorcing/ Neue Anforderungen an Mobilfunkanbieter |
Mobilfunkanbieter stehen unter dem Druck, sich stärker auf Ihr Kerngeschäft zu fokussieren. Für ihr Contentgeschäft suchen die globalen Player daher End-to-End-Anbieter, die den Betrieb ihrer Content-Portale partnerschaftlich übernehmen und eine Weiterentwicklung garantieren.
"Neue Mobilfunkanbieter erlauben dem Smartphone-Nutzer mit einer eigenen Mobilfunknummer kostenlose SMS und Sprachtelefonie an jedes beliebige Endgerät weltweit"
, so Jochen Doppelhammer , CEO Yuilop Durch die Verbindung von IP-Welt und Telekom Welt - also den mobilen Diensten in der Cloud - wird die echte Kostenrevolution für die Smartphone-Nutzer geschaffen. Was passieren wird: Die großen Mobilfunkanbieter geraten weiter unter Druck: Preise werden weiter sinken, um konkurrenzfähig gegenüber Drittanbietern, die mit IP-basierten Services auf den Markt drängen, zu bleiben |
| Mobile Marketingstrategie |
Die Erkenntnis über die Notwendigkeit separater mobiler Webseiten und Funktionen wird immer größer.
"Der mobile Anwendungsfall wird immer stärker in der Marketingplanung berücksichtigt und gewinnt an Bedeutung"
, ist sich Sascha Scholz von der Agentur Kernpunkt sicher. Was passieren wird: Unternehmen schichten ihr Marketingbudget verstärkt zu Gunsten von Mobile um |
| Veränderung des Nutzungsverhaltens |
Sascha Scholz zufolge machen die Funktionen sowie die Bedienbarkeit von Tablets und anderen mobilen Endgeräten den Desktop-PC immer verzichtbarer. Die Gesamtnutzungsdauer von PC, Tablet und Handy verzeichnet insgesamt ein leichtes Wachstum, verlagert sich jedoch stärker auf die mobilen Geräte. Was passieren wird: In den kommenden Monaten wird der herkömmliche PC, hauptsächlich im privaten Bereich, langsam beginnen zu verschwinden. |
| Vernetzung der Medien und Geräte | Den Überblick zu behalten, ohne auf eine Vielzahl von Geräten und Anwendungen zurückgreifen zu müssen, wird eine immer größer werdende Herausforderung. Um dieser zu begegnen, werden Services wie beispielsweise Daten-Clouds ausgebaut und damit Funktionen zur Synchronisierung und Aktualisierung der Daten auf den Geräten erweitert. Auch aus Sicht von 12Snap muss eine Vereinheitlichung der Benutzeroberflächen, der Bedienung der verschiedenen Programme und der Synchronisierung der Daten über die Cloud geboten werden. Hier werden Anwendungsentwickler, aber auch Marken neue Wege gehen und auch finden müssen, um den Kunden bei der Nutzung den Übergang von dem einen auf das andere Gerät zu erleichtern. Gleichzeitig werde sich das Momentum bei der Beliebtheit der mobilen Betriebssysteme verschieben. Durch die enge Verzahnung der bekannten Desktop-Betriebssysteme wird es von großem Vorteil für den Nutzer sein, auch sein mobiles und sein Tablet-PC-Betriebssystem vom gleichen Hersteller zu beziehen. Was passieren wird: Cloudbasierte Services gewinnen rasant an Bedeutung |
| Konsumenten treiben die Marken |
In der Vergangenheit war es im Mobile Marketing gang und gäbe, dass Agenturen Markenkampagnen, mobile Internetseiten und Applikationen entwickelten, die Kunden diese aber nur sehr zaghaft nutzten, nun ist dies jedoch genau anders herum. Die Konsumenten tummeln sich längst sehr zahlreich und mit großer Intensität im mobilen Internet, aber leider ziehen Marken und Unternehmen noch nicht in diesem Maße mit, klagen die von uns Befragten mehrheitlich. "Die Kunden erwarten mittlerweile viel mehr Angebote und Services im mobilen Internet oder auf ihrem Smartphone, finden sie jedoch nur von einigen wenigen Firmen", argumentiert Benedikt Hanswille , Creative Technology Director 12snap . Was passieren wird: Immer mehr Unternehmen investieren in Mobile |
