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Googles Preispolitik lähmt SEM in Deutschland
08.07.2008 Deutschlands Agenturen schlagen Alarm: Der Preisanstieg bei den Suchwortanzeigen behindert inzwischen Unternehmen ganzer Branchen und ihrer Dienstleister. In manchen Teilmärkten landet die komplette Wertschöpfung beim Monopolisten Google - dank dessen SEM-Preispolitik. Das kann zu Agenturkonzentration führen.
Es sind vor allem diese SEM-Teilmärkte bei Google, die inzwischen so überbucht sind, "dass die erzielbaren Preise den Unternehmen nichts mehr bringen." Der Hintergrund liegt in der Marktmarkt von Google: Weil Yahoo oder MSN auf dem deutschen Markt kaum Bedeutung haben, geht der Großteil der SEM-Budgets zu Google . Die dort wachsende Nachfrage führt zu generell weiter steigenden Keyword-Preisen: "Inzwischen gibt es auch in Deutschland einige Werbetreibende, die im Jahr achtstellige Beträge für SEM einsetzen", stellt beispielsweise der 'SPIXX Jahresrückblick 2007' der Augsburger explido WebMarketing fest.
"Obwohl die Preise von Keywords ja theoretisch unbegrenzt steigen könnten, stagnieren sie in manchen Teilmärkten. Denn diese Märkte sind übersättigt. Das heißt: Sie sind zu teuer", klagt Mauer im iBusiness-Gespräch. Der SPIXX-Report bestätigt Maurers These - etwa in der Kategorie Dienstleistung, Geld, Versicherungen und Immobilien: "Ähnlich wie im vergangenen Jahr entwickelte sich die Kategorie Dienstleistungen auch in 2007 relativ konstant. Die Klickpreise hielten das hohe Niveau des Vorjahres, blieben allerdings durchgehend über 2,00 Euro", so die Studie. Auch im Jahr 2007 waren die teuersten Keywords Begriffe aus der Versicherungsbranche. Trotz deren sehr hohen Niveaus zogen sie erneut an. Kein Versicherungs-Keyword war unter vier Euro zu erwerben - pro Klick, versteht sich.
Adwords ist ein geniales Modell für Google, das derzeit ohne nennenswerte Konkurrenz das Feld beherrscht. "Solange kein kleiner neuer Player mit einem komplett anderen Suche- und Vergütungsmodell auftaucht - der nicht gleich wieder von Google geschluckt wird - solange kein anderer Big Player mit einem ganz anderen Tool die Nutzer und die Branche überrascht, bleiben die Preise auf diesem extrem hohen Niveau", ist Christian Mauer überzeugt.
Google macht es seinen Dienstleistern zudem schwerer: Zu Jahresende 2008 hat der Suchmaschinenkrake die Provisionen gestrichen. Dann müssen die schaltenden Unternehmen ihre SEM-Agenturen selbst bezahlen - ohne Kickbacks. Eine Umfrage unter SEM-Agenturen brachte die verbreitete Sorge hervor, dass es in der Folge zu einer Konzentration bei den SEM-Agenturen kommen wird. Das wird wohl, so die Befragten nicht bei den großen und etablierten Dienstleistern stattfinden und auch nicht bei den "im Selbstausbeutungsmodus" arbeitenden Kleinstagenturen - wohl aber bei dem Mittelfeld, dass sich weder über Skalierung noch über Kostenreduktion profilieren kann.
Dass es nicht nur die Agenturen sind, die über Google klagen, zeigt ein von Turi2 überbrachtes Zitat von Hans-Jürgen Jakobs , Chefredakteur von Sueddeutsche.de : "Es ist viel Werbegeld im Onlinemarkt, aber leider kommt es nicht bei uns an, sondern bleibt bei Dienstleistern und Suchmaschinen hängen."
Am: 08.07.2008
Zu: Googles Preispolitik lähmt SEM in Deutschland
Am: 16.04.2009
