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Social Commerce: MyBy startet Live-Shopping-Dienst MyLight
02.04.2008 Und wieder versucht sich ein klassischer Online-Händler an einem Live-Shopping-Konzept. Doch einen namhaften Todesfall hat es hier schon gegeben. iBusiness zieht einen Vergleich zu zwei ähnlichen Versuchen.
Ab sofort wird auf Myby.de täglich ein neues Produkt aus dem Sortiment zu einem besonders niedrigen Preis angeboten. Die Angebote gelten jeweils von 12.00 bis 24.00 Uhr, beziehungsweise so lange der Vorrat reicht.
"Das MyLight-Verkaufsformat wird kontinuierlich weiterentwickelt", so Marketingleiter Ralf Hensen . Zudem seien "bereits weitere neue Einkaufskonzepte" bei der Primondo-Tochter in Planung. MyLight wird zur Zeit im Live-Betrieb getestet, soll aber ein dauerhaftes Vertriebsinstrument bei Myby werden.
MyLight ist gerade im Technik-Sortiment nicht der erste Anbieter, der sich an einem Live-Shopping-Dienst versucht. Nach nur gut acht Monaten Betriebszeit war der der Woot-Klon Cyberport24 bereits wieder Geschichte. "In stiller Trauer" hatte Sven Kaulfuß , Projektleiter Neue Medien bei Cyberport, "Abschied von der Live-Shopping-Plattform genommen": So zumindest war es in einer stilvollen Traueranzeige auf der Homepage des Offline-Shops zu lesen.
Cyberport24 war im Oktober 2006 gestartet und orientierte sich beim Shop-Konzept stark am US-amerikanischem Vorbild Woot . Wie jetzt bei MyLight war auch bei Cyberport24.de täglich jeweils nur ein einziger Artikel im Sortiment, so dass interessierte Nutzer bei einem Schnäppchen sofort zuschlagen mussten.
Im Fall Cyberport24 hat das Live-Shopping-Konzept hat allerdings nicht funktioniert, wie Kaulfuß feststellen musste. Dass der Web-2.0-Shop gescheitert ist, liegt ihm zufolge aber nicht prinzipiell am Live-Shopping-Konzept. Sondern an der besonderen Situation im Fall Cyberport24. So betreibt die Dresdener Cyberport GmbH bereits seit dem Jahr 1999 mit Cyberport.de einen traditionellen Onlineshop für Computerartikel.
Die Nähe zum traditionellen Shop wurde für Cyberport24.de zum Verhängnis. "Letztendlich durften wir bei Cyberport.24 oftmals nur die Kuchenkrümel vermarkten, der Kuchen selbst indes wurde an anderer Stelle verspeist", klagt Kaulfuß. So fanden Internetnutzer bei Cyberport.24 oft nur Produkte, die auch bei Cyberport.de im Angebot waren. Kaulfuß: "Viele Nutzer haben darüber geklagt, dass sie die Produkte von Cyberport24.de doch auch über Cyberport kaufen können."
Zudem hat das Unternehmen laut Kaulfuß versäumt, genug Werbung für den Woot-Klon zu betreiben. "Wir beschränkten uns nahezu auf interne Werbemittel wie Verlinkungen oder Newsletter", erklärt der Projektleiter. "Extern gab es lediglich eine vierwöchige Bannerschaltung auf Mac Essentials sowie eine Kleinanzeige in der Brandeins".
Auch der Elektronikhändler Alternate hat dieses Jahr einen Live-Shopping-Dienst gestartet. In der neuen Webshop-Rubrik Alternate ZackZack! erwarten Online-Shopper nach dem Motto "One day, one deal" Tagesangebote zu einem Preis, der weit unterhalb der Herstellerempfehlung liegt.
Der "Zack des Tages" ist jeweils maximal 24 Stunden gültig - oder, analog zu MyLight, so lange der Vorrat reicht. Damit möglichst viele Kunden die Chance haben, den 'Zack des Tages' zu erwerben, ist die Abgabe auf ein Stück pro Käufer beschränkt. Wie viele Artikel noch vorrätig sind beziehungsweise die Aktion noch läuft, wird auf der ECommerce-Site angezeigt. Auf Wunsch werden interessierte Nutzer zudem zeitnah vor Aktionsbeginn per SMS und/oder E-Mail über das jeweils aktuelle Angebot informiert.
"Wir finden Social Commerce eine sehr interessante Sache und Web 2.0 erfordert eben eine ständige Anpassung", erklärt der Unternehmenssprecher Björn Bartsch gegenüber iBusiness.
