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Zehn wenig beachtete Technologien, die dennoch 2018 bestimmen werden
07.11.2017 Jeder hat die großen Trends wie Content-Marketing oder Agilität auf dem Schirm. Doch iBusiness hat zehn weniger auffällige Technologien identifiziert, die Sie aber auf keinen Fall übersehen sollten.
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Mal ist ein Hype nicht mehr als heiße Luft (Couponing), mal ist er schlicht zu früh dran (KI), dann wieder handelt es sich vielleicht um eine interessante Technologie, die aber von der Interaktivbranche komplett falsch eingesetzt wird (Messenger oder QR-Codes etwa und ihr Missbrauch für Marketingzwecke). Und dann gibt es die allgegenwärtigen Monstertrends, die irgendwie überall sind, aber nirgends das gleiche zu bedeuten scheinen und vor allem als Buzzwords in Beratermündern leben: Content, Agilität, Relevanz.
Als Kontrastprogramm dazu hat iBusiness 10 Trends identifiziert, die man bei weitem nicht so häufig hört, die aber trotzdem jeder in 2018 auf dem Schirm haben sollte.
| 1. Digital-out-of-Home |
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An den Tendenzen dieser beiden Märkte zeige sich, wie wenig der Vormarsch digitaler Out-of-Home-Medien aufzuhalten sei. Und der eigentliche Clou liegt ganz woanders, sagt Koch: "Der Papierplakat-Markt bleibt trotz der steigenden Zahl digitaler Screens stabil. Das bedeutet: Digital-out-of-Home ersetzt nicht Papier, sondern schafft einen ganz neuen Markt daneben." Besonders gut zu beobachten sei das an den Flughäfen. Dort habe es eine bislang überschaubare Zahl an beleuchteten Plakaten gegeben: "Meist aus Folie und mit dem wunderbaren Wort 'Spann-Dias' bezeichnet", sagt Koch: "Und man kann sich überzeugen: Die sind immer noch da, aber es gibt hunderte neuer digitaler Plakate zusätzlich." Der Papierplakat-Markt sei so hochprofitabel, dass keiner daran denke, ihn zu ersetzen. Nur zu ergänzen.
Unter Marketing-Experten scheint es unumstritten, dass Digital-out-of-Home eine der nächsten großen Baustellen der digitalen Transformation sein wird - ein Markt, der viele Begehrlichkeiten auf sich ziehen und Verteilungskämpfe ebenso erleben wird, wie unsinnige Hypes. Es lohnt sich also, ihn im Auge zu behalten. Die iBusiness-Prognose dabei lautet: Der hochgranulare Markt von digitalen Out-of-Home-Displays wird mehr und mehr in neuen Vermarktungsnetzwerken zusammengefasst - dabei reden neue Agenturen mit, Player aus dem Tracking-/Programmatic-Dunstkreis sowie Crossmedia-Agenturen. Die effektive Werbeform kann die Customer Journey physisch abbilden und ist extrem nah am POS - das überzeugt: Vor allem Banner verliert Budgets an DooH.
| 2. Visual Listening |
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Visuelles Zuhören (ein Begriff, den jeder Deutschlehrer zu Recht in blutroter Tinte anstreichen würde) ist eine Leistung, die nur große Unternehmen erbringen können und müssen - kleinen wird die Kapazität fehlen, eine hochpotente Bilderkennungssoftware zu unterhalten und auf ihre Alarmsignale zu reagieren.
| 3. KI-Recruiting |
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Der Ansatz, KI einmal auf einem anderen Gebiet einzusetzen als den weithin propagierten Feldern wie Marketing oder Service ist spannend - bleibt aber erstmal den Unternehmen vorbehalten, die in ihren Prozessen den anderen weit voraus sind.
| 4. Podcasts |
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| Podcasting: Diese Fallstricke vermeiden sie besser |
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Heute, mehr als zehn Jahre später sind Podcasts mit Volldampf unterwegs in den Marketing-Mainstream - und ein Podcast-Urgestein wie Alexander Wunschel, Geschäftsführer der Strategieberatung Nextperts , taumelt quasi "von einem Déjà-vu zum nächsten: Seit zwei Jahren ist das Thema wieder ganz groß - man fühlt sich an die Euphorie der Anfangstage erinnert." Spannend als Marketing-Tool sei der Podcast wie kaum ein anderes Tool - und im Grunde immer noch sträflich unterschätzt.
