Unsichtbare Marktpotenziale mit Kaufkraftdaten erschließen Jetzt zum Webinar anmelden
Eigene Daten zeigen oft nur einen Teil des Bildes. Erfahren Sie, wie Kaufkraft-, Markt- und Regionaldaten zusätzliche Perspektiven auf Kunden, Regionen und Standorte eröffnen. Anhand konkreter Praxisbeispiele lernen Sie, wie sich bislang verborgene Marktpotenziale erkennen und gezielter nutzen lassen.
Jetzt zum Webinar anmelden
Expert-Talk: GEO-PR: "Es geht um Relevanz in KI-Systemen" Video-Podcast ansehen
Wer in ChatGPT, Gemini oder Perplexity sichtbar sein will, darf sich nicht auf die eigene Website verlassen. Denn KI-Systeme prüfen, was andere über eine Marke sagen - auf Fachportalen, Bewertungsplattformen, Vergleichsseiten, Reddit oder YouTube. Hier setzt GEO-PR an. Video-Podcast ansehen

November 2026 · Unser Geburtstagsgeschenk

35 Jahre iBusiness.
Im November alles frei lesen.

Zum Jubiläum öffnen wir alle iBusiness-Inhalte: vom 1. bis 30. November, für alle, ohne Anmeldung und ohne Bezahlschranke.

Alle Inhalte im November kostenlos
Heute frei lesen. Morgen nichts verpassen.

Registrieren Sie sich kostenlos und abonnieren Sie anschließend den iBusiness-Newsletter. So bleiben Sie bei den Themen auf dem Laufenden, die für Sie zählen.

Das Newsletter-Abo erhalten Sie im Rahmen der kostenlosen Registrierung.

Abruf exklusiv für Premium-Mitglieder

Studie: Corona verändert das Nutzungsverhalten bei Katalogen

20.04.2021 Der Katalog als Beginn der ECommerce-Anstoßkette: Seine Rolle ist in der Corona-Pandemie bedeutender geworden, so unsere bevölkerungsrepräsentative Studie. Dennoch müssen ECommerce-Verantwortliche sich Sorgen machen.

Der Katalog ist oft der Beginn der ECommerce-Anstoßkette. Doch in der Corona-Pandemie verändert sich seine Rolle. (Bild: Pixabay/CC0)
Bild: Pixabay/CC0
Der Katalog ist oft der Beginn der ECommerce-Anstoßkette. Doch in der Corona-Pandemie verändert sich seine Rolle.

HANDLUNGSRELEVANZ

 
Operativ
Strategisch
Visionär
Technik
Medien
Wirtschaft
 
heute
morgen
übermorgen
Die iBusiness-Handlungsmatrix zeigt, wie langfristig die vorgestellten Aufgaben angegangen werden müssen.
TL;DR
Kataloge werden nach wie vor gelesen, aber ihr Effekt im E-Commerce sinkt
Gedruckte Kataloge holen Kunden immer noch dort ab, wo Content-Marketing, Adwords und Banner überhaupt nicht hinreichen: in der Offlinewelt. Und wenn ein Katalog dem Interesse der Zielgruppe entspricht, dann wird er in aller Regel auch gelesen. Oft führt dieses Lesen zum Shopbesuch und zum Einkauf im aussendenden Onlineshop. Das ist das Ergebnis der aktuellen bevölkerungsrepräsentativen Umfrage, die Marktforscher Splendid Research   exklusiv für iBusiness durchgeführt hat.

Knapp zwei Drittel aller Bundesbürger lesen Kataloge selbst dann, wenn er ihnen unaufgefordert zugeschickt wird. Vor allem dann, wenn sie Produkte oder Thema interessieren. Dabei kann der Katalogversender mit thematisch passenden Katalogen vor allem Frauen (54 Prozent) noch stärker zum Lesen motivieren als Männer (50 Prozent). Immerhin: Jeder Sechste liest einen Katalog nach eigener Aussage in jedem Fall, unabhängig von Thema, Interesse - und Geschlecht.

