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Studie: Jugendlichen sind PCs wichtiger als Fernseher

von sr

04.12.2006 Ihre Freizeit verbringen Jugendliche in Deutschland nach wie vor am liebsten vor dem Fernseher. Dennoch würden die Pubertierenden lieber auf den Fernseher als auf ihren PC verzichten, wenn sie sich für ein Medium entscheiden müssten.

Computer nehmen im Leben junger Menschen einen immer breiteren Raum ein. Das ist das Fazit der JIM-Studie 2006   vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest   (MPFS). Bei der Studie wurden Jugendliche gefragt, welches Medium ihnen am wichtigsten ist. Dabei haben sich 26 Prozent der Studienteilnehmer für den Computer entschieden. Der Fernseher ist dagegen nur für 19 Prozent der Jugendlichen das Alltagsmedium Nummer Eins. Interessant ist das vor allem, weil der Fernseher eigentlich von mehr Jugendlichen genutzt wird als der Computer. 92 Prozent der Mädchen und 88 Prozent der Jungen sehen nach der Befragung mehrmals pro Woche fern. Dagegen nutzen nur 76 Prozent der Mädchen und 88 Prozent der Jungen mehrmals pro Woche einen Computer. "Obwohl der Fernseher noch immer das am meisten genutzte Medium ist, wird er in der persönlichen Wichtigkeit der Jugendlichen durch den Computer verdrängt", begründet die Studie.

Laut der Untersuchung haben 98 Prozent aller Jugendlichen in Deutschland einen Computer zu Hause. 92 der Pubertierenden könne einen Internet-Anschluss nutzen. 60 Prozent der 12- bis 19-Jährigen besitzen sogar einen eigenen Computer, 38 Prozent haben einen eigenen Internetanschluss im Zimmer. Mehr als zwei Drittel aller Jugendlichen gehen mehrmals pro Woche oder häufiger online. Dabei wird das Internet vor allem als Kommunikationsmedium genutzt. Die beliebtesten Anwendungen sind Instant-Messaging (52 Prozent der Mädchen und 63 Prozent der Jungen) sowie E-Mail (51 Prozent der Mädchen und 48 Prozent der Jungen). Mehr als ein Viertel der jugendlichen Onliner sucht zudem regelmäßig Chatrooms auf.

Wie die Studie außerdem zeigt, haben MP3-Player einen wichtigen Stellenwert bei den Jugendlichen: Um Musik zu hören, nutzen 70 Prozent der Befragten mindestens mehrmals pro Woche einen MP3-Player. 56 Prozent der Jugendlichen nutzen zudem mehrmals pro Woche einen PC, um Musik abzuspielen. Noch vor Computerspielen ist Musikhören damit die häufigste Offline-Tätigkeit am Computer. Den Jugendlichen verfügen in der Regel über ein beträchtliches Musikrepertoire: 40 Prozent haben bis zu 100 Musiktitel gespeichert, ein Drittel kann aus 100 bis 500 Titeln auswählen. Ein Viertel der Jugendlichen besitzt sogar mehr als 500 MP3-Dateien.

Mit der aktuellen JIM-Studie hat der MPFS jetzt bereits zum neunten Mal das Medienverhalten deutscher Jugendlicher untersucht. Zwischen Mai und Juni 2006 wurden für die Studie über 1.200 Jugendliche zwischen zwölf und 19 Jahren telefonisch befragt.
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