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Die Prime-Lüge: Warum Amazon-Kunden immer draufzahlen ...
13.05.2016 ... und Händler davon profitieren können. 17 Millionen Kunden nutzen in Deutschland eine Prime-Mitgliedschaft und die meisten dürften glauben, dass sie damit Geld sparen. Stimmt nicht, hat iBusiness herausgefunden. Und weiß, warum das für den Handel eine gute Nachricht ist.
HANDLUNGSRELEVANZ
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Und auch in Deutschland ist der Service kaum weniger erfolgreich: 17 Millionen Käufer - und damit fast 40 Prozent der regelmäßigen Amazon-Kunden - nutzen hierzulande bereits die Vorteile der 49-Euro-Mitgliedschaft, hat Statista gerade erst in seinem Digital Market Outlook herausgefunden.
2007 - als der Service erstmals eingeführt wurde - waren die Vorteile noch überschaubar: Prime bestand im Wesentlichen aus einer Versandkostenflatrate mit schnellem Premiumversand. 19,90 Euro jährlich kostete der Dienst damals und lohnt sich vor allem für Vielbesteller. Seither wurde der Service zwar deutlich teurer (derzeit 49 Euro pro Jahr), aber auch sehr viel attraktiver. Derzeit umfasst der Service:
- Versand-Flatrate für Artikel unter 29 Euro. Spart pro Bestellung 3 Euro.
- Kostenlose Premium-Lieferung oder Same-Day in Metropolregionen.
- Früher Zugriff auf Blitzangebote und BuyVIP-Angebote.
- Amazon Pantry für Lebensmittel und Haushaltswaren.
- Prime Instant Video mit über 12.000 Filmen und Serienepisoden.
- Prime Music mit rund einer Million Titeln.
- Leih-EBooks aus der Kindle-Leihbücherei (rund 500.000 Tiltel)
- Unbegrenzter Cloud-Speicherplatz in Prime Photos
Das Beste aber: All diese Services gibt es im Prinzip kostenlos. Wer nur einmal im Monat eine Bestellung bei Amazon tätigt und dabei drei Euro Versandkosten spart, hat die Prime-Kosten schon beinahe wieder drin. Ab der 17. Bestellung ist sogar Geld gespart - und die gesamten nützlichen Services gibt es als Gratiszugabe obendrein.
Kein Wunder, dass fast alle Verbraucherportale eine Mitgliedschaft empfehlen, sofern der Kunde ohnehin regelmäßig beim Mega-Retailer einkauft. "Vielbesteller profitieren in jedem Fall von der Amazon Prime-Mitgliedschaft", schreibt etwa das Magazin Sparwelt.de und legt die 49-Euro-Gebühr aufs Jahr um: "Bei rechnerisch rund 4 Euro pro Monat lohnt sich der Premium-Status schon ab einer Bestellung pro Monat unter 29 Euro - ideal für Käufer, die beim Versandhändler regelmäßig Kleinigkeiten bestellen."
Millionen Kunden weltweit halten sich an solche Empfehlungen, genießen die kostenlosen Zusatzdienste und wiegen sich in der Zuversicht, die Gebühren der Prime-Mitgliedschaft über die Versandkostenflatrate "zurückzuverdienen". Entsprechend nennen 96 Prozent der Kunden in der Statista-Umfrage die Versandvorteile als einen der Hauptgründe für das Abo. Das macht sie zu besonders treuen Amazon-Kunden.
Doch geht die Rechnung wirklich auf?
Prime lohnt sich nicht - nur jede vierte Bestellung ist günstiger
iBusiness hat die Probe aufs Exempel gemacht. Ergebnis: Rein unter Kostengesichtspunkten lohnt sich eine Prime-Mitgliedschaft nicht. Selbst ausgesprochene Vielbesteller schaffen es kaum, unterm Strich von der Gratislieferung zu profitieren. Im Gegenteil: Kunden, die den Prime-Versandvorteil nutzen wollen, zahlen in den meisten Fällen sogar kräftig drauf.