Wann die Deutschen einen Katalog lesen - 2018/2020/2021
Wann die Deutschen einen Katalog lesen - 2018/2020/2021 (Grafik: Splendid Research/iBusiness)

Interessant: Generell überhaupt keine Kataloge lesen 13 Prozent der Frauen und 12 Prozent der Männer. Der Anteil der Katalog-Ignorierer steigt eigentlich seit Jahren. In der Corona-Pandemie jedoch ist die Zahl der Katalog-LeserInnen jedoch wieder gestiegen - von 81 auf 87,5 Prozent. Die gestiegene Zahl der Katalog-LeserInnen mag sowohl an der Langeweile im Lockdown liegen wie auch an der wachsenden Zahl von ECommerce-NutzerInnen in der Bevölkerung. In der Detailauswertung der Antworten sieht man zwar, dass die Zahl derjenigen, die Kataloge nie lesen, abhängig vom Alter ist. Die Abweichungen sind jedoch auf die Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen und die Generation 60 Plus beschränkt: Bei den Jungen verweigern 17 Prozent den Katalog, bei den Älteren nur zehn Prozent. Ansonsten sind keine signifikanten Unterschiede im Leseverhalten zu erkennen.

Wie viel Katalog-LeserInnen nach der Kataloglektüre die Website eines ECommerce-Unternehmens besuchen - 2018/2020/2021
Wie viel Katalog-LeserInnen nach der Kataloglektüre die Website eines ECommerce-Unternehmens besuchen - 2018/2020/2021 (Grafik: Splendid Research/iBusiness)

Wir haben die Deutschen gefragt: "Haben Sie bereits einmal eine Webseite eines Unternehmens besucht, nachdem Sie in dessen Katalog gelesen haben?" Knapp jeder Zweite besucht die Website oder den Onlineshop nach eigener Aussage "häufig", das ist fast so viel wie bei den Vor-Corona-Erhebungen. Immerhin jeder Fünfzehnte geht "immer" in den Shop des Katalogversenders, wenn ein neuer Katalog ankommt - fast so viele wie im Jahr zuvor, aber ein Drittel weniger als bei der Befragung im Jahr 2018.

Kein Interesse an der Website eines Katalogversenders haben knapp sieben Prozent der Befragten. Hier ist bei unseren drei Erhebungen eine leichte Steigerung zu beobachten. Es scheint über die Jahre hinweg einen (leichten) Trend zu geben, dass Shop-Verantwortliche zwar Interessierte finden, diese aber den Weg in den Shop nicht suchen. Möglicherweise ein Indiz dafür, dass in den Unternehmen Katalog-Know-how verlorengeht, was sich auf den Erfolg der Anstoßkette auszuwirken beginnt. Bei unserem Award Katalog des Jahres hatte die Jury ja bereits bemängelt, dass die Qualität der Kataloge nicht der des Vorjahrs entsprach.

Wie viel Katalog-LeserInnen nach der Kataloglektüre auf der Website eines ECommerce-Unternehmens kaufen - 2020/2021
Wie viel Katalog-LeserInnen nach der Kataloglektüre auf der Website eines ECommerce-Unternehmens kaufen - 2020/2021 (Grafik: Splendid Research/iBusiness)

Der Besuch der korrespondierenden Katalog-Website führt auch in diesem Jahr regelmäßig zu Bestellungen: Knapp ein Drittel der Befragten kauft dort "immer," "sehr oft" oder "oft" ein. Das ist exakt so viel wie im Vorjahr - allerdings mit einer leichten Erosion bei der Kauffrequenz. Immerhin zwei Fünftel shoppen dann nach Kataloglektüre wenigstens manchmal. Selten oder nie shoppt eine von vier KatalogleserInnen. Auch hier zeigt der leichte Anstieg, dass der Katalog als ECommerce-Treiber leicht an Traktion verliert.