| Social ist Mobile |
Social Media ist inzwischen fester Bestandteil im Marketingmix. Ein Aspekt, der jedoch häufig dabei vergessen wird, ist, dass die meisten der aktiven Mitglieder soziale Kanäle von ihrem Mobiltelefon aus nutzen. Von der Facebook-App oder Webseite hat der Nutzer jedoch keinen Zugriff auf die verschiedenen Tabs und kann auch die Apps nicht nutzen. Weder findet er, noch sieht er die Kampagnen und Sonderseiten. Dadurch bleibt ihm die Teilnahme daran verwehrt. Im schlimmsten Fall bemerkt er, dass eine Kampagne in seinem News-Feed beworben wird und wenn er darauf klickt, erhält er eine Fehlermeldung. Auch das Verteilen von Links zu Webseiten, die nur stationär via Twitter verfügbar sind, gestaltet sich als Sackgasse, wenn die Kunden Twitter via Mobiltelefon benutzen. Bendikt Hanswille rät Unternehmen, die neuen Nutzendimensionen von Social Media anzupassen und ihre Social-Media-Kampagnen und -Strategien zu überdenken: "Sie müssen sich überlegen, wie sie Kommunikation und Kampagnen auch über das Mobiltelefon zugänglich und interessant machen." Zusätzlich gibt es noch eine ganze Reihe von sozialen Netzwerken, die nur über das Handy wirklich nutzbar sind wie Instagram, Path oder Foursquare. Hier entwickelt sich eine komplett neue Gattung von Social - Location - Mobile - Netzwerken. Was passieren wird: Eine Vielzahl von Social-Media-Angeboten wird nur noch mit Mobile funktionieren. |
| Multichannel-Internet | In der Diskussion um die Zugangswege Handy und Desktop werden "drei weitere Zugangswege komplett vergessen, die sich jedoch zunehmender Verbreitung und Nutzung erfreuen: die Spielekonsole, der Tablet-PC und der Fernseher", bemängelt Hanswille. Gerade die letzten beiden Geräte finden zurzeit eine rapide Verbreitung bei den Konsumenten und sie werden in Zukunft zunehmend genutzt, um Informationen zu suchen oder um digital Produkte zu kaufen. Auch hier erwarten Kunden, dass sie den gewohnten Komfort nutzen können. Im Idealfall können sie einfach und ohne viele zusätzliche Schritte ihren Einkauf und ihre Suche nach Produkten von dem einen auf das andere Gerät verlagern. Sie können dann ihren Warenkorb oder ihre gemerkten Produkte geräteneutral aufrufen. Die Seiten müssen für alle Hardware-Typen optimiert werden, damit die unterschiedlichen Nutzungs- und Bedienverhaltensweisen, Auflösungen sowie Entfernungen zum Bildschirm beachtet und aufgegriffen werden. Was passieren wird: Die Grenzen zwischen stationärem, mobilem und Online-Handel verschwinden. Der Kunde will spätestens in fünf Jahren überall einkaufen, unabhängig von Zeit, Ort und Endgerät |
| Location Based Advertising |
Für Carsten Frien , CEO Madvertise Mobile Advertising, heißt das Zauberwort in den kommenden Monaten Location Based Advertising (LBA). Gerade Werbetreibende aus der Reise-, Automobil- und Telekommunikationsbranche setzen verstärkt auf die Möglichkeit, mit LBA den Konsumenten besonders zielgerichtet und effizient zu erreichen und die Streuverluste aus den klassischen Medien über den Mobile-Kanal weiter zu minimieren.