Praxisnahe Produktauswahl
Um einen seriösen Vergleich zu erstellen, hat iBusiness 50 willkürlich ausgewählte Einzelbestellungen im Wert zwischen 2,27 Euro und 338 Euro verglichen. Insgesamt betrug der Wert aller Bestellungen rund 2.000 Euro. Mit diesem Szenario liegt iBusiness weit über dem durchschnittlichen Einkaufsverhalten und simuliert einen ausgesprochenen Vielnutzer, der in jedem Fall von den Prime-Vorzügen profitieren müsste.Der Warenkorb wurde auf eine realitätsnahe Weise ausgewählt: In acht beliebten Kategorien (Elektronik, Sport & Freizeit, Kleidung, Spielzeug, Beauty, Auto, Baumarkt, Küche und Haushalt) wurden jeweils die drei Top-Seller-Produkte und drei Mid-Seller-Produkte (aus dem Verkaufsrang ab 80) ausgewählt. Die Produkte mussten dabei die folgenden Bedingungen erfüllen:
- Sie mussten von mehr als einem Händler angeboten werden.
- Es durften keine Folgeverträge an den Kauf geknüpft sein (etwa bei Handys).
- Das Produkt musste sowohl mit als auch ohne Prime-Option bestellbar sein.
- Bei mehreren Produkt-Optionen (z.B. Farbe o. Größe) wurde jeweils die erste verfügbare gewählt.
- Für jedes einzelne Produkt wurde der Gesamtpreis inklusive Versandkosten ermittelt.
Um die runde Zahl von 50 Produkten zu erreichen, wurden in der Kategorie Küche und Haushalt acht Produkte (vier Top-, vier Mid-Seller) verglichen.
Die Ergebnisse:
Kategorie Elektronik
| Produktbezeichnung | Preis o. Prime1 (inkl. Versand) | Prime- Ersparnis2 | |
|---|---|---|---|
| POLAR Trainingscomputer M400 | 146,90 € | 149,00 € | -2,10 € |
| TomTom Start 50 Europe Navigationsgerät | 112,00 € | 129,99 € | -17,99 € |
| Xoro HRK 7660 HD Receiver | 46,68 € | 44,98 € | - |
| Technisat TechniStar S2 | 108,50 € | 97,97 € | - |
| Zalman ZM-MIC1 Mikrofon | 7,33 € | 7,99 € | -0,66 € |
| LG G4 Smartphone 14 cm (5,5 Zoll) | 332,01 € | 338,00 € | -5,99 € |
| Prime-Besteller spart | -26,74 € | ||
| 1 Günstigster Anbieter ohne Prime-Option; 2 Negatives Vorzeichen = Prime kostet Aufpreis; Maximale Ersparnis pro Prime-Bestellung: 3 Euro (bei Bestellwert unter 29 Euro). Unberücksichtigt ist der Vorteil des schnelleren Versands; Preise: Stand 4.5.2016, 12 bis 12:46 Uhr. | |||
Kategorie Sport & Freizeit
| Produktbezeichnung | Preis o. Prime1 (inkl. Versand) | Prime- Ersparnis2 | |
|---|---|---|---|
| Blackroll Orange, Selbstmassagerolle | 29,90 € | 29,90 € | - |
| Garmin vivosmart HR Fitnessarmband | 113,00 € | 119,00 € | -6,00 € |
| Fitbit Aktivitätstracker Charge HR | 119,00 € | 119,00 € | - |
| Petzl Erwachsene Stirnlampe Tikkina | 16,90 € | 16,90 € | - |
| Contigo Thermobecher West Loop | 28,60 € | 29,09 € | -0,49 € |
| Bama Unisex - Erwachsene Einlegesohlen schwarz 36 | 6,02 € | 6,12 € | -0,10 € |
| Prime-Besteller spart | -6,59 € | ||
| 1 Günstigster Anbieter ohne Prime-Option; 2 Negatives Vorzeichen = Prime kostet Aufpreis; Maximale Ersparnis pro Prime-Bestellung: 3 Euro (bei Bestellwert unter 29 Euro). Unberücksichtigt ist der Vorteil des schnelleren Versands; Preise: Stand 4.5.2016, 12 bis 12:46 Uhr. | |||
