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Das sind die Trends der IFA 2014

04.09.2014 Vernetzung der Endgeräte ist das ganz große Ding auf der Internationalen Funkausstellung IFA 2014. Und die Disruption der Märkte, die immer mehr Anbietern tiefe Sorgenfalten in die Stirn drückt. Zehn Trends zeigen, wie interaktiv die Unterhaltungselektronik in Deutschland wird.

 (Bild: Messe Berlin)
Bild: Messe Berlin
Pixel sind wohl irgendwie würfelförmig: Werbefigur 'Miss IFA' kommuniziert die zunehmend digital werdende Unterhaltungsmesse unter dem Berliner Funkturm (Bild: Messe Berlin)
Bild: Messe Berlin
Pixel sind wohl irgendwie würfelförmig: Werbefigur 'Miss IFA' kommuniziert die zunehmend digital werdende Unterhaltungsmesse unter dem Berliner Funkturm

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Die iBusiness-Handlungsmatrix zeigt, wie langfristig die vorgestellten Aufgaben angegangen werden müssen.
Die Funkausstellung unter dem Funkturm hat längst nicht mehr nur mit Funk zu tun - auch wenn das Mobilthema auch 2014 die IFA auf allen Ebenen beschäftigt. Und wer in interaktiven Märkten unterwegs ist, sollte immer auch auf die IFA schauen. Weil sie zeigt, wie Handel und Massenmarkt in den kommenden Monaten ticken - oder eben nicht.

Die IFA  , die 2014 ihr 90-jähriges Bestehen feiert, ist weiter gewachsen. Zum ersten Mal ist der Citycube Berlin am Südeingang Teil der Ausstellung. Er lässt die IFA Ausstellungsfläche auf annähernd 150. 000 Quadratmeter anwachsen - drei Prozent mehr Fläche als im vergangenen Jahr. Grund: die "enorme Ausstellernachfrage". Mit rund 1.500 Ausstellern sind zwar fast genau so viele Unternehmen wie 2013 in Berlin vertreten - aber mit größeren Messeständen. Denn die Unterhaltungselektronik-Messe gehört mittlerweile zu den wichtigsten Veranstaltungen für alle Anbieter von Produkten, die Bildschirm und/oder einen Stecker haben: Insgesamt besuchten rund 240.000 Besucher die IFA 2013, davon 142.000, die die Messe Berlin als "Fachbesucher" zählt.

Für diese findet dieses Jahr das Kongressformat 'IFA+ Summit - Next Level of Thinking'   statt. Es soll "internationalen Vordenkern, Top-Executives und Entrepeneuren ein exklusives Podium bieten", wie es in bester PR-Prosa heißt. Will sagen: Die IFA will sich als digitale und interaktive Leitmesse positionieren - sowohl im B2B- als auch im B2C-Markt.

Zehn Trends zeigen, wo die Reise in Deutschland im kommenden Jahr hingeht - bei Unterhaltungselektronik und interaktiven Services, beim digitalen Heim und im Mobilmarkt:

Deutscher Markt für Unterhaltungselektronik 2014 nach Sparten und Umsatz
Deutscher Markt für Unterhaltungselektronik 2014 nach Sparten und Umsatz (Grafik: EITO/Bitkom)

Trend 1: Mobilgeräte verändern den Markt für Unterhaltungselektronik

Der Umsatz mit Smartphones beträgt 2014 voraussichtlich 8,7 Milliarden Euro (plus sechs Prozent), mit Tablet-Computern 2,5 Milliarden Euro (plus fünf Prozent). Dieses kontinuierliche Wachstum hat Auswirkungen auf den Markt für klassische Unterhaltungselektronik, wie es bei der IFA 2014 deutlich zu sehen ist: Im ersten Halbjahr 2014 entfielen bereits mehr als drei Viertel (79 Prozent) der Umsätze mit Fernsehern auf Smart-TVs mit Internetanschluss. Bei Blu-ray-Playern beträgt der Anteil vernetzbarer Geräte 93 Prozent, bei Digitalkameras 39 Prozent. Werden zudem IT-Produkte wie Smartphones, Tablet-Computer und Laptops hinzu addiert, machen internetfähige Geräte im erweiterten Kreis der Consumer Electronics insgesamt 80 Prozent aller Umsätze aus. Ergebnis: Der Trend zu Mobilgeräten lässt die Grenzen zwischen IT-Geräten und Unterhaltungselektronik immer mehr verschwimmen.

Umsatzanteil vernetzbarer Unterhaltungselektronik und IT 2012-2014
Umsatzanteil vernetzbarer Unterhaltungselektronik und IT 2012-2014 (Grafik: EITO/Bitkom)

Trend 2: Wearables sind das Hype-Thema des Jahres

Bei den vernetzten Geräten sind Wearables der nächste große Trend. Verbraucher interessieren sich zunehmend für solche intelligenten Geräte, die am Körper getragen werden - zum Beispiel für intelligente Brillen. Fast jeder Dritte ab 14 Jahren (31 Prozent) in Deutschland kann sich vorstellen, eine smarte Brille wie Google Glass zu nutzen. Das entspricht 22 Millionen Bundesbürgern. Vor einem Jahr war es erst jeder Fünfte (20 Prozent). Bei den Smartwatches ist der Anteil noch höher. Fast zwei von fünf Personen (38 Prozent) ab 14 Jahren würden unter bestimmten Voraussetzungen solch ein Gerät kaufen. Dies entspricht rund 27 Millionen Bundesbürgern. Im Jahr 2013 interessierten sich erst 31 Prozent dafür.

Eine ganze Reihe von Unternehmen bietet hier Produkte an, so Sony   mit einem Fitness-Armband mit E-Ink-Technik zur Anzeige zur Fitnessdatenanzeige via Handy-Apps und zusätzlicher Bluetooth-Freisprecheinrichtung. IT-Versender Pearl  , der mit seiner 'simvalley MOBILE Bluetooth-Kamera-Brille SG-100.bt' zum Preis von 130 Euro Google Glasses Konkurrenz machen will. Sie soll "unbeeinflusste HD-Filmaufnahmen und Schnappschüsse" erlauben, Bluetooth-Freisprecher inklusive. Auch an die Stromversorgung wird gedacht: Phorce   bringt eine Aktentasche, die bis zu drei Geräte gleichzeitig mit Strom versorgt und es kommuniziert drahtlos mit Smartphones.

Bei den Brillen geht der Trend zur Virtual Reality: Nach Oculus Rift   von Facebook und Sony Morpheus   hat mit Gear VR auch Samsung   seine erste Virtual-Reality-Brille. Sie sollen die Brücke schlagen zwischen Mobilgeräten und Konsolen - im Spielebereich und langfristig wohl auch für Augmented-Reality-Anwendungen.

Der Fensterputzroboter Winbot lässt sich natürlich per Handy steuern (Bild: Evovacs)
Bild: Evovacs
Der Fensterputzroboter Winbot lässt sich natürlich per Handy steuern

Trend 3: Haushaltsroboter sind im Mainstream angekommen

Sie übernehmen lästige Hausarbeit, saugen Staub, wischen den Boden und mähen den Rasen: Der Markt der Haushaltsroboter ist auf Wachstumskurs, die Geräte erobern immer neue Aufgabenfelder. So gibt es mittlerweile längst Rasenmäherroboter und in besonders technikaffinen Ländern wie China gehören Luftreinigungsroboter und solche, die in Abwesenheit der Bewohner die Sicherheit des Haushalts überprüfen, bereits zum Alltag.

Auch in Deutschland drängen immer mehr Anbieter auf den Markt. Gleichzeitig sorgt die verbesserte Technik für bessere Reinigungsergebnisse. Die Folge: 2013 gönnten sich laut einer Studie bereits 300.000 deutsche Haushalte einen Roboter als Helfer und die Absatzzahlen steigen stetig. Mehr als die Hälfte der Deutschen kann sich vorstellen, einen Roboter als Helfer für die Haus- oder Gartenarbeit einzusetzen, so eine weitere Studie aus 2014.

Experten sagen voraus, dass Haushaltsroboter - über das Heimnetzwerk verbunden und per Smartphone-App steuerbar - als Bestandteil des vernetzten Hauses der Zukunft schon bald eine feste Rolle im Internet der Dinge spielen werden, mit anderen Geräten Informationen online austauschen und sich wechselseitig steuern können.

Auf der IFA 2014   zeigt sich, dass die Technik langsam in den Mainstream wandert. So stellt beispielsweise Hersteller Ecovacs   jetzt unter anderem die neue Generation der Deebot-Staubsauger und den Fensterreinigungsroboter Winbot vor. Der Saugroboter verfügt über ein Lasersystem, das für jeden Raum einen optimalen Fahrplan generiert, statt willkürlich hin- und her zu kurven. Zu steuern sind die Roboter - natürlich - via Smartphone und Tablet.

Sicherheit rückt in der Smart-Home-Branche immer mehr in den Vordergrund (Bild: Initiative Intelligentes Wohnen)
Bild: Initiative Intelligentes Wohnen
Sicherheit rückt in der Smart-Home-Branche immer mehr in den Vordergrund

Trend 4: Mit der fortschreitenden Digitalisierung kommt die Sicherheitsfrage

Smart Home ist eines der zentralen Themen auf der IFA. Laut Studie von MDLS   können immerhin schon zwei Fünftel der Bundesbürger mit dem Begriff Heim-Vernetzung etwas anfangen. Zwei Drittel aller Befragten und 74 Prozent der Smart-Home-Kenner geben (nach Erklärung des Begriffs) an, mindestens eines der vorgestellten Smart-Home-Produkte interessant zu finden. Auch die Nichtkenner zeigen ein überdurchschnittliches Interesse an entsprechenden Produkten. Bei diesen Produkten haben vor allem Sicherheitslösungen die Nase vorn. Auf den Rängen danach folgen IP-Kameras, Steckdosen-, Heizungs- und Lichtsteuerungen sowie Lösungen zum Fensterschließen und -öffnen. Wirklich genutzt werden Smart-Home-Produkte aber nur verhältnismäßig selten. Nicht einmal fünf Prozent gaben an, bereits Smart-Home-Nutzer zu sein.

So ist es kein Wunder, dass ein beachtlicher Teil der Hersteller vernetzte Elektrogeräte, Apps zur Heizungssteuerung oder Tools vorstellt, die den Energieverbrauch überwachen. Dabei kommt erstmals auch das Thema Sicherheit auf den Plan. Zwar bietet die smarte Haussteuerung viele neue Schutzmaßnahmen gegen Einbrecher - etwa durch die Fernsteuerung von Überwachungskameras, Rollläden und Alarmanlagen. Gleichzeitig lädt die Vernetzung der heimischen Geräte Hacker zu Spähattacken und Manipulationen ein.

Wie unsicher die am Markt gängigen Lösungen sind, hat im Frühjahr 2014 das IT-Sicherheits-Institut AV Test   gezeigt: Von sieben getesteten Smart-Home-Kits stellten sich vier als unsicher heraus. Der Test des Instituts zeigt jedoch auf der anderen Seite, dass es möglich ist, sichere Smart-Home-Systeme zu entwickeln, wenn die Hersteller ein solides Sicherheitskonzept erstellen, statt den Markt mit ständig neuen Produkte zu überschwemmen. "Hersteller von Smart-Home-Lösungen müssen für branchen- und geräteübergreifende Sicherheitsstandards sorgen und dazu beitragen, Nutzer kontinuierlich zu sensibilisieren", fordert Kai Klement vom Smartphone- und Tablet-Hüllen-Anbieter Kavaj   (siehe auch iBusiness: Sicherheitslöcher bei USB-Sticks und Connected Cars: Digitalisierung der Gesellschaft macht es Hackern leicht).

Der Sicherheitsaspekt hat mittlerweile aus Auswirkungen auf die Gerätenutzung, wie eine zur IFA veröffentlichte Studie zeigt. Intelligente Heimgeräte werden von den Nutzern nur selten mit dem
Internet verbunden. Selbst bei Smart TVs liegt dieser Anteil nur bei 41 Prozent, so die repräsentative Studie von TNS Infratest im Auftrag des Sicherheitsanbieters Bitdefender  . 73 Prozent der Befragten fürchten Cyber-Attacken, die private Daten zusammenführen, demgegenüber nur vier Prozent den Kontrollverlust über die Systeme. Entsprechend werden lediglich 14 Prozent der Überwachungssysteme, 6 Prozent der Automatisierungssysteme und gar nur 1 Prozent der smarten Küchengeräte tatsächlich online geschickt.

Die Philips Kaffeemaschine wird per App gesteuert - bringen kann sie den Kaffee aber leider nicht (Bild: Philips)
Bild: Philips
Die Philips Kaffeemaschine wird per App gesteuert - bringen kann sie den Kaffee aber leider nicht

Trend 5: Internet der Dinge - Das Smartphone wird zum Haushaltshelfer

Auf der IFA zeigt sich einmal mehr, dass das Smartphone oder Tablet zur Universalsteuerung nicht nur für TV-Geräte, sondern für alles im Haushalt wird - sei das nun sinnvoll oder nicht. Besucher werden hierfür eine ganze Menge Anwendungen mit vernetzten Elektronikgeräten sehen. Zum Beispiel einen App-gesteuerten Saugroboter mit Live-View-Kamera sowie ebenfalls per Smartphone oder Tablet bedienbare Wasserkocher von der Marke Rosenstein & Söhne   - beides stellt Pearl vor.

Noch verrückter wird es bei Philips: Mit der Saeco GranBaristo Avanti   kann man sich über die App das eigene Lieblingsrezept zusammenstellen und Stärke, Temperatur, Wasser- oder Milchschaummenge bestimmen. Den Weg zur Maschine spart das aber nicht: Denn den Becher drunter stellen und den Kaffee abholen muss man immer noch selbst.

Die Kommunikation mit den an das Internet der Dinge angeschlossenen Haushaltsgeräten ist dabei nicht unbedingt einseitig. Inzwischen informieren sie ihren Besitzer per Push-Nachricht. Etwa der Geschirrspüler aus der iQ700-Serie von Siemens. Über eine App teilen die Geräte ihren Status - "Teig fertig gegangen", "Spülmaschine fertig zum Ausräumen" - auch im Garten, im Homeoffice oder im Keller mit. Und die Zahnbürsten der Oral-B Smartseries   geben dem Nutzer - nachdem der Zahnarzt Eckdaten zur personalisierten Mundpflege in der App gespeichert hat - Putzanweisungen in Echtzeit.

IT-gestützte Selbstoptimierung ist aus der Nerd-Ecke heraus (Bild: Breurer)
Bild: Breurer
IT-gestützte Selbstoptimierung ist aus der Nerd-Ecke heraus

Trend 6: Mobilgeräte überwachen alle Lebensbereiche

Der Markt für mobile Überwachung von Körperfunktionen und anderen Lebensbereichen hat inzwischen die Nerd-Ecke verlassen. Im Frühjahr 2014 nutzten bereits immerhin 13 Prozent der Deutschen einen Fitnesstracker, der die täglich gegangenen Schritte und Kalorien zählt oder die Schlafqualität überprüft, hat der Bitkom   beobachtet.

Wie groß das weitere Potenzial des Marktes ist, zeigen die zahlreichen Produkte in diesem Bereich, die auf der IFA zu sehen sind: Healthmanager-Apps, wie die von Beurer  , Bluetooth-Diagnosewaagen oder Armbänder für den UV-Schutz, wie das von Netatmo  .

Nicht nur sich selbst kann man überwachen, sondern sogar seine Umwelt: Klimaüberwachungs-Apps zeichnen - mithilfe der richtigen Sensoren - Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsdaten auf, und Rauchalarm-Apps alarmieren bei einem Brand.

Die Smartwatch-Hersteller sind noch auf der Suche nach nützlichen Anwendungen (Bild: LG)
Bild: LG
Die Smartwatch-Hersteller sind noch auf der Suche nach nützlichen Anwendungen

Trends 7: Neue Hersteller überschwemmen den Mobilgeräte-Markt

Gut die Hälfte der Deutschen besitzt ein Smartphone; und gut ein Drittel nutzt einen Tablet-PC. Dank dem stark wachsenden Angebot in den vergangenen Jahren, insbesondere im unteren Preissegment, haben sich die Geräte rasend schnell verbreitet. Und eine Sättigung ist noch nicht in Sicht, da scheinen sich zumindest die unzähligen IFA-Aussteller sicher zu sein, die mit neuen Smartphones und Tablets an den Markt gehen. Während man die Anzahl der Hersteller bis vor Kurzem noch an einer Hand abzählen konnte, liegen sie inzwischen im mittleren zweistelligen Bereich. Technisch am augenscheinlichsten ist das Galaxy Note 4 von samsung  : Es verfügt über einen Bildschirm mit 2560x1440 Bildpunkten - und einen Knick: Auf der abgerundeten Längsseite lassen sich zusätzliche Apps unterbringen - oder eben die Steuerung für die Videobetrachtung.

Eine ähnliche Tendenz zeichnet sich bei den Smartwatches ab: Neben den bereits bekannten Herstellern Samsung, Sony   und LG   zeigen sich einige Neueinsteiger: Asus präsentiert mit der Zenwatch   das erste Wearable. Und auch Acer ist mit der Acer Liquid Leap   neu in diesem Markt. Mota zeigt die SmartWatch G2 PRO   und es kursieren unbestätigte Gerüchte  , dass HTC ebenfalls zwei intelligente Armbanduhren mit nach Berlin bringt. Darüber hinaus soll Apple   Medienberichten zufolge am 9. September eine Smartwatch vorstellen, jedoch nicht auf der IFA. Die steigende Konkurrenz und die Dynamik in dem Markt lassen für die Zukunft bessere Modelle erwarten, die mehr können als SMS zeigen und Puls messen - solche, die dem Nutzer wirklich einen Mehrwert bieten.

 (Bild: Samsung)
Bild: Samsung

Trend 8: Smart-TV-Markt entwickelt sich nur langsam

Der Smart-TV-Markt kommt nur langsam in Gang. Hans-Joachim Kamp vom IFA-Veranstalter GFU   (Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik) kündigte an, dass laut einer GFU-Untersuchung 38 Prozent der Haushalte in Deutschland ein Smart-TV-Gerät nutzen. Knapp drei Viertel der Besitzer eines solchen vernetzten Geräts nutzen Mediatheken und die Hälfte Video-on-Demand. Das ist immerhin ein großer Schritt im Vergleich zum Vorjahr, als nur gut die Hälfte der Smart-TV-Besitzer ihren Fernseher mit dem Internet verbunden hatte.

Von Seiten der Hersteller ist jedoch noch Nachholbedarf: Während sie sich vorwiegend mit technischen Spezifikationen wie Auflösung, Kontrast, und noch krummeren Formen beschäftigen, scheint die Usability der Smart-TV-Funktionen auf der Strecke zu bleiben. So kritisiert Robert Seeliger vom Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme Fokus    in Berlin: "Bei den aktuellen Angeboten handelt es sich fast ausschließlich um in sich geschlossene Insellösungen der Hersteller." Wer seinen Fernseher mit dem Smartphone steuern oder die Inhalte von dort übertragen will, aber Geräte von unterschiedlichen Anbietern besitzt, schaut in Sachen Smart-TV oft in die Röhre. Denn von einheitlichen Standards ist der Markt noch sehr weit entfernt.

Hinzu kommt: "Die über den Fernseher angebotenen Apps liefern eher allgemeine Informationen", kritisiert er weiter. Sie bildeten meist den gleichen Content ab, den man auch über den Browser am PC abrufen könne. Ein konkreter Bezug zwischen Fernseh- und Internetinhalten fehle. Immerhin arbeiten die Hersteller an einer Lösung: Der Standard HbbTV, der seit etwa einem Jahr verfügbar ist, könnte diese Lücke schließen. Mit HbbTV können die TV-Sender das Internet einfach an das Fernsehsignal anhängen, zum Beispiel um zeitgenaue Zusatzinformationen zu laufenden Fernsehsendungen verfügbar zu machen, die der Nutzer über einen Second Screen abruft. Unter anderem die Fraunhofer-Gesellschaft    und der Branchenzusammenschluss Deutsche TV-Plattform   klären auf der Messe über den Standard auf.

An Content für Smart-TV-Geräte haben die Hersteller zur IFA nur wenig angekündigt: Hier prescht der Elektronikkonzern Samsung vor und präsentiert vier neue Spiele   - Need for Speed Most Wanted, Tipp-Kick, Golf Star und Real Football 2014 - sowie die Skype-App. Sie sind nun im Samsung Smart Hub 2014 verfügbar. Philips   zeigt für seine TV-Geräte zwar keine eigenen Inhalte, kündigt aber an, dass dort dank Android-Anbindung nun zahlreiche Inhalte aus dem Google Play Store wie Video- und Gaming-Apps verfügbar sind.

UHD: Die Hardware ist da, der Content noch (fast) nicht (Bild: Philips)
Bild: Philips
UHD: Die Hardware ist da, der Content noch (fast) nicht

Trend 9: UHD-TV kommt dem Mainstream nur aus Hardware-Sicht näher

Genauso schleppend wie die Inhalte für Smart-TVs kommen die für Ultra-HD-Fernseher in Gang. Auf der einen Seite scheint es mittlerweile für jeden TV-Hersteller Pflicht zu sein, mindestens ein Gerät mit vierfacher Full-HD-Auflösung (4K) auf den Markt zu bringen - am besten mit gebogenem Display: Unter anderem Medion  , Technisat   und Philips   zeigen entsprechende Geräte.

Allein Samsung   kündigt zur IFA mehr als 20 UHD-TV-Modelle an. Dabei liegt der Einstiegspreis des Herstellers bereits bei massenmarkttauglichen 1.300 Euro. Gleichzeitig ist Samsung einer der wenigen Hersteller, die auch im Bereich Content Nägel mit Köpfen machen. Zur Messe will das Unternehmen sein UHD-Angebot mithilfe zahlreicher Partner ausweiten: Neben Amazon   sollen zu den UHD-Partnern   ebenfalls Netflix  , Maxdome  , Wuaki.tv   und Chili   gehören. Das Videoportal Netflix, das in den USA bereits 4K-Inhalte anbietet, will noch im September in Deutschland an den Start gehen. Der Dienst drehte zum Beispiel die zweite Staffel von "House of Cards" in 4K; das Problem ist jedoch, dass in Deutschland Sky   die Lizenzen der Serie erworben hat.

Pearl präsentiert Mehrfarben-3D-Drucker. Die Dame ist nicht im Lieferumfang enthalten (Bild: Pearls)
Bild: Pearls
Pearl präsentiert Mehrfarben-3D-Drucker. Die Dame ist nicht im Lieferumfang enthalten

Trend 10: 3D-Druck sucht seine Nische

3D-Druck hat seine Maker-Nerd-Nische verlassen und wird von immer mehr Anbietern für den klassischen Unterhaltungselektronik-Handel aufbereitet. So zeigt Pearl (Halle 7.2c, Stand 101-19) den brandneuen FreeSculpt 3D-Drucker EX2 mit Dual-Extruder. Er erlaubt die Produktion zweifarbiger 3D-Modelle - und das zu einem Preis von 799 Euro.

Gar nur 600 Euro kosten soll der 3D-Drucker von XYZprinting  . Er bringt einige Tausend 3D-Modellvorlagen mit, die in einer Cloud-Datenbank gespeichert sind. Neu im Portfolio des zur taiwanesischen Kinpo Group gehörenden Anbieters ist außerdem eine Kombination aus 3D-Scanner und 3D-Drucker, die auf Knopfdruck 3D-Kopien von Objekten anfertigt (siehe auch iBusiness: Zwölf Branchen: Wo sich 3D-Druck wirklich durchsetzt). Doch bis 3D-Druck genauso gewöhnlich wird wie der Tintenfarbdrucker neben dem Schreibtisch, werden wohl noch ein paar Jahre vergehen. Die wirklich überzeugenden Anwendungen sind auch in Berlin noch nicht zu sehen.
Thema: Das sind die Trends der IFA 2014

Kommentar von Verena Gründel

Inhalte statt Pixel

Wer am TV-Markt langfristig Geld verdienen will, muss sich von der Hardware lösen und seinem Kunden Content bieten.

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Verena Gründel, iBusiness (Privat)
Bild: Privat
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