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Sterne, Gaga, Binnen-I: Warum Gendern dennoch die Zukunft gehört - Video-Podcast

09.04.2021 Egal, ob man das mag oder nicht: Die Selbstverständlichkeit wankt, mit der das generische Maskulinum in unserer Sprache verwendet wird. Das wird Auswirkungen haben auf Marketing und E-Commerce.

 (Bild: Pixabay)
Bild: Pixabay

Verfolgt man die Debatte in sozialen Netzen, dann zeigt sich, dass das Thema gendergerechte Sprache emotional hoch aufgeladen ist. Während Rechte und Reaktionäre gegen den vermeintlichen "Gender-Gaga" hetzen und Konservative vor einer "Sprachpolizei" warnen, fühlen sich vor allem Frauen benachteiligt. Etwa wenn die Neurologin Dr. Marlene Tschernatsch sich öffentlich ärgert  , wenn eine Krankenkasse nur die "Unterschrift des Arztes" einfordert - nicht aber die der Ärztin.

Doch das Thema nimmt Fahrt auf. Audis   Personalchefin Sabine Maaßen beispielsweise sieht gendersensible Kommunikation als "Frage des Respekts und Ausdruck einer Haltung gegen Diskriminierung und für Vielfalt", weswegen der Autokonzern, wie eine wachsende Zahl von Unternehmen, gendert.

Die Unternehmenskommunikation, das Marketing und die sie beratenden Agenturen und Dienstleister sollten sich deshalb spätestens jetzt mit dem Thema auseinandersetzen und eine Haltung dazu finden. iBusiness-Analystin Frauke Schobelt und Herausgeber Joachim Graf diskutieren im Video-Podcast über die Herausforderung, das richtige Gender-Maß und diskriminierungsfreie Formulierungen zu finden, die die eigene Zielgruppe nicht verprellen.



Was die Sache vielleicht einfacher macht und die babylonische Genderverwirrung um Sternchen, Doppelpunkt und Binnen-I mittelfristig lösen könnte: Es existieren bereits erste Ansätze, datenbankgestützt Texte so zu gendern, dass Leserinnen und Leser auf der Website einstellen können, welche Form von Genderschreibweise sie gerne hätten. Dazu helfen Gender-Datenbanken wie Geschickt gendern   oder Programmieransätze wie die von C-rex.net  . In einem Blogbeitrag zeigen die Experten - basierend auf dem XML-Standard TBX (TermBase eXchange) ISO-30042-Standard -, wie man Webseiten und PDF-Publikationen wahlweise im generischen Maskulinum, im generischen Femininum, mit Gender-Doppelpunkt oder genderneutral anzeigen lassen kann. Weil diese Lösung vergleichsweise einfach implementierbar ist, können genderwillige Unternehmen und Agenturen sich an dem dort veröffentlichen Quelltext bedienen. Weitere technische Lösungen werden in Zukunft wohl Schneisen in den Gender-Wirrwarr schlagen. Jetzt fehlt nur noch der Wille der Marketingverantwortlichen dazu.

Thema: Sterne, Gaga, Binnen-I: Warum Gendern dennoch die Zukunft gehört - Video-Podcast

Kommentar von Frauke Schobelt

Ohne Zwang

Die Debatte um das Thema Gendersprache wird sehr emotional geführt. Vermieden werden sollte deshalb jeglicher Zwang und jede Form der Belehrung. Wer nicht gendert, macht nicht automatisch etwas falsch.

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Redakteurin Frauke Schobelt (Hightext Verlag)
Bild: Hightext Verlag
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Von: Michael Schulze
Am: 09.04.2021

Zu: Sterne, Gaga, Binnen-I: Warum Gendern dennoch die Zukunft gehört

Hallo zusammen,

ich habe gerade das Video zum Thema "gendern" von Frau Schobelt und Herrn Graf gesehen, diesbzgl. füge ich weiter unten mein drittes Anschreiben an die BDA (erstmalig Anfang 2018) zur Kenntnisnahme an.

Grund: Ich recherchiere seit drei Jahren zum Thema.

Die BDA weigert sich seitdem kontinuierlich sich dem Thema offensiv zu stellen.

Insofern sehe ich AUDI's Initiative als relative Einzelmaßnahme.


Kollegialer Gruß


Michael Schulze

Freier Journalist


An die BDA am 8. 3. 2021:

Guten Tag,

zur Zeit behandeln aufgrund des Weltfrauentag sehr viele Medien das Thema Vielfalt, Gleichstellung usw.

Ich möchte eine Anfrage erneut an Sie stellen, die ich bereits vor drei Jahren gestellt habe und die bisher immer noch unbeantwortet ist.

Die BDA ist Mitunterzeichnerin der Charta-der-Vielfalt und hat auch eigene Leitlinien in denen ein Leitfaden für gendersensible Sprache erwähnt wir.

https://arbeitgeber.de/www/arbeitgeber.nsf/res/Charta-der-Vielfalt-Bericht.pdf/$file/Charta-der-Vielfalt-Bericht.pdf

Die Charta-der-Vielfalt benutzt schon seit geraumer Zeit gendersensible Begriffe wie u.a. "Arbeitgebende" statt "Arbeitgeber" (s. Screenshot unten => Reiter oben links "Für Arbeitgebende").

Auch in vielen Ministerien und staatlichen Organisationen wird inzwischen der Begriff "Arbeitgebende" verwandt.

Meine Fragen:

1. Weshalb nutzt nicht auch die BDA den Begriff "Arbeitgebende" durchgehend in ihrem inzwischen erneuerten Internetauftritt?
2. Wird durch die fortwährende Nutzung des Begriffs "Arbeitgeber" nicht suggeriert Arbeitgeber seien durchwegs männlich, während man sich vielerorts angeblich Frauen als Gründerinnen und in Führungspositionen wünscht? https://www.arbeitgeber.de/www/arbeitgeber.nsf/id/de_die-arbeitgeberverbaende-engagieren-sich

3. Werden Arbeitgeberinnen (Unternehmerinnen und weibliche Führungskräfte etc.) dadurch nicht "ausgeklammert und benachteiligt"?

4. Welche Begrifflichkeiten wurden gemäß des hauseigenen Leitfadens(s.o.) von der BDA inzwischen geändert und warum reicht es nicht aus nur das Personal/die Beschäftigten werbewirksam als Mitarbeitende anzusprechen bzw. in Stellenanzeigen gesetzeskonform *m,w,d* zu benutzen?


Danke vorab für eine zeitnahe Beantwortung.
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