Kategorie Kleidung
| Produktbezeichnung | Preis o. Prime1 (inkl. Versand) | Prime- Ersparnis2 | |
|---|---|---|---|
| FLEXFIT Baseball Cap in versch. Farben | 9,62 € | 10,90 € | -1,28 € |
| GILDAN - Unisex Kapuzen-Sweatshirt | 12,08 € | 13,99 € | -1,91 € |
| Calvin Klein Herren Boxershorts TRUNK, 3er | 19,68 € | 27,28 € | -7,60 € |
| JACK & JONES Sweatjacke Storm Sweat | 31,80 € | 28,85 € | 2,95 € |
| Brandit Urban Legend Short Darkcamo 3XL | 33,85 € | 30,79 € | - |
| Tommy Hilfiger Herren Gürtel NEW DENTON | 29,00 € | 29,56 € | -0,56 € |
| Prime-Besteller spart | -8,40 € | ||
| 1 Günstigster Anbieter ohne Prime-Option; 2 Negatives Vorzeichen = Prime kostet Aufpreis; Maximale Ersparnis pro Prime-Bestellung: 3 Euro (bei Bestellwert unter 29 Euro). Unberücksichtigt ist der Vorteil des schnelleren Versands; Preise: Stand 4.5.2016, 12 bis 12:46 Uhr. | |||
Kategorie Spielzeug
| Produktbezeichnung | Preis o. Prime1 (inkl. Versand) | Prime- Ersparnis2 | |
|---|---|---|---|
| Panini Euro 2016 Sticker Display mit 100 Tüten | 56,39 € | 54,90 € | - |
| KOSMOS Spiele - Kartenspiel Halt mal kurz | 7,80 € | 6,99 € | 0,81 € |
| Splash Toys - Bunch O Balloon Wasserbomben | 9,85 € | 7,98 € | 1,87 € |
| Theo Klein - Arztkoffer 10-teilig, 27cm | 18,09 € | 16,99 € | 1,10 € |
| Aquabeads - Kinder-Bastelsets - Starter-Set | 19,88 € | 15,99 € | 3,00 € |
| Hasbro - Nerf N-Strike Elite 30er Darts | 12,00 € | 9,94 € | 2,06 € |
| Prime-Besteller spart | 8,84 € | ||
| 1 Günstigster Anbieter ohne Prime-Option; 2 Negatives Vorzeichen = Prime kostet Aufpreis; Maximale Ersparnis pro Prime-Bestellung: 3 Euro (bei Bestellwert unter 29 Euro). Unberücksichtigt ist der Vorteil des schnelleren Versands; Preise: Stand 4.5.2016, 12 bis 12:46 Uhr. | |||
Kategorie Beauty
| Produktbezeichnung | Preis o. Prime1 (inkl. Versand) | Prime- Ersparnis2 | |
|---|---|---|---|
| Tetesept Bäder Geschenkset Verwöhnmomente | 6,99 € | 6,99 € | - |
| Chopard Wish femme, Eau de Parfum | 23,95 € | 23,99 € | -0,04 € |
| Joop! homme, Eau de Toilette | 26,91 € | 24,15 € | 2,76 € |
| Nivea Sun Pflegendes Sonnenspray LSF 50+ | 9,01 € | 6,99 € | 2,02 € |
| Hugo Boss Orange femme, Eau de Toilette | 36,90 € | 36,25 € | - |
| Pferdebalsam wärmend extra stark | 6,97 € | 8,95 € | -1,98 € |
| Prime-Besteller spart | 2,76 € | ||
| 1 Günstigster Anbieter ohne Prime-Option; 2 Negatives Vorzeichen = Prime kostet Aufpreis; Maximale Ersparnis pro Prime-Bestellung: 3 Euro (bei Bestellwert unter 29 Euro). Unberücksichtigt ist der Vorteil des schnelleren Versands; Preise: Stand 4.5.2016, 12 bis 12:46 Uhr. | |||
Kategorie Auto
| Produktbezeichnung | Preis o. Prime1 (inkl. Versand) | Prime- Ersparnis2 | |
|---|---|---|---|
| Castrol EDGE Motorenöl 5W-30 5L | 36,80 € | 37,03 € | -0,23 € |
| OSRAM NIGHT BREAKER H7 | 17,79 € | 17,65 € | 0,14 € |
| TUGA Alu-Teufel Spezial Felgenreiniger | 12,40 € | 12,93 € | -0,53 € |
| Filmer Adapterstück 13-polig auf 7-polig | 5,27 € | 5,55 € | -0,28 € |
| Kleinmetall Carlok Lenkradkralle | 28,59 € | 28,75 € | -0,16 € |
