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Smart Home: Wie die Heizung zum Zielmarkt für Agenturen wird

von Verena Gründel-Sauer

18.03.2013 Die intelligente Hausautomation entwächst der Nische und birgt immer mehr Potenzial für Agenturen und Dienstleister. Geschäftsfeld Ambient Intelligence: Fünf Hürden können Interaktivunternehmen überwinden helfen, damit Smart Home ein Erfolg am Massenmarkt wird.

Energiewirtschaft, Baubranche, Altenpflege - bislang keine besonders spannenden Themen für Interaktive. Das ändert sich nun. Denn dank dem Trend "intelligente Hausautomation", Smart Home, werden die drei Branchen digital und bieten neues Geschäftspotenzial für App-Entwickler und Agenturen, Softwareschmieden und Systemintegratoren. Vermieter, Bauherren, Stromanbieter, Krankenkassen und Seniorenheime werden die neuen Kunden von morgen.

Eine Interaktivspritze hat die Smart-Home-Branche dringend notwendig, der Durchbruch will ihr allein nicht so recht gelingen. Damit der Erfolg am Massenmarkt eintritt, sind noch einige Hürden zu meistern.

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Die Attraktivität von Smart Home - Kundeneinschätzungen (n=500)
(chart: Capgemini Consulting)
Mit gut 40 Millionen Haushalten in Deutschland bietet der Markt durchaus großes Potenzial. Auch das Kundeninteresse ist da: Laut der Studie Smart Home - Zukunftschancen verschiedener Industrien zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser von Capgemini Consulting finden rund 66 Prozent der Befragten Ambient-Intelligence-Angebote für zuhause attraktiv. Darunter seien vor allem jüngere Personen in Mehrpersonenhaushalten mit einem höheren Haushaltsnettoeinkommen und Bildungsgrad. Rund 84 Prozent von ihnen seien bereit, für Smart Home zu zahlen. Eine attraktive Zielgruppe.

Die Forsa-Umfrage DFH Trendbarometer 2012 zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: 57 Prozent der Deutschen hielten die Integration innovativer Hausautomation bei einem Hausbau für wichtig. Gut die Hälfte der Befragten, die in Kürze ein Haus bauen möchten, sei bereit, für mehr Sicherheit, Komfort und eine höhere Energieeffizienz zwischen 4.000 und 8.000 Euro in intelligente Haustechnik zu investieren. Das bedeutet nicht nur viel Potenzial für die großen Player in dem Markt. Sondern auch für kleinere Unternehmen. Start-ups wie Tado zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser aus München, die eine Geolocation-App zum Steuern der Heizung anbieten, oder Codeatelier zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser , die mit Homee zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser eine App entwickelt haben, die Haushaltsgeräte verschiedener Standards steuern kann, versuchen derzeit auf den anrollenden Zug aufzuspringen.

Unter anderem für folgende Unternehmen ist der Ambient-Intelligence-Markt interessant:
Unternehmen Potenzielle Produkte
App-Entwickler Energiesteuerungs-Apps fürs Smartphone
Softwareentwickler Managementsoftware für Haushaltsgeräte
Webentwickler Entwicklung der Online-Management-Plattformen für die Hausautomation
Anbieter von IT-Sicherheitstechnik Sicherheitssoftware für sämtliche Smart-Home-Techniken
Cloud-Service-Anbieter Cloud-Services für das Verarbeiten und Speichern der anfallenden Daten bei Energiemanagementsystemen
Hardware-Hersteller Sensoren und Chips für die Mensch-Maschine- und Maschine-Maschine-Kommunikation im Haus
Spiele-Hersteller Gehirnjogging-Spiele für Senioren-Tablet-PCs
Digital-Marketing-Berater Vermarktungsstrategien für Smart-Home-Konzepte

Trotz der guten Omen ist das bisherige Marktvolumen für einen Endkundenmarkt überschaubar. Laut der Smart Home Initiative Deutschland zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser betrug es 2011 zwei Milliarden Euro. Das bedeutet, im Durchschnitt gibt jeder Haushalt 50 Euro für intelligente Haustechnik aus. Im Vergleich dazu hat 2012 jeder deutsche Haushalt rund 200 Euro für Smartphones ausgegeben. Laut einer Studie des Institute for European Energy Market Research zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser (IEER) liegt das unter anderem an noch nicht vorhandenen Kommunikations- und Schnittstellenstandards. Aber auch die zu hohen Preise sind zurzeit noch ein Problem.