"Das Wiedererkennen von mobilen Nutzern und die bedarfsgerechte und interessenspezifische Auslieferung von Werbung wird durch neue Retargeting-Technologien im Markt einen großen Sprung machen". Das sieht auch Apprupt so. Was Online bereits seit Jahren funktioniert und immens steigende Conversion Rates verspricht, wird 2012 mobil den Durchbruch schaffen - vorausgesetzt, es werden endlich einheitliche, technologische Standards entwickelt. Was passieren wird: Für Händler und Werbetreibende wird es zunehmend interessanter, mittels Orts-Targeting gezielt bestimmte Nutzer mobil anzusprechen |
| Mobile Retargeting |
Ortsbasierte Werbung im mobilen Internet gewinnt durch verbesserte Targetingmethoden und unzählige neue ortsbezogene Services weiterhin an Bedeutung, so Jascha Samadi von Apprupt . LBA erlaubt es, den Nutzer mit zielgerichteter Werbung direkt in der unmittelbaren Umgebung des POS zu erreichen, und ihn z.B. in Verbindung mit einer Rabatt- oder Couponing-Aktion zum Käufer zu konvertieren. Was passieren wird: Die Entwicklungen, die im klassischen Retargeting stattfinden, werden mit Verzögerung mobil nachvollzogen. Bei Location Based Services läuft der Mobilmarkt dem Webmarkt vorweg. |
| Mobile Real-Time-Bidding | Real-Time-Bidding (RTB) wird seit kurzem auch im Mobile-Bereich populär. Die RTB-Technologie ermöglicht es durch einen vollständig automatisierten Prozess, gezielte, optimierte Werbung möglichst effektiv zu platzieren.
"Im Ergebnis bedeutet RTB für mobile Werbung eine effizientere Nutzung des Werbebudgets für Firmen, die ihre Produkte über das mobile Internet vermarkten", prognostiziert Talya Shoup Burnett von Sponsormob . Carsten Frien erwartet für die zweite Jahreshälfte in Europa das Thema Mobile Realtime Bidding verstärkt im Fokus. Das Ziel: Mit Realtime Bidding den Markt und seine Teilnehmer noch effizienter zu verbinden. Marketingbudgets können so noch effektiver eingesetzt werden. In der Online-Welt ist die Thematik gerade in den USA und auch in Großbritannien schon weiter fortgeschritten und findet nun ihren Weg auch nach Kontinentaleuropa: Deutschland, Frankreich und Italien zeigen erste Umsätze.
"Diesen RTB-Trend sehen wir ebenfalls bereits für Mobile. Wir glauben, dass ab der zweiten Jahreshälfte 2012 erste signifikante Umsätze über Mobile Realtime Bidding im Doppelpass mit den so genannten Demand-Site-Platforms (DSP) generiert werden"
, so Frien. Was passieren wird: Mit 12 Monaten Verspätung wird diese Technik auch im Mobilsegment ankommen. Datenschutz ist hier allerdings ein deutlich sensibleres Thema. Ohne Opt-In wird man hier nicht auskommen. |
| Mobile Click-to-Call |
Click-to-Call ist ein weit verbreitetes und erfolgreiches Werbemittel, das seit Kurzem auch genutzt wird, um Produkte und Services mobil zu bewerben. Click-to-Call bietet Nutzern die Möglichkeit mobil und unkompliziert Informationen über Produkte zu bekommen, die sie interessieren während Advertiser von dem direkten Kontakt zum Konsumenten profitieren. Was passieren wird: Egal ob aus dem Newsletter oder dem Impressum einer Site heraus; der Click-to-Call Service wird sich in kürzester Zeit durchsetzen |
| HTML5 |
Für Malte Krüger, Geschäftsleiter Mobile.de ist die wichtigste Entwicklung, dass HTML5 zum neuen Standard im mobilen Web wird, obwohl es noch immer nicht offiziell verabschiedet ist. Es erlaubt die direkte Einbindung multimedialer Inhalte auf allen mobilen Betriebssystemen, ohne auf Formate wie Flash von Adobe zurückgreifen zu müssen. Das Endgerät kann leistungsfähiger agieren ohne wirklich leistungsfähiger sein zu müssen. Die Rechenkapazität liegt beim Server und nicht beim Client. Aber auch die cross-mediale Nutzung spricht für HTML5. Was passieren wird: Die ersten Mobilfunkprovider haben die Einführung des neuen Standards bereits für dieses Jahr angekündigt. Bis das schnelle mobile Internet jedoch flächendeckend bereitgestellt ist, werden noch Jahre ins Land gehen. |
| Cloud-Based-Services |
Nutzer des mobilen Internets wollen ihre gewohnten Services und Dienste mittlerweile zu jeder Zeit und an den unterschiedlichsten Orten verwenden. Mit Cloud-Based-Services sind Daten und Software unabhängig vom verwendeten Gerät per Internet zugänglich.