| F100 2800 Fahrradreiniger, 1000 ml | 14,59 € | 15,19 € | -0,60 € |
| Prime-Besteller spart | -1,66 € | ||
| 1 Günstigster Anbieter ohne Prime-Option; 2 Negatives Vorzeichen = Prime kostet Aufpreis; Maximale Ersparnis pro Prime-Bestellung: 3 Euro (bei Bestellwert unter 29 Euro). Unberücksichtigt ist der Vorteil des schnelleren Versands; Preise: Stand 4.5.2016, 12 bis 12:46 Uhr. | |||
Kategorie Baumarkt
| Produktbezeichnung | Preis o. Prime1 (inkl. Versand) | Prime- Ersparnis2 | |
|---|---|---|---|
| Hansgrohe Croma 100 Vario Handbrause | 21,50 € | 19,23 € | 2,27 € |
| Bosch Rasentrimmer ART26SL | 39,49 € | 36,99 € | - |
| Leifheit Fenstersauger Set | 47,71 € | 43,99 € | - |
| Rundheizkörper Haken 6 Stück | 9,20 € | 9,35 € | -0,15 € |
| Brennenstuhl Premium Steckdosenleiste 4-fach | 12,75 € | 7,95 € | 3,00 € |
| tesa Fliegengitter für Fenster, durchsichtig | 12,90 € | 13,79 € | -0,89 € |
| Prime-Besteller spart | 4,23 € | ||
| 1 Günstigster Anbieter ohne Prime-Option; 2 Negatives Vorzeichen = Prime kostet Aufpreis; Maximale Ersparnis pro Prime-Bestellung: 3 Euro (bei Bestellwert unter 29 Euro). Unberücksichtigt ist der Vorteil des schnelleren Versands; Preise: Stand 4.5.2016, 12 bis 12:46 Uhr. | |||
Kategorie Küche und Haushalt
| Produktbezeichnung | Preis o. Prime1 (inkl. Versand) | Prime- Ersparnis2 | |
|---|---|---|---|
| AEG PerfectMix SB2400 Mix | 47,95 € | 39,99 € | - |
| Gefu Spiralschneider Spirelli 2,0, Edelstahl | 24,95 € | 24,95 € | - |
| Brita Filterkartuschen Maxtra Pack 6 | 28,90 € | 24,99 € | 3,00 € |
| SodaStream Wassersprudler Crystal | 114,99 € | 107,99 € | - |
| Intex Luftbett 191 x 76 x 22 cm | 12,60 € | 13,28 € | -0,68 € |
| Bohemia Cristal SIMAX Karaffe ca. 1100 ml | 14,80 € | 15,52 € | -0,72 € |
| Vileda Viva Express Smart+ Bügeltisch | 42,48 € | 29,99 € | - |
| Severin AT 2509 Automatik-Toaster | 43,05 € | 40,99 € | - |
| Prime-Besteller spart | 1,60 € | ||
| 1 Günstigster Anbieter ohne Prime-Option; 2 Negatives Vorzeichen = Prime kostet Aufpreis; Maximale Ersparnis pro Prime-Bestellung: 3 Euro (bei Bestellwert unter 29 Euro). Unberücksichtigt ist der Vorteil des schnelleren Versands; Preise: Stand 4.5.2016, 12 bis 12:46 Uhr. | |||
Prime-Kunden zahlen kräftig drauf
| Test-Warenkorb aus 50 Einzelbestellungen | Gesamtpreis inkl. Versand |
|---|---|
| Alle Produkte m. Prime-Option | 1.995,52 € |
| ./. Alle Produkte o. Prime (günstigster Händler) | 1.969,56 € |
| Prime-Aufpreis | 25,96 € |
| zzgl. Kosten Abo (jährl.) | 49,00 € |
| Prime-Kosten gesamt | 74,96 € |
In unserem Testwarenkorb ist eine Prime-Bestellung im Schnitt mehr als ein Prozent teurer als eine Non-Prime-Bestellung. Die Kosten für das Prime-Abo (49 Euro) addieren sich noch hinzu, sodass der Prime-Kunde unterm Strich für die selbe Bestellung einen Aufpreis von 74,96 Euro zahlt. Und: Es verhält sich keineswegs so, dass sich eine Prime-Mitgliedschaft mit steigendem Bestellaufkommen besser rechnet. Im Gegenteil: Im Schnitt ist jede einzelne Prime-Bestellung teurer als eine herkömmliche.