Konkret gibt es fünf Barrieren, die der Markt noch durchbrechen muss, um Smart Home in ein Erfolgskonzept zu verwandeln:

1. Es fehlen Standards

Bisher kochen die meisten Hersteller bezüglich Kommunikationsschnittstellen ihr eigenes Süppchen und die vielen Geräte und Sensoren in einem Smart-Home-System sprechen unterschiedliche Sprachen. Das heißt, die Kaffeemaschine von Hersteller A versteht sich nicht mit der vernetzten Steckdose von Hersteller B. "Wenn Sie ein Gateway für 14 verschiedene Schnittstellen brauchen, um 14 Geräte damit zu vernetzen, wird das wesentlich teurer, als wenn alles über einen Kommunikationsstandard läuft", gibt Frank Schwammberger'Frank Schwammberger' in Expertenprofilen nachschlagen , Leiter Smart Meter Innovation auf globaler Ebene bei IBM zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser , zu bedenken.

Frank Schwammberger, IBM (Bild: Frank Schwammberger, IBM)
Bild: Frank Schwammberger, IBM
Frank Schwammberger, IBM

Das Fehlen von standardisierten Schnittstellen und Kommunikationsstandards macht Ambient Living nicht nur teurer, sondern verunsichert außerdem den Kunden. Welche neuen Geräte passen zu meiner Managementsoftware? Wie viel kostet es zusätzlich, sie passend zu machen? Diese Fragen bleiben für ihn unbeantwortet. Außerdem bleibt unklar, ob sein System zukunftssfähig ist und er auch in fünfzehn Jahren überhaupt noch neue Geräte an das Netz anschließen kann. Schließlich sind zehn Jahre im Wohnungsbau keine Zeit, im Bereich IT und Unterhaltungselektronik aber eine halbe Ewigkeit.

Um Standards herbeizuführen, müssen sich die Player des Marktes zusammentun und die Schnittstellen zwischen Software, Hardware und Sensorik aufeinander abstimmen. Bisher sehen viele nur ihren eigenen Vorteil: Der exklusive Schnittstellenstandard bindet den Kunden an sie. "Deshalb gibt es in der Industrie eine starke Lobby gegen einheitliche Standards", sagt der IBM-Energieexperte. Erschwert wird die Einigung, weil zurzeit fünf Branchen um die Vorreiterschaft am Smart-Home-Markt buhlen:

Roland Kaldich, IEER (Bild: Roland Kaldich, IEER)
Bild: Roland Kaldich, IEER
Roland Kaldich, IEER

  1. Telekommunikationsanbieter
  2. Energie- und Versorgungsunternehmen
  3. Anbieter von Gebäudetechnik
  4. Hersteller von Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräten
  5. IT Hard- und Software-Unternehmen
Da die Rollen dieser Akteure nicht klar verteilt sind und sie unterschiedlichen Interessen folgen, ist keine Einigung in Sicht. Die ist aber dringend notwendig, um den Markt voranzutreiben.

Mögliche Lösung:
Die Hersteller und Marktakteure bilden eine Allianz, um einfache, günstige und zukunftsfähige Standards für die Mensch-Maschine- und Maschine-Maschine-Kommunikation zu etablieren. Roland Kaldich'Roland Kaldich' in Expertenprofilen nachschlagen , Projektverantwortlicher für die IEER-Studie, sieht die technologische Zukunft unter anderem in einer standardisierten Kommunikation über IPv6 und Wifi. Damit könnten Aktoren, Sensoren und Steuereinheiten herstellerunabhängig Mess- und Steuerinformation austauschen und interagieren. "Wichtig ist auch die Plug-and-Play-Fähigkeit der Komponenten."