"Diese universelle Verfügbarkeit ermöglicht eine einfache Synchronisation verschiedener Geräte und wir erreichen das Ende der externen Festplatten und USB-Massenspeicher"
, argumentiert Krüger. Durch die Auslagerung in die Cloud wird außerdem die Leistungsfähigkeit des einzelnen Endgeräts gesteigert. Was passieren wird: Cloud-Services werden zunehmend auch mobil nutzbar gemacht. |
| Monetization von Hyper-Localization |
"Die Zahl der Smartphones nimmt stetig zu und es ergeben sich ganz neue Anwendungsfelder bei der Monetarisierung"
, hofft Malte Krüger . Die Verwendung mobiler Services wie Augmented Reality mit Hilfe von Hyper-Localization, verbindet die technischen Funktionen des mobilen Internets mit der Erschließung neuer Kundengruppen im direkten lokalen Umfeld. Was passieren wird: Es entstehen in den kommenden Jahren unzählige neue Anwendungen, die Produkte und Services dem Kunden dann anbieten, wenn er sie lokal unmittelbar erreichen kann. Es entsteht ein lokal getriebener ECommerce-Augmented-Reality-Layer der Welt. |
| Mobile Kampagnen erzielen höhere Klickraten |
"Kampagnen führender Marken erzielen auf mobilen Endgeräten nachweislich deutlich höhere Klickraten als Online"
, berichtet Andreas Heintze , ValueClick Media . Grund dafür sind nicht zuletzt die großformatigen, interaktiven Werbeformate und Kampagnen in Form von Videos oder gerätespezifischen Anwendungen, mit denen sich die Mobile User auf ihren Touch Devices gerne beschäftigen. Was passieren wird: Die Zahl der mobilen Kampagnen wird endlich steigen |
| Mobile-Advertising-Umsatz wächst |
2011 hat sich der Werbeumsatz im Bereich Mobile Advertising in Deutschland nahezu verdoppelt. 2012 rechnen Experten mit einem ähnlichen Wachstum. Das Umsatzvolumen wird dann bald die 100-Millionen-Euro-Marke erreichen. Was passieren wird: Mit der steigenden Zahl mobiler Kampagnen wird auch die Wachstumsrate der Umsätze klettern. |
Uneinigkeit beim Thema Apps
Absolute Uneinigkeit herrscht über das Thema Apps. So ist beispielsweise die Agentur TWT Interactive davon überzeugt, dass mobile Business-Apps künftig an Bedeutung gewinnen. Denn die verbreitete Nutzung mobiler Endgeräte erfordert nach Einschätzung der Agentur nicht zuletzt im Business-Sektor eine Transformation von Vertriebs- und Servicemodellen auf ortsunabhängige und flexible Strukturen. "Ein steigender Trend geht zu Mobile-Business-Apps: Ob Location-based-Kundenservice, Near Field Communication oder beschleunigte Prozess- und Datenabwicklungen, die mobilen Business-Anwendungen machen aus Smartphone und Tablet ein Universalwerkzeug im Einsatz für Außendienstmitarbeiter oder Handelsvertreter", erklärt Geschäftsführer Hans-Jürgen Even gegenüber iBusiness. So ließen sich alle relevanten Kundendaten inklusive Bonitätsauskünfte einsehen, Aufträge oder Berichte direkt digital erfassen und Location-based-Funktionen wie "Kunden in der Nähe" via GPS einsetzen. Even ist überzeugt, dass es in diesem Jahr verstärkt darum gehen wird, "Modelle zu finden, die Unternehmen zur Prozess- und Geschäftsoptimierung einsetzen können, um Kosten zu senken und die Produktivität zu steigern."Jascha Samadi , Geschäftsführer & Gründer, Apprupt GmbH ist ebenfalls davon überzeugt, dass "Apps als wichtigstes mobiles Produkt auch weiterhin essenziell den Markt prägen werden". Eine Smartphone-Sättigung ist in Deutschland auf lange Sicht nicht erkennbar, die Anzahl der mobilen Nutzer wird daher weiter steigen: Ob als nützliches Helferprogramm oder Entertainment-Feature aus Nutzersicht; als Branding-Werbemaßnahme zur Kundenbindung oder gar als direkter Vertriebskanal zur Umsatzgenerierung aus Unternehmenssicht - die App bleibt vielfältig einsetzbar.