| Test-Warenkorb aus 50 Einzelbestellungen | Gesamtpreis inkl. Versand |
|---|---|
| Prime-Option nur wenn günstiger (= Verzicht auf Premiumversand) | 1.944,58 € |
| ./. Alle Produkte o. Prime (günstigster Händler) | 1.969,56 € |
| Prime-Aufpreis | - 24,98 € |
| zzgl. Kosten Abo (jährl.) | 49,00 € |
| Prime-Kosten gesamt | 24,02 € |
Allerdings hat er für diesen Preisvorteil mit einer Jahresmitgliedschaft in Höhe von 49 Euro bezahlt. Unterm Strich bleibt ein Minus von 24,02 Euro. Zudem musste er bei jeder zweiten Bestellung auf den kostenlosen Premiumversand verzichten - obwohl der Versandvorteil einer der Hauptgründe für das Prime-Abo ist.
Im Ergebnis lässt sich festhalten, dass selbst ein absoluter Heavy-Buyer seine Prime-Mitgliedschaft kaum über den Versandkostenvorteil hereinholen kann. Im Gegenteil: Will er den Vorteil des kostenlosen Premiumversands konsequent nutzen, muss er einen Aufpreis zahlen, der weit über die Prime-Gebühr hinaus geht. Aber selbst wenn er penibel versucht seinen Kostenvorteil zu nutzen, kann er bestenfalls einen Teil der Gebühr hereinholen. Er muss dazu aber sogar bereit sein, auf einen Teil der Leistung (Premiumversand) zu verzichten.
Unterm Strich bleibt die Erkenntnis: Schnäppchenjäger sind oft blind (siehe iBusiness: Der Cyber-Monday-Schwindel - Wie Amazon mit angeblichen Rabatten den Markt aufmischt). Allein aus pekuniären Gründen lohnt sich eine Prime-Mitgliedschaft nicht. Die Kunden müssen schon bereit sein, einen Aufpreis für eine der weiteren gebotenen Serviceleistungen zu zahlen.
Gute Nachricht für Händler: Kunden lieben Prime trotzdem
Für Händler verbirgt sich hinter dem Zahlenspiel allerdings eine gute Nachricht: Ganz offensichtlich erzielen sie für Produkte, die mittels Prime-Option geliefert werden, einen besseren Preis. Der durchschnittliche Aufpreis von unter zwei Prozent mag auf den ersten Blick marginal erscheinen. Es darf aber nicht vergessen werden, dass eine Preiserhöhung von einem Prozent den Gewinn des Händlers bereits um 10 bis 25 Prozent steigern kann. "Prime-Kunden können durchaus eine höhere Zahlungsbereitschaft haben", meint auch Marktplatzkenner Mark Steier , der den Blog Wortfilter betreibt. "Schließlich haben sie eine Mitgliedschaft abgeschlossen und wollen nun auch etwas davon haben."
Mit Prime-Option verbessert sich aber nicht nur die Marge des Händlers, sondern auch der Umsatz. "Prime-Kunden kaufen signifikant mehr und signifikant häufiger", weiß Steier. Während unter deutschen Non-Prime-Kunden nur 27 Prozent mehrmals monatlich bei Amazon einkaufen, beträgt dieser Anteil unter den Primern satte 70 Prozent. Neun Prozent kaufen sogar mehrmals wöchentlich (Non-Prime: 1 Prozent), hat Statista herausgefunden.
Zu einem ähnlichen Ergebnis kommen US-Studien: So gaben 74 Prozent der amerikanischen Prime-Mitglieder an, dass sie Amazon seit dem Abo häufiger nutzen. Und 79 Prozent der Prime-Member geben mehr als 800 US-Dollar jährlich aus, während dies nur 16 Prozent der normalen Kunden tun, hat RBC Capital erst im Oktober vergangenen Jahres veröffentlicht.
Mark Steier empfiehlt daher Händlern generell, die Prime-Option zu nutzen. "Prime läuft überall gut", empfiehlt der langjährige Marktplatz-Kenner. "Besonders empfehlenswert sind Sortimente, bei denen eine sofortige Verfügbarkeit wichtig ist."