Was Interaktive tun können:
In den Prozess, Standards zu definieren, einsteigen. Dazu lohnt es sich, sich mit anderen Smart-Home-Anbietern aus der Interaktivbranche zusammenzutun, um die Interessen gemeinsam zu vertreten. Vor allem innovative, kreative und flexible Unternehmen wie Interaktivagenturen können den Prozess vorantreiben und mit ihrem IT-Knowhow einfache Lösungen finden.

2. Gewollte Kundenbindung behindert den Markt

Einige Marktakteure versuchen, den Kunden über geschlossene Systeme an sich - und nur an sich - zu binden. Ein Beispiel sind die Smart-Home-Komponenten von RWE, die sich nicht mit Produkten anderer Hersteller vertragen. In den AGBs zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser steht: "Die Smart-Home-Geräte und -Apps können nur in Zusammenhang mit der RWE-Smart-Home-Zentrale und der Smart-Home-Software genutzt werden und kommunizieren über eine verschlüsselte Funkverbindung." Das klingt nicht nach Kommunikationsbereitschaft. Andere Anbieter setzen auf eine vertragliche Bindung. Zum Beispiel werden Smart-Home-Lösungen häufig mit Energielieferverträgen angeboten, die laut IEER längere Laufzeiten als normalerweise haben.

Mögliche Lösung:
Die Hersteller stellen das Brancheninteresse vor das eigene und etablieren offene Standards. Im Energiebereich können Webportale à la Amazon zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser Kunden unabhängig machen von Verträgen und anderen Kundenbindungsmaßnahmen. Roland Kaldich ist davon überzeugt, dass sich solche unabhängigen Plattformen oder Portale, im Gegensatz zu Knebelverträgen, langfristig durchsetzen - unter anderem im Bereich Energiemanagement. "Ich gehe davon aus, dass es zu einer weitgehend kompletten Abkoppelung der heutigen Energieversorger vom Endkunden in der Kundenbeziehung kommen wird." Plattformen wie Amazon oder Google zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser werden sich seiner Meinung nach dazwischen schieben und sämtliche Produkte, Dienstleistungen und Lösungen rund um die Energieversorgung anbieten. "Wie die Buchhändler und Katalogversender den Onlinetrend vor einigen Jahren verschlafen haben und dann von Amazon überrascht wurden, verschlafen im Moment die Energieversorger diesen Trend." Der größte Vorteil solcher Plattformen: Sie fachen den Wettbewerb an und die Preise fallen.

Was Interaktive tun können:
Mit gutem Beispiel vorangehen und eigene Lösungen als offene Systeme anbieten. Der Kunde wird das würdigen und andere Unternehmen werden gezwungen sein, nachzuziehen.

3. Smart Home ist zu teuer

Noch sind die Preise für Smart-Home-Lösungen zu hoch. Aus dem Grund lohnt sich Smart Home heute in den meisten Fällen nicht einmal aus Stromersparnisgründen. Auch wenn vor allem Anbieter von Energiemanagement-Lösungen dieses Argument immer wieder nennen, sieht die Praxis laut Frank Schwammberger anders aus: "In den vergangenen zehn Jahren hat sich nicht viel daran geändert, dass die Technik zu teuer und der Nutzen zu gering ist." Der Betrag, den man in die Energiesteuerung stecke, ließe sich erst nach vielen Jahren wieder herausholen.

Dennoch glaubt er nicht, dass Smart Home als Spielzeug für die finanzstarke Oberschicht enden wird. "Die Technik muss billiger werden, schließlich sollen zum Beispiel bis 2020 alle Haushalte intelligente Stromzähler haben." Diese Smart Meter müssen bis dahin gegen die alten ausgetauscht werden, besagt das Energiewirtschaftsgesetz zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser (EnWG).

Roland Kaldich weist darauf hin, dass sich heutzutage Menschen jeder Einkommensschicht regelmäßig neue Smartphones leisten können. Es müsse nur, wie bei iPhone und Co., der Bedarf geweckt werden. "Wenn es erst trendy ist, im Café gegenüber mit dem Tablet das Licht zu steuern und dies von der Straße aus zu beobachten, werden Menschen aus allen Einkommensschichten in diese Technik investieren."

Mögliche Lösung:
Standardisierung und offene Systeme werden die Preise fallen lassen. Die Produkte werden vergleich- und austauschbar, was den Wettbewerb anfacht. Mit steigenden Verkaufszahlen werden die Preise weiter sinken.

Was Interaktive tun können:
Standards und offene Systeme etablieren, ihre Produkte aber nicht unter Wert verkaufen. Die richtige Kommunikation ist gefragt: Glaubt ein Kunde, mit einer Heizungssteuerungs-App hunderte von Euro im Jahr zu sparen, und wird dann enttäuscht, ist er als Smart-Home-Kunde verloren.

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Die Einschätzung von Experten und Kunden bezüglich der Notwendigkeit eines Integrators
(chart: Capgemini Consulting)

4. Der Kunde will alles aus einer Hand

Bisher werden viele Kundenwünsche nur durch eine Kombination mehrerer Insellösungen abgedeckt. Für den Kunden bedeutet das einen erheblichen Aufwand, wenn er sich eine komplette Smart-Home-Lösung anschaffen möchte. Deshalb wünschen sich laut der Capgemini-Studie 83 Prozent der Haushalte einen Smart-Home-Anbieter, bei dem sie alles aus einer Hand beziehen können. Auch 64 Prozent der in dieser Studie befragten Experten halten einen Integrator für notwendig.

"Schlussendlich umsetzen muss das Smart Home das Handwerk", sagt Siegfried Pongratz'Siegfried Pongratz' in Expertenprofilen nachschlagen , Verantwortlicher des Bereichs Zentrale Koordination Heimvernetzung und Ambiente Systeme im VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser in einem Interview mit dem Portal Energie & Technik zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser Doch hier fehle es noch sehr stark an Wissen.

Mögliche Lösungen:
Systemintegratoren werden zu Smart-Home-Spezialisten ausgebildet und bieten die Lösungen aus einer Hand an. Sie kooperieren mit den Anbietern, stellen Komplettlösungen mit Produkten der verschiedenen Hersteller zusammen - und der Endkunde braucht sich um nichts kümmern. Außerdem implementiert der Techniker eine geräte- und herstellerübergreifende Ansteuerung. Ein weiterer Vorteil für den Kunden: Er weiß, an wen er sich bei einem Ausfall wenden muss.

Was Interaktive tun können:
Interaktive, die zum Beispiel das Knowhow haben, Digital Signage zu installieren, können ihre Kompetenzen leicht auf Smart-Home-Installationen ausweiten und die Lösungen als Integrator aus einer Hand anbieten. Anbieter von Software und Hardware könnten Partnerschaften mit Systemintegratoren bilden, die deren Produkte als Teil eines Smart-Home-Komplettsystems vertreiben.

5. Es fehlen Zertifizierungen und Qualitätsstandards

Markus Hartmann, Hartmann Smart Home (Bild: Markus Hartmann)
Bild: Markus Hartmann
Markus Hartmann, Hartmann Smart Home

Bisher fehlen Qualitätsstandards und Gütesiegel für Smart-Home-Produkte. Der Kunde kann nicht zwischen guten und weniger guten Produkten unterscheiden. Auch erkennt er standardkonforme Geräte nicht. Deshalb fordert unter anderem der Branchenverband Bitkom zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser , dass standardkonforme Geräte für den Verbraucher einfach erkennbar sein sollen. Es müsse ein Testprogramm geben, das "die Interoperabilität sowie die Sicherheit und Qualität der Produkte von einem unabhängigen Dritten wie dem TÜV testet", sagt Markus Hartmann'Markus Hartmann' in Expertenprofilen nachschlagen , Geschäftsführer von Hartmann Smart Home zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser . "Dies ist aber in Vorbereitung."

Mögliche Lösungen:
Die Player der Branche sollten eine Allianz gründen, die Qualitätsstandards festlegt und Prüfsiegel vergibt. Zum Beispiel der VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser erarbeitet seit Juli 2012 mit den Partnern Connected Living zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser , Kellendonk Elektronik zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser und dem Distributed Artificial Intelligence Laboratory zur Homepage dieses Unternehmens Relation Browser der TU Berlin das Zertifizierungsprogramm Smart Home + Building. Ziel ist unter anderem, dass Produkte für den Kunden Plug-and-Play-fähig gemacht werden und er sie intuitiv und mit Spaß bedienen kann - zentrale Voraussetzungen für die Akzeptanz und Nachfrage beim Nutzer.

Was Interaktive tun können:
Sich auf der einen Seite für Siegel stark machen. Hierbei hilft eine Kooperation mit anderen aus der Interaktivbranche, die ähnliche Interessen haben. Auf der anderen Seite sollten die einmal definierten Siegel angenommen werden. Je weiter sie verbreitet sind, desto eher werden sie am Markt und bei den Kunden anerkannt.

Ambient Assisted Living: der Treiber für Smart Home

Auch wenn die Energiebranche es gerne so hätte, Energiespargründe werden voraussichtlich nicht den Durchbruch der Hausautomation einleiten. Zum einen ist Energiesparen nicht 'sexy' genug, um große Ausgaben zu rechtfertigen. Zum anderen kompensieren die minimalen Einsparungen meist nicht die hohen Anschaffungskosten. Den dritten Grund nennt Roland Kaldich: "Bisher ist die Branche jedes Jahr davon ausgegangen, dass mit dem Start der nächsten Heizperiode der Durchbruch für intelligentes Energiemanagement kommt. Bisher war das aber nie der Fall. Deshalb habe ich gelernt, dass Energiemanagement nicht allein der Treiber sein wird."

Stattdessen könnte die Reihenfolge, in der sich die Lösungen durchsetzen, wie folgt aussehen:
  1. Ambient Assisted Living: Die Gesellschaft altert, Altenpflege ist teuer und die Menschen wollen so lang wie möglich in den eigenen vier Wänden leben - gute Argumente für den ersten Platz von Ambient Assisted Living (AAL). Fallsensoren im Fußboden erkennen Stürze und rufen automatisch um Hilfe. Der Herd erinnert den Bewohner, dass er immer noch angeschaltet ist. Sensoren in der Kleidung überwachen die Vitalfunktionen. Und die Kaffeemaschine oder der Wasserhahn überprüfen, ob der Bewohner am Morgen aufgestanden ist und seinen Gewohnheiten nachgeht. AAL kann also Geld in der Alterspflege einsparen, indem es Pflegekräfte ersetzt. Auf der anderen Seite bietet es älteren Menschen die Möglichkeit, länger eigenverantwortlich in der gewohnten Umgebung zu leben.

  2. Gebäudesicherheit: Laut der Capgemini-Studie finden 68 Prozent der befragten Kunden intelligente Sicherheitssysteme attraktiv oder sehr attraktiv. Eine Urlaubssteuerung gaukelt Anwesenheit vor. Sensoren überwachen, ob die Balkontür aufgebrochen wird. Und das Haus warnt, wenn beim Verlassen noch Fenster offen stehen oder der Herd an ist.

  3. Komfort: 64 Prozent der befragten Kunden interessieren sich für intelligente Hausautomationslösungen, die den Komfort verbessern. "Voraussichtlich werden bis 2016 schaltbare Steckdosen und Haushaltsgeräte mit IP-Adresse und Wifi Einzug in die meisten Wohnungen gefunden haben", prognostiziert Roland Kaldich.

  4. Energieeinsparungen: Laut dem IEER-Experten liegt das Energiemanagement nur auf Platz vier der Smart-Home-Lösungen. Die Technik wird nur langsam Einzug in deutsche Wohnungen halten. Ein Indiz dafür sind Smart Meter. Sie scheinen den Durchbruch nur zu schaffen, weil sie gesetzlich zur Pflicht werden.

  5. Spiegel mit Nachrichten- oder Wetteranzeige und OLED-Displays als Tapeten und Vorhänge: Ob sich diese Spielereien auf dem deutschen Markt behaupten werden, ist mehr als fragwürdig. "Der Newsspiegel ist für drei Tage interessant und dann langweilt er den Besitzer", glaubt Frank Schwammberger. Und die OLED-Tapeten? "Ja, die wird es geben", ist sich Markus Hartmann sicher, "aber nur in Korea".

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