Grundsätzlich kann man mit einem Podcast auf alle Formen des Abverkaufs zielen: Sales, Presales, Aftersales. Es lassen sich Rabatt-Codes einbauen, die man auf der Homepage eingeben kann (aber bitte ein einfacher, merkbarer Code - etwa'Aktion2017' statt '?&%!$XJH273'). Die schlechte Nachricht lautet nämlich: Ein Podcast wird niemals ganz ohne Mediensprung auskommen - die gute lautet: Er ist extrem geschmeidig machbar, stellt man sich geschickt an. Und die bessere Nachricht: "Man gewinnt hochqualifizierte Leads aus dem Podcast. Das sind Leute die extrem vorinformiert sind und ideale Zielgruppen für Newsletter, Whitepaper oder Seminare"", sagt Wunschel.
Auch Werbung ist in einem Podcast denkbar - Sponsoring wäre noch am dezentesten. Doch in erster Linie kommt der ROI nicht so unmittelbar herein, sondern über Kundenbindung - das vorrangige Ziel hinter dem Podcast - in Form höherer Customer Lifetime Values.
| 5. Mixed Reality |
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Facebook stellte vor sechs Monaten auf seiner Entwicklerkonferenz ein 'Mixed Reality'-Rundum-Paket vor - bestehend aus der Camera Effects Platform (einem AR-Entwickler-Werkzeugkasten), der 360-Grad-Kamera Surround 360 (also einer Hardware zur Erstellung von VR-Content) und dem VR-Tool Spaces (einer VR-Plattform). Es ist aber "nicht die entscheidende Frage, ob Facebook etwas Revolutionäres vorgestellt hat", sagt Richard Joerges, CMO & Businessdeveloper bei der auf immersive Medien spezialisierten Dexperio GmbH . "Bedeutend an Facebooks Präsentation ist die Gesamtheit, mit der es diese Technologien abdeckt - hier zeigt ein Unternehmen seinen Vorsatz, den VR- und AR-Markt Richtung Mainstream zu bewegen." Facebook stellt also immersiven Inhalten das komplette Ökosystem, das sie zum Gedeihen benötigen - von der Entwicklerplattform über die Hardware bis zum sozialen Netz zur Verbreitung.
Somit bietet sich der AR und VR ein Marktumfeld, das günstiger ist als je zuvor. Das wahrscheinlichste Szenario lautet dabei, dass keine Revolution stattfindet, sondern eine Evolution Richtung VR und Mixed Reality: Es gibt immer mehr und mehr sinnvolle Anwendungen auf neuartigen Geräten. Die Technik wandert langsam aus der Nische gen Mainstream. Sie frisst aber weder physische Hardware, noch ändert sie unser Verhältnis zu Marketing oder Privatheit.
| 6. Mikro-Reichweiten |
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- Kanalvielfalt und Zeitpunkt: Früher gab es eine Gemeinde von Fernsehzuschauern, heute verteilt sich diese Zielgruppe nicht nur auf Hunderte von linearen TV-Sendern, sondern auf unzählige Mediatheken und VoD-Portale.
- Granularisierung der Kanäle in sich: Auch Social Media diversifiziert sich immer mehr. Einem Reichweiten-Giganten wie Facebook stehen immer mehr kleine Netzwerke gegenüber, die eigene Zielgruppen rekrutieren.
- Die Inflation der Reichweiten-Währung: Nicht nur Blogger zählen zu umworbenen Reichweiten-Generatoren - auch einzelne Nutzer innerhalb von Plattformen oder von sozialen Netzen.
Was macht also die Bewegung in Richtung immer kleinerer Mikroreichweiten einerseits und TV-Reichweiten-artiger Monolithen wie Facebook andrerseits mit dem Marketing? Händische Auslese und Automatisierung der Reichweiten ergänzen sich und werden in ihrem Verhältnis ständig optimiert. Das bindet nicht nur menschliche Kapazitäten, sondern kostet auch viel Geld: Es wird alles schwerer und schwerer, ächz. Neben Mikroreichweiten werden auch reichweitenstarke Medien wie Facebook bespielt - aber: immer mit dem Fokus auf Vertrieb/den Abschluss des Funnels.
| 7. Facebook goes E-Commerce |
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Dass Facebook versucht, im ECommerce-Markt stärker Fuß zu fassen, ist nicht wirklich überraschend. Immerhin nutzen bereits 450 Millionen Menschen weltweit das soziale Netzwerk, um Gebrauchtes zu kaufen und zu verkaufen. Außerdem arbeitet und probiert der Social-Media-Riese seit geraumer Zeit an allen möglichen ECommerce-Ideen, wie ein kurzer Auszug aus den vergangenen Monaten belegt:
- Seit August 2014 entwickelt und testet Facebook einen Kaufbutton. Über ihn können Unternehmen ihre Produkte direkt über das soziale Netzwerk verkaufen. Der Button erlaubt Nutzern von Unternehmen gepostete Produkte zu kaufen - ohne Umweg über den Webshop.