Die Hürden sind nicht besonders hoch. Händler müssen lediglich:
- Fulfillment by Amazon (FBA) nutzen und ihre Ware bei Amazon einlagern und
- den Verkaufspreis inklusive Versandkosten angeben.
Sofern das Produkt nicht aufgrund von Sonderbestimmungen (Jugendschutz, Größe, Gewicht etc.) vom Prime-Programm ausgenommen ist, kümmert sich Amazon automatisch um den Rest. Besonders qualifizierte Händler können sich zudem seit Kurzem darum bewerben, Prime-Lieferungen auch aus dem eigenen Lager anzubieten. "Dies kann sich für große Händler lohnen, die aufgrund ihres Versandaufkommens ohnehin gute Konditionen bei ihrem Logistiker erhalten", erklärt Steier.
Vorteile von Prime-aus-dem-eigenen-Lager
- Bessere Kundenbindung durch eigene Verpackung/Beilagen.
- Kostenersparnis gegenüber FBA möglich.
- Limitierter Warenbestand kann zeitgleich auf mehreren Plattformen angeboten werden.
Nachteile von Prime-aus-dem-eigenen-Lager
- Bewerbung bei Amazon notwendig. Exzellente Sellerperformance ist Voraussetzung.
- Premiumversand muss selbst organisiert/bezahlt werden.
- Eigene Retourenabwicklung.
Man kann viel Schlechtes über Amazon sagen (siehe iBusiness: Amazon-Marketplace - Die miesen Tricks des Retail-Giganten) - aus Händlersicht handelt es sich bei Amazon Prime um eine äußerst gelungene Marketing-Maßnahme: Die Kunden sind zufrieden, Händler verdienen und Amazon kurbelt seinen Umsatz an. Im Prinzip hat Amazon mit Prime den heiligen Gral des E-Commerce entdeckt und entkommt mit Branding und Service der Preisvergleichsfalle.
Daran dürfte sich in Zukunft wenig ändern: Mit Exklusiv-Produkten, Prime-Now-Lieferung und Amazon Video Direct stehen schon die nächsten Prime-Angebote in den Startlöchern. Auch die dürften sich für den Kunden kaum rechnen - aber die Attraktivität des Programms weiter erhöhen.
Am: 13.05.2016
Zu: Die Prime-Lüge: Warum Amazon-Kunden immer draufzahlen ...
An andere Stelle stimmt die Differenz nicht (Beispiel: Brita Filterkartuschen Maxtra Pack 6 - Die Differenz zw. den Preisen ist €3,91 und nicht €3,00). Da sollten Sie alle Zahlen nochmal überprüfen und nochmal nachrechnen, bevor Sie solche Artikel veröffentlichen!
Am: 13.05.2016
Zu: Die Prime-Lüge: Warum Amazon-Kunden immer draufzahlen ...
keine Sorge, die Berechnungen sind richtig und die Angaben in den Tabellen stimmen, auch wenn Sie auf den ersten Blick einen Fehler vermuten. Ihre Anmerkungen erklären sich wie folgt:
- Die Ersparnis einer Prime-Bestellung kann maximal 3 Euro betragen. Schließlich kann jeder Kunde beim Prime-Händler bestellen. Der Non-Prime-Kunde muss dann allerdings die Versandkosten in Höhe von 3 Euro bezahlen. Der Prime-Kunde nicht. Dies erklärt, weshalb die "Prime-Ersparnis" nicht höher als 3 Euro ausfallen kann.
- Produkte, die mit Prime-Option verfügbar sind, liefert Amazon ab einem Warenwert von 29 Euro Amazon generell versandkostenfrei. Auch an Non-Prime-Kudnen. Das heißt, dass Prime-Kunden bei diesen Produkten keinen Versandkostenvorteil genießen. Dies erklärt, weshalb an manchen Produkten ein "-" steht, obwohl man auf den ersten Blick einen Kostenvorteil für Prime-Kunden erwarten könnte.
Noch einmal kurz zusammengefasst: Der Versandkostenvorteil eines Prime-Kunden kann höchsten 3 Euro betragen. Ab 29 Euro Warenwert gibt es keinen Versankostenvorteil für Prime-Kunden.
