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Mangelnde Entschlossenheit in Chefetagen bedroht digitale Transformation in Großunternehmen

03.03.2016 Digitale Transformation beschäftigt mittlerweile jede Branche. Doch die Tragweite für das eigene Kerngeschäft und konkrete Herausforderungen des Themas werden in deutschen Unternehmen nicht ausreichend erkannt. Gleichzeitig scheitern Digitalisierungsvorhaben an Management- und Umsetzungsfehlern. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Befragung von Führungskräften und Vorständen unter den rund 2.000 Großunternehmen in Deutschland.

 (Bild: TUB)
Bild: TUB
Immerhin jedes vierte befragte Großunternehmen gibt an, dass der Stellenwert der Digitalen Transformation in den vergangenen 12 Monaten "deutlich gestiegen ist". Ein weiteres Drittel stellt einen "gestiegenen Stellenwert" fest. Doch obwohl damit 60 Prozent der Firmen die wachsende Bedeutung sehen, nennen gerade einmal 35 Prozent die Digitale Transformation als eines ihrer drei Top-Themen und nur ganze sechs Prozent als das wichtigste Thema im Unternehmen.

Weniger als die Hälfte der Unternehmensleitungen steuert die Digitalisierung

In nicht einmal der Hälfte der Unternehmen (48 Prozent) ist die Umsetzung der Digitalen Transformation durch Mitglieder des Vorstands oder der Geschäftsführung gesteuert. In fast drei Viertel der Unternehmen (76 Prozent) ist allerdings entweder die hauseigene Unternehmensentwicklung oder die IT-Abteilung mit der Digitalisierung beauftragt. Die Probleme zeigt auch die iBusiness-Analyse Digital Leader: So finden Sie den Anführer Ihrer digitalen Transformation.

Die Untersuchung zeigt, was die größten Hemmnisse in den Unternehmen bei der Digitalen Transformation sind. Mit deutlichem Abstand und 65 Prozent Nennung steht an erster Stelle "die Verteidigung bestehender Strukturen" in den Unternehmen. Je größer die befragten Firmen sind, desto häufiger wird dieser Aspekt angeführt. Als weitere Hürden werden "fehlende Zeit" (54 Prozent) sowie "fehlende Erfahrung" (52 Prozent) genannt. Gut 40 Prozent sagen überdies, dass "notwendige weitreichende und radikale Entscheidungen von den Führungskräften gescheut werden" oder man "zu festgefahren" sei.

Zuwachs an Arbeitsplätzen durch Digitale Transformation

Fast jede in der Studie befragte Firma (92 Prozent) geht davon aus, dass sich durch die Digitale Transformation die Anforderungsprofile der Arbeitsplätze und auch Arbeitsweisen im Unternehmen verändern werden. Insgesamt glauben aber nur 18 Prozent, dass dies im Saldo zum Abbau von Arbeitsplätzen führen wird; 23 Prozent erwarten vielmehr einen Zuwachs an Arbeitsplätzen und 59 Prozent rechnen zumindest mit konstanten Beschäftigtenzahlen. Allerdings: Je besser sich Unternehmen auf die Digitale Transformation vorbereitet sehen, desto stärker ist ihr Optimismus, dass es zur Schaffung neuer Arbeitsplätze kommt. Und umgekehrt erwarten diejenigen Unternehmen sogar mehrheitlich einen Abbau von Arbeitsplätzen, die sich gegenwärtig nicht befriedigend auf die Digitale Transformation eingestellt sehen.

Um die Herausforderung der Digitalen Transformation zu meistern, arbeitet bereits fast jedes dritte Unternehmen (31 Prozent) mit Startups zusammen. Die am häufigsten damit verbundenen Ziele sind ein verbesserter Zugang zu neuen Technologien (87 Prozent) sowie schnellere und vermehrte Innovationen
(85 Prozent). Nur knapp dahinter werden das Lernen von Startup-Methoden genannt (81 Prozent) sowie die schnellere Umsetzung von Piloten durch die Zusammenarbeit mit den Startups (71 Prozent).

Auf Grundlage eines durch den Berater Etventure   gefertigten Fragenkatalogs wurde durch die GfK Nürnberg eine telefonische Befragung unter den 2.000 Großunternehmen in Deutschland mit einem Mindestumsatz von jährlich 250 Mio. Euro in der Zeit vom 11.01.2016 bis 29.01.2016 durchgeführt. Befragt wurden Führungskräfte, die mit dem Thema der Digitalisierung in den jeweiligen Unternehmen befasst sind.
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