- Im März 2015 hat Facebook ein Online-Payment-Feature für seinen Messenger angekündigt. Die Bezahlfunktion soll Nutzern künftig erlauben, Geld zu senden und zu empfangen. Voraussetzung ist das Hinterlegen einer Kreditkarte von Visa oder Mastercard .
- Shopify-Integration: Im Frühsommer 2015 erfolgte ein weiterer Schritt, um Facebook als Shopping-Plattform zu positionieren: Das Social Network hatte das Testen des Einkaufens auf seinem Netzwerk auf die Zusammenarbeit mit der ECommerce-Plattform Shopify ausgeweitet. Händler, deren Onlineshop auf Shopify basiert, können mittlerweile einen eigenen Shop integrieren.
- Anfang 2016 kündigte Facebook an seinen Messenger zur Shoppingplattform ausbauen zu wollen.
- Im Oktober 2016 gab Zahlungsdienst PayPal bekannt, seine Kooperation mit Facebook in den USA auszuweiten. Demnach sind künftig PayPal-Zahlungen über Facebook und den Facebook Messenger möglich.
- Zuletzt stellte das Unternehmen Pläne vor, den Online-Einkauf im eigenen Messenger mithilfe von Chatbots noch einfacher zu machen.
| 8. Bewertungsaggregation |
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Insgesamt sind Aggregatoren für Bewertungen nur ein Segment eines Segmentes im ECommerce-Marketing, werden uns aber begleiten und zunehmend öfter auftauchen.
| 9. Blockchain |
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Die vereinfachte Beschreibung macht das disruptive Potenzial der Blockchain-Technologie deutlich: Es entsteht eine sich selbst organisierende, robuste und vertrauenswürdige Transaktionsplattform. Dies ermöglicht zwar keine vollkommen neuen Geschäftsmodelle, kann aber bestehende Märkte komplett durcheinanderwirbeln. Dies betrifft insbesondere Geschäftsmodelle, in denen ein Intermediär als zentrale Verwaltungsinstanz benötigt wird. Oder Geschäftsmodelle, die sich derzeit nicht wirtschaftlich betreiben lassen, weil die Kosten für einen solchen Intermediär zu hoch sind. Zu den direkt betroffenen Geschäftsmodellen zählen:
- Banken (die Konten und Guthaben verwalten)
- Börsen (die Wertpapierhandel-Transaktionen ausführen)
- Notare (sofern sie Rechtsgeschäfte beurkunden)
- Grundbuchämter (die Eigentumsverhältnisse dokumentieren)
- E-Government (weil hier Verträge geschlossen werden)
- Handelsplattformen (auf denen Verträge geschlossen werden)
- Verwaltungsplattformen (die Verträge, Rechte und Pflichten zwischen Unternehmen organisieren)
| 10. Marketing-Optimierung: Neue KPIs, KI und Automation |
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Zumindest wissen Kunden, was sie nicht wollen. Thomas Engel, Leiter Marketing beim Mobile-Couponing-Anbieter Coupies wies gegenüber iBusiness darauf hin, wie man "früher noch eine Million Downloads als sensationellen Erfolg für den mobilen Kanal verkaufen (konnte). Heute wissen Marketingverantwortliche, wie sie so eine KPI einzuschätzen haben und fragen nach: 'Wie viele monatlich aktive Nutzer kommen auf diese Downloadzahlen?' - und so fort. Jeder hat belastbare Zahlen für sein Unternehmen und kann diese mit anderen Werten ins Verhältnis setzen."
Dort, wo Technologie verwendet wird, wird sie keine vermeintlich neuen Tore aufstoßen. Man versucht also nicht, Nutzern VR-Brillen anzudrehen, mit denen sie virtuelle Coupons im Cyberspace einsammeln - das ist eine Illusion. Vielmehr wird es um Strategien, Automatisierung und intelligente, lernende Maschinen gehen:
- Datenstrategien
Performance-Marketing bewegt sich nicht mehr planlos und willkürlich im Datenuniversum - KPIs kommen auf den Prüfstand und müssen sich beweisen. - Automatisierung
Performance-Marketing wandert in die Marketingautomation: Werbemittel werden von intelligenten Lösungen automatisch ausgespielt - von vernetzten Marketingsuiten, die Zugriff auf Kundenmanagement- und Warenwirtschaftssysteme haben - und somit den besten Kanal, Zeitpunkt und Kunden für eine Ansprache kennen. - Machine Learning
Künstliche Intelligenz wird bei der Automation eine wichtige Rolle spielen