Vielen Dank im übrigen für Ihre Nachfrage!
Am: 13.05.2016
Zu: Die Prime-Lüge: Warum Amazon-Kunden immer draufzahlen ...
So ist Ihre Rechnung nicht nachvollziehbar, obwohl Sie sich viel Mühe für Transparenz gemacht haben.
Am: 13.05.2016
Zu: Die Prime-Lüge: Warum Amazon-Kunden immer draufzahlen ...
keine Sorge, die Berechnungen sind richtig und die Angaben in den Tabellen stimmen, auch wenn Sie auf den ersten Blick einen Fehler vermuten. Ihre Anmerkungen erklären sich wie folgt:
- Die Ersparnis einer Prime-Bestellung kann maximal 3 Euro betragen. Schließlich kann jeder Kunde beim Prime-Händler bestellen. Der Non-Prime-Kunde muss dann allerdings die Versandkosten in Höhe von 3 Euro bezahlen. Der Prime-Kunde nicht. Dies erklärt, weshalb die "Prime-Ersparnis" nicht höher als 3 Euro ausfallen kann.
- Produkte, die mit Prime-Option verfügbar sind, liefert Amazon ab einem Warenwert von 29 Euro Amazon generell versandkostenfrei. Auch an Non-Prime-Kudnen. Das heißt, dass Prime-Kunden bei diesen Produkten keinen Versandkostenvorteil genießen. Dies erklärt, weshalb an manchen Produkten ein "-" steht, obwohl man auf den ersten Blick einen Kostenvorteil für Prime-Kunden erwarten könnte.
Noch einmal kurz zusammengefasst: Der Versandkostenvorteil eines Prime-Kunden kann höchsten 3 Euro betragen. Ab 29 Euro Warenwert gibt es keinen Versankostenvorteil für Prime-Kunden.
Vielen Dank im übrigen für Ihre Nachfrage!
Am: 13.05.2016
Zu: Die Prime-Lüge: Warum Amazon-Kunden immer draufzahlen ...
dann sind die Tabellen aber stark irreführend. Wenn die Nicht-Prime-Spalte nur den Nicht-Prime-Händler anzeigen soll, obwohl es gar keinen Sinn macht, dort einzukaufen, dann sollten Sie die Spaltenbeschriftung ändern. Sinnvoller ist es aber dort anzugeben, was der Nicht-Prime-Kunde bezahlen muss (so haben wir Leser die Spalte verstanden. Das bedeutet im Technisat-Bsp. also auch in der Nicht-Prime-Spalte: 97,97. Strich bedeutet somit NULL? Die Differenz zwischen Prime- und Nicht-Prime-Spalte ergibt dann stets den "Vorteil".
Am: 13.05.2016
Zu: Die Prime-Lüge: Warum Amazon-Kunden immer draufzahlen ...
"Wenn der Prime-Kunde für den Technisat-Fernseher (?) 97,97 zahlt der Nicht-Prime-Kunde hingegen 108,50 Euro zahlen muss, scheint auch mir der Vorteil bei über 10 Euro beim Prime-Kunden zu liegen."
An dem Beispiel kann man es gut durchspielen:
- Der günstigster Anbieter ohne Prime-Option bietet den Fernseher für 108,50 Euro an.
- Der günstigster Anbieter mit Prime-Option bietet den Fernseher für 97,97 Euro an.
- Bei Produkten ab 29 Euro werden keine Versandkosten fällig.
=> Der Prime- und der Non-Prime-Kunde können den Fernseher beim gleichen Händler bestellen und bezahlen jeweils 97,97 Euro inkl. Versand.
= Es gibt keinen Kostenvorteil für den Prime-Kunden
Anders verhält es sich dagegen bei der Brita-Filterkartusche
- Der günstigster Anbieter ohne Prime-Option bietet sie für 28,90 Euro an.
- Der günstigster Anbieter mit Prime-Option bietet sie für 24,99 Euro an.
- Bei Produkten unter 29 Euro muss der Non-Prime-Kunde drei Euro Versandkosten bezahlen.
=> Der Prime-Kunde bestellt die Kartusche beim Prime-Händler und bezahlt 24,99 Euro. Der Non-Prime-Kunde kauft sie ebenfalls beim gleichen Händler und bezahlt inkl. Versand 27,99 Euro.
