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Warum der Agentur-Markt an seine Wachstumsgrenze stößt
09.05.2017 Eine detaillierte iBusiness-Sonderauswertung der Datenbasis zum Internetagentur-Ranking zeigt, woher die Umsätze aus dem deutschen Agentur-Markt stammen, wo investiert wird, brachliegendes Potenzial vorhanden ist und was den Agenturen Sorgen bereitet.
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Mit einem Umsatzanteil von mittlerweile 17 Prozent wächst der Bereich Business-Transformation am stärksten. 2015 betrug dieser erst elf Prozent. Diese Erkenntnis deckt sich mit den Befragungen zum Frühjahrs-Wirtschaftsklima 2017: Dort kristallisierte sich heraus, dass der Beratungsbedarf bei der digitalen Transformation die Umsätze der Agenturen steigen lässt. Mit Strategie/Beratung und digitale Geschäftsprozesse hat sich für Agenturen in den vergangenen drei Jahren ein neuer Markt geöffnet. Die Folge für die Dienstleisterlandschaft: Digitale Geschäftsprozesse und internetgetriebene Transformation werden in den kommenden Jahren zum wichtigsten Geschäftsfeld für Interaktivagenturen. Sie werden das operative Webgeschäft als Hauptumsatzlieferant ablösen.
In etwa ähnlichem Verhältnis verteilt sich die Anzahl der Mitarbeiter. 27 Prozent aller Beschäftigten der größten deutschen Digitalagenturen sind in dem Tätigkeitsbereich Technische Umsetzung/Backend angestellt. Weitere tragende Tätigkeitsbereiche für die gesamte Branche sind die Bereiche Beratung/Produktmanagement, in denen ein Viertel aller fest Angestellten ihren Wirkungskreis haben. Weitere 13 Prozent des Interaktiv-Personals ist im Bereich kreative Umsetzung eingebunden. Neun Prozent der Interaktiven verantworten den Bereich Grafik/Design und jeweils acht Prozent sind mit inhaltlichen Umsetzungen sowie Administration/Verwaltung beschäftigt. Weitere sieben Prozent kümmern sich um Usability und Konzeption beziehungsweise Qualitätsmanagement.
Ausgewertet wurde zum vierten Mal in Folge der Anteil von Frauen, die in der digitalen Wirtschaft beschäftigt sind. Insgesamt liegt die Frauenquote bei den Full-Service-Internetagenturen nach wie vor bei knapp 40 Prozent.
Zielplattform mit der größten Bedeutung für das Agentur-Auftragsgeschäft bleibt weiterhin das Internet. Gut sechs von zehn Umsatzeuro (62 Prozent) der Interaktiven werden übers Web eingefahren. Mit einem deutlichen Abstand folgt hinter dem Internet der Einfluss mobiler Plattformen, über die immerhin ein Viertel der Agenturumsätze erzielt werden. Auch das deckt sich mit den Ergebnissen des aktuellen Wirtschaftsklimas: Demnach haben die Umsatzhoffnungen im Marktsegment Mobile wieder massiv angezogen. Zwar ist der App-Boom abgeflaut, aber jetzt steht die Mobilisierung von Geschäftsmodellen an. Auch mobil befeuert also der Digitaltransformations-Boom das Geschäft. Und Google belohnt und pusht Aufträge für Responsive Design.
Digitale Transformation & Personal: Diese Themen beherrschen den Agentur-Markt
Bei der Abfrage verschiedener Thesen zum Markt der digitalen Wirtschaft findet die höchste Zustimmung - wie bereits im Vorjahr- die These "Digitale Transformation ist Kernthema der Agenturen für die nächsten Jahre." Die Digitalisierung der deutschen Wirtschaft treibt aktuell die gesamte Interaktivbranche um. Was für den Verbraucher längst Alltag ist, beginnt sich nun in immer mehr Unternehmen durchzusetzen. Vernetzung, Crosschannel, digitale Kommunikation: Das heißt, Unternehmen müssen ihre (stark wachsenden) Onlinegeschäftsfelder mit ihren klassischen Geschäftsfeldern vermählen, um in Zukunft wettbewerbsfähig zu sein. Und so beginnen immer mehr deutsche Firmen in ihre digitale Transformation zu investieren. Vor allem die großen und mittelgroßen Agenturen haben in diesem Feld ihre Kompetenzen bereits gestärkt und begonnen, Kunden und Aufträge an Land ziehen.
Überall in der deutschen Wirtschaft fehlt es an Digital-Experten, der Weiterbildungsbedarf läuft aus dem Ruder. Seit Jahren davon betroffen sind die Interaktivagenturen. Daher ist wenig verwunderlich, dass die These "Größte Herausforderung ist fachlich geeignetes Personal zu finden", die zweitstärkste Befürwortung findet. Denn der Fachkräftemangel in der Internetwirtschaft wird nicht besser, sondern strukturell schlimmer:
- Der Digitalanteil in den Unternehmen steigt - immer mehr Arbeitnehmer brauchen Internet-Fähigkeiten.
- Die Dienstleisterszene, die digital Hochgebildete benötigt, wächst, weil PR-Agenturen und Berater, Systemhäuser und Werbeagenturen in das Geschäft um digitale Transformation und Internet-Kommunikation einsteigen.
- Der Anteil der Berufseinsteiger wächst, die sich selbstständig machen, statt sich einstellen zu lassen.
- Die Zahl der Berufseinsteiger sinkt demografisch.
- Die digitalen Herausforderungen wachsen, wodurch die Anforderungen an digital beschäftigte Arbeitnehmer steigen.
Proportional zum Umsatz soll die Mitarbeiterzahl wachsen
Geht es nach den Prognosen der meisten Agenturen, wird es in dem kommenden Monaten mit dem Branchen-Umsatz weiter Richtung Wachstum gehen: So zeigen sich die Dienstleister bei der Einschätzung zur Entwicklung ihres Umsatzes im angebrochenen Geschäftsjahr 2017 sehr optimistisch.
Ebenfalls wachsen soll die Zahl der Mitarbeiter. Drei von vier Agenturen gehen davon aus, dass die Zahl der Mitarbeiter steigen wird. 15.858 fest angestellte Mitarbeiter beschäftigen die deutschen Top-Agenturen aktuell; ein Anstieg von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Branche stellt also ein. Damit wächst die Mitarbeiterzahl in den Agenturen leider bisher nicht proportional zum Umsatz, sondern liegt darunter.
Mit 87 Prozent machen Aufträge aus der Wirtschaft den Mammutanteil an den Honorarumsätzen der Agenturen aus. Weitere neun Prozent der Aufträge stammen von öffentlichen Auftraggebern. Kaum relevant sind Auftraggeber von verbundenen Unternehmen. Sie machen zwei Prozent des Gesamtumsatzes aus.
Mit 14,2 Prozent Anteil am Branchen-Umsatz machen Aufträge aus dem 'Handel und Versand' den höchsten Anteil im deutschen Agentur-Markt aus. Auf Aufträge aus dem Kraftfahrzeugmarkt entfallen 6,8 Prozent (Vorjahr: 5,5 Prozent kurz vor Medien-Projekten, die mit 6,7 Prozent Anteil am Umsatz zu Buche schlagen.
