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Wie Internethändler und Online-Publisher am besten Silver Surfer erreichen
26.07.2007 Einer aktuellen Studie der 'European Advertising Association' zufolge sind im deutschen Web immer mehr Silver Surfer unterwegs. Für diese lukrative - weil ausgesprochen kaufkräftige - Zielgruppe müssen Internethändler und Online-Shopbetreiber daher zunehmend ihr Angebot optimieren. Vor allem bei der Zielgruppenansprache müssen Anbieter wichtige Grundsätze beachten, wie eine iBusiness-Befragung zeigt.
Internet-Recherche via Suchmaschinen und EMail-Kommunikation sind mit Abstand die beliebtesten Online-Beschäftigungen der Silver Surfer. Fast 90 Prozent der Generation 55plus nutzen jeweils diese Online-Dienste. Auch der Austausch mit anderen Internet-Nutzern in Foren (23 Prozent), das Herunterladen von Musik (17 Prozent) und Internettelefonie (16 Prozent) sind unter den deutschen Internetnutzern ab 55 Jahren sehr beliebt.
Online-Shopping ist unter deutschen Silver Surfern ebenfalls sehr gefragt: 74 Prozent der Silver Surfer ordern online. Dabei kaufen sie durchschnittlich pro Jahr fünf Artikel und geben 717 Euro aus. Die deutschen Internet-Nutzer ab 55 Jahren erwerben damit zwar nur halb so viele Artikel online wie alle Internetnutzer im Durchschnitt (zehn Artikel). Dabei kaufen sie jedoch deutlich höherpreisige Produkte ein. So liegt der Warenwert aller Online-Einkäufe eines Jahres bei allen Internetnutzer im Schnitt mit 750 Euro nur unwesentlich über dem der deutschen Silver Surfer. Vor allem Reise-Tickets (40 Prozent), Bücher (36 Prozent), Elektro-Artikel und Urlaubsreisen (jeweils 30 Prozent) sind bei den Internetnutzern ab 55 Jahren in Deutschland sehr gefragt.
Allein aufgrund der demografischen Entwicklung in Deutschland, wird der Anteil der Silver Surfer unter der Online-Bevölkerung in den kommenden Jahren stark zunehmen. "Für Website-Betreiber ist es wichtig, dass sie sich auf die Zielgruppe der Silver Surfer einstellen", erklärt Anna Friedmann , Sprecherin der Senioren-Community Platinnetz.de . Dabei ist es ihr zufole vor allem wichtig, diese Generation nicht mit "Senioren" anzusprechen, weil diese sich dadurch gekränkt fühlen könnten. Friedmann: "'Ab 55 Jahren' bedeutet eben nicht alt und klapprig". Besser sei es daher, Senioren als "Best-Ager" zu behandeln und anzusprechen.
Neben der Zielgruppenansprache müssen viele Shops und Online-Publisher auch ihre Usability überarbeiten. Sonst lässt sich die kaufkräftige Zielgruppe der Generation 50plus nur schwer für Online-Angebote begeistern: "Übersichtlichkeit der Angebote ist für die Zielgruppe sehr wichtig", weiß Friedmann.
Alexander Kraus , zuständig für Marketing und Vertrieb bei der ebenfalls auf Silver Surfer spezialisierten Feierabend AG , fügt hinzu: "Die Websites für diese Zielgruppe sollten in jedem Fall Barrierefrei sein". Bei Feierabend.de, die genau diese Zielgruppe anspricht, lässt sich etwa die Schriftgröße wegen der Lesbarkeit über einen Button vergrößern. Auch der Kontrast der Seite ist den Bedürfnissen der älteren Surfer angepasst. "Statt weißem Hintergrund ist unserer gelblich, dass steigert die Lesbarkeit", erklärt Kraus.
Gut jeder zweite Silver Surfer (51 Prozent) geht via Breitband ins Internet. Allerdings liegen die deutschen Internetnutzer ab 55 Jahren damit hinter dem europäischen Durchschnitt: Europaweit surfen bereits 68 Prozent der Silver Surfer per Breitband.
Für die Studie hat die EIAA 7.000 Internetnutzer in Deutschland befragt, darunter 1.000 aus Deutschland.