Nach wie vor vor allem Modekataloge

Die Rentabilität von Katalogen hängt auch stark von der Branche ab. In einer gestützten Befragung haben wir darum abgefragt, für welche Art von Katalogen sich die Bundesbürger interessieren. Modekataloge sind dabei diejenigen, die von den Allermeisten gelesen werden. 65 Prozent der Deutschen haben zumindest gelegentlich einen Kleidungs-, Schuh- oder Accessoires-Katalog in den Händen (Vorjahr: 58 Prozent). Bei fast allen anderen Warengruppen nutzen durchschnittlich zwischen jedem fünften und zwei Fünftel der Befragten regelmäßig oder gelegentlich einen Katalog.

Wie viel Katalog-Lesende sich nach dem Katalog-Lesen bei anderen Anbietern informieren
Wie viel Katalog-Lesende sich nach dem Katalog-Lesen bei anderen Anbietern informieren (Grafik: Splendid Research/iBusiness)


Einen deutlichen Anstieg kann man neben Fashion bei Lebensmitteln, Garten- und Baumarktartikeln, Elektroartikeln und Freizeitbedarf sehen. Hier schlagen die geänderten Nutzungsinteressen des Homeoffice- und Lockdown-Jahres 2020 offensichtlich durch.

Wenn man sich Frauen und Männer getrennt ansieht, zeigt sich das geänderte Nutzungs- und Konsumverhalten vor allem der Männer. Diese interessieren sich deutlich öfter als im Vorjahr für eine ganze Reihe von Produktgruppen. Die Rollenklischees werden bei den Produktinteressen jedoch nach wie vor im Wesentlichen bestätigt: Männer interessieren sich überwiegend für Kataloge für Elektronikartikel, Computer/Konsolen sowie Garten- und Baumarktartikel sowie für Auto-/Motorrad-Kataloge, während Frauen zu Hobby-, Kosmetik-, Küchengeräte- und Lebensmittelkatalogen greifen (bei diesen haben die Männer jedoch signifikant aufgeholt).

Welche Arten von Katalogen in Deutschland gelesen werden - Veränderung 2020/2021
Welche Arten von Katalogen in Deutschland gelesen werden - Veränderung 2020/2021 (Grafik: Splendid Research/iBusiness)


Dass sich Frauen zu 78 Prozent für Modekataloge interessieren (und inzwischen mehr als jeder zweite Mann), ist schon weniger verwunderlich - schließlich muss man auch bei geschlossenen Bekleidungsläden sich über Fashion informieren - und seien es Jogginghosen. Relativ ausgeglichen wird die Elternpflicht von Männern wie Frauen ausgeübt: Spielzeugkataloge werden von beiden Geschlechtern eher wenig nachgefragt - von den Mamas allerdings etwas häufiger als von den Papas. Medienkataloge für Filme, Musik und Konsolen gehören zu den Verlierern des Homeoffice-Jahres. Die Generationen Netflix, Discord und Steam suchen sich ihre Informationen an anderer Stelle als in einem Katalog.

Kataloge werden seltener archiviert

Erstmals gibt es mehr Menschen, die einen Katalog nach der Lektüre sofort ins Altpapier geben, als ihn zu archivieren. Nur noch knapp jeder zweite Bundesbürger bewahrt Kataloge auf, die interessant erscheinen. In den vergangenen Jahren waren es noch zwei Drittel, die Kataloge archiviert hatten.

Anteil der Katalog-Lesenden, die den Katalog aufbewahren 2018/2020/2021
Anteil der Katalog-Lesenden, die den Katalog aufbewahren 2018/2020/2021 (Grafik: Splendid Research/iBusiness)


Auch die durchschnittliche Katalog-Archivierungszeit sinkt. Nur noch 44 Prozent heben Kataloge auf, bis der Folgekatalog erscheint. 2018 waren es noch 48,4 Prozent. Gleichzeitig hat sich die Zahl derer fast verdoppelt, die Kataloge maximal eine Woche behalten:

Wie lange KundInnen in Deutschland ihren Katalog aufbewahren - 2018/2020/2021
Wie lange KundInnen in Deutschland ihren Katalog aufbewahren - 2018/2020/2021 (Grafik: Splendid Research/iBusiness)


Kataloge werden nach wie vor wahrgenommen, so kann man die Zahlen unserer Studie deuten. Doch die Aufmerksamkeitsspanne der Konsumentinnen und Konsumenten sinkt bei ihnen, ebenso wie der Handlungsdruck, den sie auslösen, um einen Kauf zu tätigen. Daraus lassen sich zwei Strategien ableiten:
  • Entweder produzieren OnlinehändlerInnen künftig öfter Kataloge (die Flut der Selfmailer, die man aktuell im eigenen Briefkasten findet, zeigt, dass diesen Weg viele Verantwortliche gehen)
  • , oder man produziert relevantere Kataloge - zum Beispiel, indem man sie personalisiert und individualisiert, zum Beispiel per Programmatic Printing  
.