= Der Kostenvorteil für den Prime-Kunden beträgt 3 Euro.
Drittes Beispiel Hansgrohe Croma 100 Vario Handbrause:
- Der günstigster Anbieter ohne Prime-Option bietet sie für 21,50 Euro an.
- Der günstigster Anbieter mit Prime-Option bietet sie für 19,23 Euro .
- Der Non-Prime-Kunde muss 3 Euro Versandkosten zahlen (Warenwert unter 29 Euro).
=> Der Prime-Kunde bestellt die Brause beim Prime-Händler und bezahlt 19,23 Euro. Der Non-Prime-Kunde würde bei diesem Händler 22,23 Euro bezahlen. Er kauft daher beim Non-Prime-Händler für 21,50 Euro inkl. Versand.
= Der Kostenvorteil für den Prime-Kunden beträgt 2,27 Euro.
Am: 13.05.2016
Zu: Die Prime-Lüge: Warum Amazon-Kunden immer draufzahlen ...
"Wenn der Prime-Kunde für den Technisat-Fernseher (?) 97,97 zahlt der Nicht-Prime-Kunde hingegen 108,50 Euro zahlen muss, scheint auch mir der Vorteil bei über 10 Euro beim Prime-Kunden zu liegen."
An dem Beispiel kann man es gut durchspielen:
- Der günstigster Anbieter ohne Prime-Option bietet den Fernseher für 108,50 Euro an.
- Der günstigster Anbieter mit Prime-Option bietet den Fernseher für 97,97 Euro an.
- Bei Produkten ab 29 Euro werden keine Versandkosten fällig.
=> Der Prime- und der Non-Prime-Kunde können den Fernseher beim gleichen Händler bestellen und bezahlen jeweils 97,97 Euro inkl. Versand.
= Es gibt keinen Kostenvorteil für den Prime-Kunden
Anders verhält es sich dagegen bei der Brita-Filterkartusche
- Der günstigster Anbieter ohne Prime-Option bietet sie für 28,90 Euro an.
- Der günstigster Anbieter mit Prime-Option bietet sie für 24,99 Euro an.
- Bei Produkten unter 29 Euro muss der Non-Prime-Kunde drei Euro Versandkosten bezahlen.
=> Der Prime-Kunde bestellt die Kartusche beim Prime-Händler und bezahlt 24,99 Euro. Der Non-Prime-Kunde kauft sie ebenfalls beim gleichen Händler und bezahlt inkl. Versand 27,99 Euro.
= Der Kostenvorteil für den Prime-Kunden beträgt 3 Euro.
Drittes Beispiel Hansgrohe Croma 100 Vario Handbrause:
- Der günstigster Anbieter ohne Prime-Option bietet sie für 21,50 Euro an.
- Der günstigster Anbieter mit Prime-Option bietet sie für 19,23 Euro .
- Der Non-Prime-Kunde muss 3 Euro Versandkosten zahlen (Warenwert unter 29 Euro).
=> Der Prime-Kunde bestellt die Brause beim Prime-Händler und bezahlt 19,23 Euro. Der Non-Prime-Kunde würde bei diesem Händler 22,23 Euro bezahlen. Er kauft daher beim Non-Prime-Händler für 21,50 Euro inkl. Versand.
= Der Kostenvorteil für den Prime-Kunden beträgt 2,27 Euro.
Am: 13.05.2016
Zu: Die Prime-Lüge: Warum Amazon-Kunden immer draufzahlen ...
Zu: Die Prime-Lüge: Warum Amazon-Kunden immer draufzahlen ...
Zu: Die Prime-Lüge: Warum Amazon-Kunden immer draufzahlen ...
Zu: Die Prime-Lüge: Warum Amazon-Kunden immer draufzahlen ...
Zu: Die Prime-Lüge: Warum Amazon-Kunden immer draufzahlen ...
Zu: Die Prime-Lüge: Warum Amazon-Kunden immer draufzahlen ...
Am: 14.05.2016
Zu: Die Prime-Lüge: Warum Amazon-Kunden immer draufzahlen ...
Amazon hat geschickt so attraktive Services gefunden, dass die Kunden bereit sind, einen Aufpreis für die Artikel zu zahlen. Nach so einer Lösung suchen andere Händler händeringend.