"Apps beziehungsweise mobile Dienste werden allgegenwärtig und für den Consumer zunehmend gratis", so die Überzeugung von Jochen Doppelhammer , CEO von yuilop . Er geht davon aus, dass es die Geschäftsmodelle im B2C-Bereich langfristig schaffen, den Endkunden von Bezahlinhalten für sein Smartphone zu befreien. Das Smartphone soll zum Lebensmittelpunkt mit Diensten für den täglichen Gebrauch werden. Der Verbraucher zahlt dabei nur für seine Datenverbindung.
Deutlich anders schätzt Benedikt Hanswille, Creative Technology Director 12snap das App-Universum und dessen Zukunft ein: Apps sind für ihn eine Sackgasse. So sind in der Vergangenheit viele Firmen auf den App-Zug aufgesprungen, um mit dabei zu sein. "Diese Unternehmen haben sich häufig vorher nicht überlegt, wie ihre mobile Kommunikationsstrategie aussieht und wie sich der neue Kanal mit seinen zahlreichen Möglichkeiten in die gesamte Unternehmensstrategie integrieren lässt", argumentiert er. Mittlerweile sei es so, dass es nicht mehr reicht, nur eine Applikation für das iPhone zu entwickeln, man muss auch andere Plattformen bedienen. Seiner Einschätzung nach erwarten die Kunden immer mehr von den Applikationen, so dass diese gepflegt und die Bedienkonzepte an die Gerätetypen angepasst werden müssen. Beispielsweise sieht eine iPhone App auf einem Smartphone mit Android-Betriebssystem aus wie ein Fremdkörper. Zusätzlich wird die mobile Suche für immer mehr Kunden der erste Weg, um Informationen zu Marken, TV-Spots, Anzeigen etc. zu suchen. Wenn ein Unternehmen nur eine App entwickelt hat, dann ist sie für Suchmaschinen nicht sichtbar. Marken und Firmen sollten sich dieses Jahr verstärkt und in einem breiteren Kontext Gedanken darüber machen, wie sie den Kanal nutzen und besetzen wollen. Sie müssen sogar ihre gesamte Strategie darauf ausrichten. "Aufgrund der stark gestiegenen Verbreitung und Nutzung ist es mittlerweile zu wenig, nur eine App in den Appstore zu stellen und zu sagen: Wir sind auch auf diesem Kanal vorhanden", mahnt Hanswille.
Was passieren wird: Die neuen Minicomputer 'Smartphone', 'Tablet' und 'AR-Brille' werden auch in Zukunft Software brauchen. Die Basisfunktionen werden wie bei Desktops auch vom Betriebssystem-Anbieter zur Verfügung gestellt. Den Rest kann der Nutzer kaufen. Allerdings werden massenattraktiv konzipierte Anwendungen nicht proprietär, sondern als Cloud-Lösungen zur Verfüg gestellt. Das bedeutet: Web-basierte Anwendungen werden sich langfristig durchsetzen.
