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SEO Trends 2022: Der Nutzer ist der neue Link, sein Wille das Keyword
01.06.2021 Mehr KI, mehr E-Commerce, Usability statt Keywords - Google macht alles, um den Nutzer in den Mittelpunkt zu stellen und ein eigenes Ökosystem zu sein. Gut ist das für Agenturen und kleinere Marken.
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Dennoch ist nicht alles beim Alten in der Suchmaschinenoptimierung - und damit sind nicht nur Updates am Algorithmus und die Verschärfung der konsequenten Kundenzentrierung gemeint, die Google vorantreibt. Wenn man etwa ein mächtiges Hilfswerkzeug wie den Blog als SEO-Tool einsetzt, ging es vielleicht früher einmal darum, dort Links zu platzieren, "heute dagegen ist SEO nicht mehr alleine nur die Generierung von Traffic, es lässt sich nicht mehr an der Conversion vorbeidenken", sagt Klaus Eck , PR- und SMS Experte, mit Expertise für Content-Strategien (siehe auch die IBusiness-Analyse zum Thema Corporate-Blogging).
Es rankt, was nutzerfreundlich ist, was eine gute User Experience ausmacht - das ist nicht neu, sondern seit Jahren verfolgte Politik des Suchmaschinenkonzerns, neu ist, dass Google weiche Faktoren wie Usability oder Relevanz nun zunehmend in harten Währungen misst. Der Kriterienkatalog der 'Core Web Vitals' priorisiert UX-basierte Rankingfaktoren, wie etwa
- Verweildauer,
- Ladezeit,
- Ladezeit bis zur fehlerfreien Darstellung des größten Elementes,
- Ladezeit bis zur Interagierfähigkeit einer Seite,
- Stabilität der Darstellung (springt der Text beim Nachladen von Ads und Bildern).
Verschärfend kommt noch hinzu, dass sich die Anforderungen an eine Seite, die in den Core Web Vitals festgeschrieben sind, auf kleineren Seiten mit klarer Verzeichnisstruktur viel leichter und schneller implementieren lassen als auf Dickschiffen wie der großen News-Verlagsseite: "Hat man es mit einem Publisher mit hoher Verzeichnistiefe und eigenem CMS zu tun, dann steigt der Aufwand ehe man sich versieht in Relaunch-Sphären", sagt Jan Pötzscher, Digital-Marketing-Experte und Head of Account Management bei Semcona .
Die große Strategie, Googles Endgame hinter den Updates und Ranking-Kriterien ist das gleiche wie das der großen Internetkonzerne, die einen ähnlichen oder noch rigoroseren Lock-In-Kosmos aufgebaut haben als Google: Der Nutzer darf nicht abspringen, soll dableiben, wo er ist. Im jeweiligen Ökosystem (wie die GAFA-Konzerne das zu erreichen versuchen, geht aus der iBusiness-Analyse zur Subscription-Ökonomie hervor).
Vor diesem Hintergrund spielen sich vier SEO-Mega-Trends ab, die 2021/2022 das Geschäft bestimmen werden.
Trend: Verweildauer von Amazon zurückerobern: Der ECommerce-Fokus
Ob das reicht, um Amazon-Kunden und deren online verbrachte Zeit zu stehlen, ist schwer zu sagen - Google hat bereits einiges unternommen, um Nutzer zu animieren, dass sie Flugsuchen und -buchungen direkt über Google abwickeln. Aber die großen Erfolgsmeldungen und Berichte über Traffic-Einbrüche bei Reiseseiten sucht man vergebens. Doch in Google Travel verfolgt der Konzern weiterhin ein entsprechendes Projekt, das genau das ändern soll - wenn das Portal zuletzt eher dadurch Schlagzeilen machte, dass die Konkurrenz aus der Tourismusbranche bessere Infos zur Covid-19-Lage an den Zielorten bietet.
Trend: Verweildauer mit KI steigern: Den Nutzer verstehen
Zu begreifen, wie Menschen so funktionieren, war noch die größte Stärke des Daten- und Algorithmenexperten. Daher nutzt Google verstärkt Künstliche Intelligenz, um zu begreifen, wie gut ausgespielte Inhalte und die ihnen vorausgegangenen Suchanfragen zusammenpassen. Einen ähnlichen Pfad beschreitet Google bei der Sprachsuche: "Das Bert-Update hat das Natural Language Processing vorangetrieben - sowohl auf stationären als auch mobilen Geräten, will Google Nutzer besser verstehen, die mit Sprache suchen", sagt Jan Pötzscher: "Komplexe Sätze und das, was andere Nutzer vorher gesucht werden, spielen hier eine zunehmend größere Rolle - damit geht die laufende Abkehr vom Keyword weiter."KI und Sprachsuche gehen dabei ebenfalls Hand in Hand auf der Jagd nach dem großen Ziel der maximalen Verweildauer: Egal, wie der Nutzer sucht - Google will ihn verstehen und innerhalb der Grenzen seiner Seite zufriedenstellen. Der Rest des Internets ist ein hilfreicher Zulieferer von Daten - aber dorthin verirren muss sich der Nutzer eigentlich nicht. Das ist auch das Ziel der immer wichtiger werdenden Nuller-Position.
Trend: Verweildauer- (und Branding-) Turbo 'Position Null'
Wachsende Bedeutung erhält bei Google die Position Null: Eine Textpassage noch oberhalb des ersten organischen Ergebnisses, die oftmals schon die Frage des Nutzers hinlänglich beurteilt. Das beginnt damit, dass man nicht mehr auf Links klicken muss, um Hauptstädte, Wetter, Ergebnisse von Währungsumrechnungen oder durchschnittliche Niederschlagsmengen in Regionen zu erfahren: Das alles steht in der Regel als lexikalische Info ganz oben über dem ersten Link. Diese Position Null und ihre Bedeutung weitet Google aus und beantwortet hier immer komplexere Anfragen. Das Ziel ist hier wieder das gleiche: Der Nutzer soll bei Google bleiben und gar nicht erst woandershin klicken müssen. Der Nebeneffekt für Marken ist indes auch nicht zu verachten: Denn Google verlinkt auf die Quelle der Informationen in der Null-Position. In der Sprachsuche via Assistent ist der Branding-Effekt noch stärker, denn hier stellt die Position Null die per Sprachausgabe von Google vorgelesene Antwort - inklusive vorgelesener Quellenangabe (Im Stil von "Laut Webseite XY handelt es sich um...")."Wenn man dort auftaucht, hat das wenig mit Traffic zu tun, aber viel mit Image und Marke - es wird SEOs künftig verstärkt umtreiben", sagt Jan Poetzscher.
Der Weg auf die Null-Position führt über das Nutzerverständnis: Wonach fragt er? Wie fragt er danach und wie sieht die Antwort aus, die er sich wünscht - wäre ein Video die beste Form oder eine Tabelle? Außerdem gelten die Regeln, die SEOs von den Featured Snippets kennen - knackige Antworten unterhalb der 50-Worte-Marke etwa.
