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SEA-Mutation: Fünf Trends zur Zukunft des Performance-Marketings
16.03.2015 Früher war Suche gleich Google - und es reichte für Marken, SEA bei Adwords zu buchen. Heute suchen Nutzer auf vielen Kanälen, von Social bis zum Appstore. CPC-basierte Werbung im Suchumfeld wandelt sich. Marken und Agenturen müssen reagieren, sonst droht ihnen die Selbstabschaffung.
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Mediaguru Thomas Koch sieht die Kanäle nicht nur in die Breite, sondern auch in die Tiefe wachsen: "Nicht nur die Kanäle pluralisieren sich, auch die Funktionen. Vor drei Jahren dachte ich, Suche sei erledigt, die Strategien durchoptimiert, doch es kommen immer neue Aspekte dazu." Andere Kanäle seien dazugekommen, die streng genommen keine Suche seien, aber nach ähnlichen Prinzipien funktionieren: "Da gibt es eigentümliche Zwischenformen: Facebook etwa ist weder klassisches Display noch Search, aber ich nutze Facebooks Informationen, um bestimmte Zielgruppen zu erreichen; das ist der keywordbasierten Auslieferung von Anzeigen ja nicht unähnlich."
Nutzer suchen darüber hinaus Produkte direkt bei Amazon , bitten ihre Social-Media-Kontakte um Hilfe ('Wisdom of the Crowd'/'Followerpower'), Chefs suchen Mitarbeiter bei Xing und Linkedin , lexikalisches Wissen sucht man bei Wikipedia , Medien in Appstores und Streaming-Diensten. In allen diesen Kanälen lässt sich die Sichtbarkeit einer Marke erhöhen - nennt man die Maßnahme nun SEO, PR oder Appstore-Optimierung. Und immer mehr dieser Kanäle erlauben die finanzielle Manipulation der relevanten Ergebnisse - der Ergebnisseite oder des sozialen Streams - durch bezahlte Resultate.
Wie fließend beispielsweise die Grenze zwischen Suche und Social ist, zeigt, dass Time Linkedin als die "beste nicht genutzte Suchmaschine" im Web bezeichnete. Vor diesem Hintergrund ist es an der Zeit, den Begriff des Suchmaschinen-Advertisings neu zu begreifen und anzuwenden.
Im Bereich der bezahlten Sichtbarkeit ist die Auswahl an Tools aktuell kaum zu überschauen - besonders wenn man als Marketingverantwortlicher entscheiden soll, welches Tool nun welchem Marketingziel dienen soll - und wie man dieses messen will.
| Wann Sie welches Marketinggeld ausgeben können |
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- So bietet Twitter eine Lead Generation Card - einen bezahlten Tweet, bei dem Nutzer mittels Klick einfach ihre Kontaktinfos eingeben können;
- ferner gibt es den bezahlten Tweet mit einem Link, der zusätzlich mit einem Bild oder einem Video angereichert werden kann.
- Sponsored Accounts sind Firmen- und Markenaccounts, die den Nutzern via Ads nahelegen ihnen zu folgen.
Amazon
- In Amazons Produktanzeigen kann man sich mit einem Treffer einkaufen wie in Googles Ergebnisse über Adwords.
- Marken können Suchanzeigen in Googles App-, Musik- und Videoshop Play schalten und
- verschiedene Formen sozialer Werbung bei Google Plus buchen.
Spezielle soziale Netzwerke
- Stellenanzeigen im Business-Network Xing werden klickbasiert geschaltet.
- Das Business Network Linkedin bietet getargetete Ads an, ideal zum Beispiel, um Recruiting zu betreiben oder internationale Kampagnen im Business-Umfeld für kleines Geld zu schalten.
- Ebenso wie zum Beispiel Instagram , dort lässt sich seit kurzer Zeit erst ein neues Format buchen, das Bildergalerien mit weiterführenden Links kombiniert (iBusiness berichtete). Damit können Marken vor allem Jugendliche gut ansprechen.
Jeder dieser Kanäle hat seine eigenen Gesetze: "Google Adwords empfiehlt sich, um Menschen anzusprechen, die ein Problem lösen wollen", sagt Alex Buchanan , Geschäftsführer der Full-Service-Agentur Upon Online-Marketing . Daher sollten Handwerker, Anwälte - Dienstleister generell - sich hier positionieren. "Bei Amazon dagegen spricht viel dafür, dass man hier Menschen trifft, die im Entscheidungsprozess schon weit fortgeschritten sind. Bei Linkedin und Xing wiederum funktionieren Ads rund um's Recruiting."
Die Liste der Plattformen und Formate für klickbasierte Anzeigen in Suchkontexten wächst täglich weiter und lässt Marketingverantwortliche mit den Fragen allein: Welches Format unterstützt nun welchen Zweck am besten? Und auf welcher Plattform finde ich meine Nutzerschaft? Suchen Menschen ein spezifisches Produkt am ehesten in den Suchmaschinen der Shops und Appstores selbst oder doch ganz allgemein bei Google?
Diese wuchernde Komplexität der CpC-basierten Anzeigen in Suchumfeldern einerseits und die wachsende Verunsicherung der Werbetreibenden andrerseits schlägt sich in fünf Trends nieder; sie werden das prägen, was einst das zwar anspruchsvolle aber noch überschaubare Hoheitsgebiet von Adwords und SEA war.