Dass individualisierte Kataloge funktionieren, die mit neuen digitalen Drucktechniken und Anbindung an PIM und CRM individuell auf das Kaufverhalten des einzelnen Kunden zugeschnitten sind, zeigt unsere Befragung deutlich:

Was die Deutschen von individualisierten Produktkatalogen halten
Was die Deutschen von individualisierten Produktkatalogen halten (Grafik: Splendid Research/iBusiness)

Mehr als jeder zweite Befragte gab an, ihn würde ein auf persönliche Bedürfnisse und individuelles Kaufverhalten zugeschnittener Katalog mehr interessieren als ein klassischer, unpersonalisierter Produktkatalog. Knapp jeder Dritte (30 Prozent) würde auch wahrscheinlich eher etwas kaufen. Weniger Interesse erwartet im Gegensatz dazu nur jeder Zehnte von einem auf ihn zugeschnittenen Katalog. Einem Viertel der Befragten ist es egal, oder sie können sich Programmatic-Printing-Kataloge nicht vorstellen. Von den tendenziell sehr auf Datenschutz bedachten Deutschen macht offenbar in der Individualisierung von Katalogen nur eine Minderheit Datenschutzbedenken geltend. Nur zehn Prozent sagten, sie würden Angst um ihre Daten haben und deswegen beim Katalogherausgeber Datenlöschung beantragen. Gegenüber der Vorjahresbefragung zeigt sich auch ein deutliches Plus beim Konsumenten-Interesse.

Beim Blick in die demografischen Daten unserer Erhebung zeigt sich:
  • Gutverdiener sowie Menschen mit sehr hohem Bildungsstand nutzen Kataloge überdurchschnittlich dann, wenn sie Kunde eines Unternehmens sind und sofern sie Thema und/oder Produkte interessieren
  • Gut Gebildete kaufen überdurchschnittlich oft online nach Kataloglektüre; sie interessieren sich auch besonders für individualisierte Kataloge
  • Je niedriger das Einkommen, um so seltener lassen sich Kataloglesende zum Besuch der Website motivieren

Angesichts der Studienergebnisse sollten sich vor allem Onlineshops mit einer gutverdienenden und/oder gut gebildeten Kundenbasis den Einstieg ins Katalogmarketing überlegen. Insbesondere, wenn der durchschnittliche Warenkorb groß ist - und die Shopmarketing-Verantwortlichen eine enge Verzahnung zwischen Print- und Onlinekanälen herzustellen in der Lage sind. Trotz bröckelnder Katalog-Nutzerzahlen sind die Nutzungszahlen nach wie vor hoch - unabhängig vom Alter. Allerdings sollten alle Katalogteile auf den Prüfstand - die Effektivität des Tools bröckelt.
Thema: Studie: Corona verändert das Nutzungsverhalten bei Katalogen
1. Teil: Programmatic Printing: Die demographischen Daten

Kommentar von Joachim Graf

Ein Werkzeug zum Nachschärfen

Kataloge funktionieren nach wie vor. Aber sie müssen weiterentwickelt werden.

Weiterlesen
 (Michael Poganiatz)
Bild: Michael Poganiatz
Neuer Kommentar  Kommentare:
Schreiben Sie Ihre Meinung, Erfahrungen, Anregungen mit oder zu diesem Thema. Ihr Beitrag erscheint an dieser Stelle.
Verwandte Beiträge zu dieser Analyse
alle Veranstaltungen Webcasts zu diesem Thema:
Dienstleister-Verzeichnis Agenturen/Dienstleister zu diesem Thema: