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BVDW-Initiative gegen Klickmanipulation und Missbrauch von Layer-Ads soll zur OMD starten

11.07.2008 Aufräumen will der BVDW mit Klickmanipulation und Forced Clicks. Ebenfalls auf der Liste der zu ächtenden Dinge: Missbräuchlicher Einsatz von Layer Ads. Per Gütesiegel will der Branchenverband Vertrauen in Onlinewerbung, Affiliate- und Performance Marketing schaffen. Den von iBusiness befragten Branchenvertretern ist die Initiative zu klein.

 (Bild: Microsoft)
Bild: Microsoft
Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) startet eine neue Initiative, um Online-Werbeformen zu ächten, die künstlich Klicks generieren. Der Arbeitskreis Affiliate Marketing und die Fachgruppe Performance Marketing im BVDW   möchte bis spätestens Mitte September einen Code of Conduct verabschiedet haben, der missbräuchlich gestaltete Layer Ads und andere Werbeformen, ohne beabsichtigten Nutzer-Klick Zugriffe auf Landing-Pages generieren, ausschließt. Zusätzlich können Affiliate Marketing Agenturen schon länger durch das BVDW-Siegel 'Affiliate Marketing Trusted Agency' ihre seriöse Arbeitsweise dokumentieren. Laut dem Branchenverband können dann "qualifizierte Affiliate Marketing Agenturen im BVDW dies auch nach außen deutlich machen, um eine Orientierung für Kunden und Partner in einer Vielzahl von Agenturangeboten zu bieten. Die Grundlage des Siegels basiert auf fairer Partnerschaft und transparenter, sauberer Arbeitsweise."
Torben Heimann, der zusammen mit Ralf Hein den Arbeitskreis Affiliate Marketing leitet, erklärt die Ziele des Code of Conduct. "Wir wollen die Qualität im Affiliate Marketing sichern und gleichzeitig verbessern. Weiterhin wollen wir eine möglichst hohe Transparenz bezüglich der Arbeitsweisen der Publisher schaffen. Damit die Publisher und Advertiser auch künftig auf einheitliche und seriöse Maßstäbe setzen können, schaffen wir die
Selbstverpflichtung. Sie enthält vier Richtlinien:"

  1. "Zuallererst müssen die Werbemaßnahmen rechtlich einwandfrei sein, also nach deutschen Gesetzen zulässig sein. Unser Code of Conduct dokumentiert, dass sich unsere Mitglieder klar daran halten."
  2. "Cookies sollen nur dann gesetzt werden, wenn zuvor eindeutig ein Werbemittelkontakt stattfand."
  3. "Auch zum Thema Adware haben wir einen klaren Standpunkt. Nur, wenn es der Nutzer wünscht, sollte sich Adware auf seinem Rechner installieren. Dazu muss der Nutzer vorher zustimmen. Und Installation und Deinstallation des Programmes müssen einfach funktionieren. Im Hintergrund sich heimlich installierende Programme billigen wir nicht."
  4. "Für Traffic Brokerage - also die Vermarktung anderer, als der eigenen Seiten - gilt: Wenn alle oben genannten Voraussetzungen stimmen, ist auch dies im Sinne des Code of Conduct"


"Der Code of Conduct liegt nun unterschriftsreif vor. Bis zur Online Marketing Düsseldorf 2008 werden ihn die Mitglieder unterschrieben haben. Per Siegel werden sic dann als Unterzeichner des CoC kenntlich gemacht", sagt Heimann Allerdings habe man nichts gegen bestimmte Werbeformen. So habe man im Gegensatz zur Berichterstattung auf iBusiness und in anderen Medien - keinesfalls vor, Layer-Ads zu ächten. Unter der Voraussetzung, das sie mindestens einen Werbemittelkontaktpro View herstellen, erfüllten sie als Werbemittel sehr wohl ihren Zweck. Dazu müssten sie allerdings für eine gewisse Zeit als offene Fenster im Rechner der Nutzer sichtbar sein.

Auch wenn der genaue Code of Conduct (CoC) noch nicht vorliegt, bis zur OMD wollen die im BVDW zusammengeschlossenen Unternehmen sich auf die Standards geeinigt haben.

Die von iBusiness befragten Experten halten den Vorstoß des Verbands für einen Schritt in die richtige Richtung. "Wir halten die Initiative für sehr, sehr sinnvoll", sagt der Frankfurter Geschäftsführer von Intershop   , Lars Rabe . Er fordert einen "einheitlichen Verhaltenskodex als Vertrauensvorschuss in der Branche". Schließlich hänge Klickbetrug wie ein Damoklesschwert über der Branche. Allerdings schlägt Rabe vor, in einem zweiten Schritt die Initiative über die Verbandsgrenzen hinaus zu transportieren. "Eine kritische Masse an Unternehmen, die sich auch an den Kodex halten, muss natürlich erreicht werden. Idealerweise in Zusammenarbeit mit BITKOM und DDV", findet Rabe.

Da sich zunächst nur innerhalb des BVDW diejenigen sammeln, die für einheitliche Standards in der Onlinewerbung sind - sie natürlich auch für die Kunden transparent sein sollen - signalisieren Firmen, die mit Layer-Ads ihr Geld verdienen, derzeit Unverständnis. Da könne man ja auch beim Autofahren gleich die Augen schließen - denn sonst würde man am Rande die Litfaßsäulen bemerken, heißt es bei einem Anbieter zunächst hämisch. Ein offizielles Statement möchte man dann aber lieber doch nicht abgeben.

Dieser Vergleich hinkt sicherlich - andererseits argumentieren die Verfechter von Layer-Ads gerne, dass sie so kleine Webseiten mit Werbeangeboten finanzieren, die ansonsten keine Chance hätten.

Beim ebenfalls für das Thema zuständige Deutsche Direktmarketingverband DDV   ist der BVDW-Vorschlag gegenwärtig in der Diskussion. Auf Nachfrage von iBusiness wollte man hier zumindest nicht ausschließen, sich dieser Initiative anzuschließen. Ein Statement soll "in Bälde" kommen.
Thema: BVDW-Initiative gegen Klickmanipulation und Missbrauch von Layer-Ads soll zur OMD starten

Kommentar von Thomas Kletschke

Klickbetrug: Gemeinsame Währung CoC

Um sich auf neue ehrliche Standards zu einigen, müssen die Verbände aktiv werden. Die Branche jedenfalls wäre dabei.

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