Trend eins: Kanalzentrierte Strukturen weichen kundenzentrierten Strukturen
"Kunden und Agenturen sind meist nach Kanälen aufgestellt", sagt Markus Schindler. Diese Denke ist jedoch im Begriff sich zu überleben: Die neue Komplexität der Marketingaufgaben erlaubt eine Trennung nach Kanälen kaum noch. "Das einzige was zählt, ist die Zielgruppe. Anstatt Kanäle optimal zu bedienen gilt es nun herauszufinden, wie ich meine Zielgruppe zur richtigen Zeit mit den richtigen Botschaften erreichen kann." Statt in SEO, SEA, Banner, Mail und Social zu denken, organisieren zunehmend die Fragen nach Customer-Journey- und Zielgruppenanalyse die innere Aufstellung der Marketingabteilungen sowie der Datenbeschaffung-, anreicherung und -auswertung.
Trend zwei: Neue Agentur-Organisation und neue Kompetenzen
Neue interne Strukturen müssen auch auf der Agenturseite entstehen - das wird natürlich nicht einfach, da die Mehrheit der Kunden als Bremser fungieren wird."Viele Kunden denken noch immer zu wenig channel-übergreifend; so gibt es den SEA-Verantwortlichen, der sich auf Agenturseite den SEA-Spezialisten als Pendant wünscht", sagt Markus Schindler: ""Das muss sich ändern." Ebenso rigide sind die Budgets unterteilt. Wenn eine Agentur es jedoch vor den anderen schafft, diese Denke samt interner Organisation und Budgetverteilung auf Kundenseite aufzusprengen, hat sie ein Alleinstellungsmerkmal vor den anderen.
Um dies zu erreichen benötigen Agenturen Data-Mining- und Analysten-Kompetenz, gepaart mit Consulting: "Wer das zuerst erreicht, wird im Vorteil sein", sagt Markus Schindler. "Es ist natürlich auch schwierig, Kampagnenmanager zu finden, die gleichzeitig kompetente strategische Kundenberater und Datenminer sind, beziehungsweise ist es eine Herausforderung, das bestehende Team in der Doppelrolle auszubilden. Das dauert seine Zeit."
Trend drei: Budget-Granularisierung und Marken-Tod
Die Budgets granularisieren sich mit der wachsenden Anzahl an Kanälen, auf denen eine Marke glaubt, werben zu müssen. Das haben zum einen die Adwords-Budgets zu spüren bekommen, die immer mehr in Konkurrenz mit anderen Kanälen stehen, sagt Thomas Koch. Doch die Bedrohung ist eine andere: "Budgets, die eigentlich dem Markenaufbau vorbehalten sein sollten, wandern ins Netz, um an Käufer heranzutreten", stellt Thomas Koch fest. "Das Geld dafür kommt dann aus dem Marketing-Topf, nicht etwa vom Vertrieb, und schmälert die Budgets für den Markenaufbau." Die allgegenwärtige Messbarkeit von Online-Maßnahmen ist immer für eine Erfolgsgeschichte gut: Angenommen, über eine Performance-Kampagne erreiche eine Marke 8000 Menschen und 2000 davon kaufen: "Der Marketingverantwortliche interpretiert das natürlich als Erfolg und bekommt nicht mit, wie die Marke im Hintergrund schwächelt."In der Folge wanderten Käufer zu No-Name-Anbietern ab, weil die großen Marken lieber mit zerstückelten Budgets einzelnen Leads hinterherjagen, statt den Markenaufbau zu fördern. "Wer alle Kanäle bedienen will, ohne dass die Marke schwächelt, muss unweigerlich mehr Geld ausgeben", sagt Koch. Es gelte zu lernen, statt sich in der Marketingstrategie auf den verschiedenen Kanälen zu verzetteln - seine Strategieempfehlung für den Umgang mit der wachsenden Vielzahl an Kanälen: "Ziel muss eine Balance sein zwischen Markenaufbau, Kundenbindung und Kundenjagd. Geben Sie dem Marketingchef genug Geld, drei Jahre Zeit und fragen Sie dann, was er gelernt hat."
Trend vier: Targeting bleibt ein Fallstrick
Targeten per Keyword bei Adwords war nur der Anfang - auf den vielen neuen Kanälen stehen immer mehr, vermeintlich feinere Optionen zur Verfügung, suchende Nutzer abzugreifen. Trügerisch. Denn Targeting ist auf dem Weg, aber noch nicht am Ziel, sagt Thomas Koch: "Marken können immer besser auswählen, wen sie ansprechen wollen. Man sollte aber nicht vergessen, dass die Algorithmen nicht perfekt sind." Ähnlich hat auch schon iBusiness die Gefahren des Targetings analysiert (in Warum Targeting nur ein Irrglaube ist).
nach je mehr Faktoren man hinterher auswerten kann, wer geklickt hat und wer nicht, desto größer der Lerneffekt.
Trend fünf: Maschinelle und automatisierte Lösungen
Das Marketing im Suchumfeld, das mutierte, evolutionierte SEA der Zukunft wird zunehmend maschinell und automatisiert stattfinden. Der Mensch bleibt die strategische Intelligenz im Hintergrund. Markus Schindler glaubt: "Strategische Setups, Ideen für Kampagnen etwa, Kreation, sind Consultingdienste, die der Mensch noch bis auf Weiteres erledigen wird. Die Maschine kann schon heute aus dem Nutzerverhalten lernen und Bietentscheidungen treffen." Bald werden Marketinglösungen entscheiden mit welcher Werbeform ein Nutzer auf welchem Kanal angesprochen wird, um eine optimale Konversion zu erzielen.| Was die SEA-Mutation für Marken und Agenturen bedeutet |
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