Jetzt zum Webinar anmelden
November 2026 · Unser Geburtstagsgeschenk
35 Jahre iBusiness.
Im November alles frei lesen.
Zum Jubiläum öffnen wir alle iBusiness-Inhalte: vom 1. bis 30. November, für alle, ohne Anmeldung und ohne Bezahlschranke.
Alle Inhalte im November kostenlosRegistrieren Sie sich kostenlos und abonnieren Sie anschließend den iBusiness-Newsletter. So bleiben Sie bei den Themen auf dem Laufenden, die für Sie zählen.
Google plant massive Änderung: Semantik statt SEO, Antworten statt Links
15.03.2012 Suchmaschinenriese Google steht nach einem Bericht des Wall Street Journals unmittelbar davor, eine tiefgreifende Änderung seiner Suche vorzunehmen. Das Unternehmen wird in den kommenden Monaten immer mehr auf Semantik setzen. Statt also Links auf Webseiten mit relevantem Content sollen die Google-Suchen künftig direkt Antworten ausspucken.
Fragt man Google also künftig nach den zehn größten Seen der Bundesrepublik liefert Google direkt die Top Ten der größten Gewässer aus, statt einen Link auf eine entsprechende Wikipedia-Seite .
Zu diesem Vorhaben Googles passt auch der Erwerb der Open-Source-Datenbank Freebase vor anderthalb Jahren: Freebase verfügt über einen großen Fundus an strukturierten und in sinnvolle Beziehungen zueinander gesetzte Daten, die für semantische Suchanfragen essentiell sind. Damit lässt sich beispielsweise besser unterscheiden, nach welcher Bedeutung eines Wortes ein Nutzer sucht: Also etwa ob jemand, der "Käfer" eingibt, das "Auto", das "Insekt" oder den "Feinkostladen" meint.
Das Ziel hinter Googles Vorhaben dürfte zum einen sein, die Relevanz seiner Ergebnisse für den Nutzer zu erhöhen. Darüber hinaus ändert die direkte Auslieferung von ausführlichen Ergebnissen den Charakter und die Nutzung der Suchmaschine: Statt eine Linkliste zu generieren, die als Sprungbrett ins Web dient, kann der Nutzer gleich bei Google bleiben. Die steigende Verweildauer erhöht den Wert ausgelieferter Suchmaschinenwerbung.
Schafft es Google, eine umfassende, semantische Suche zum Laufen zu bringen, so werden die Ergebnisseiten immer mehr direkte Antworten und immer weniger Links ausliefern. Damit würde Suchmaschinenwerbung in der Bedeutung gegenüber der Suchmaschinenoptimierung steigen: Onpage-Optimierung und Linkbuilding sind dann immer weniger geeignet, eine Marke oder Seite auf das Nutzerradar zu bringen - denn statt eines Links auf die optimierte Homepage liefert Google nur noch die eigentliche Information aus.
Längerfristige Konsequenzen daraus werden der Keywordkrieg und die Supersuche sein, sowie die Verkürzung der Wertschöpfungskette: Der Weg des Nutzers zum optimalen Produkt oder Dienstleister verkürzt sich, der Bedarf nach Aggregatoren und Mittler-Portalen sinkt.
