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Stunde Null im Affiliate-Marketing: Bedeutungsverlust der Netzwerke

14.08.2014 Skalierbar, reichweitenstark, absatzorientiert - Affiliate-Marketing hat so viele Vorteile - was die Frage aufwirft, warum diese Marketing-Disziplin nicht den Marketing-Mix anführt. Die Antwort: Wegen der vielen Probleme, die die Affiliate-Netzwerke bislang geflissentlich ignoriert haben. Doch nun ziehen die Marken eigene Affiliate Private Networks auf - und läuten damit den Sturz der Netzwerke ein. Aktuelle Marktzahlen und Szenarien für die Zukunft eines Marketingkanals.

 (Bild: Pixabay / Public Domain)
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Das eigene Netzwerk bestimmt für Marken die Zukunft des Affiliate-Marketings. (Bild: Pixabay / Public Domain)
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Das eigene Netzwerk bestimmt für Marken die Zukunft des Affiliate-Marketings.

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Was zu tun ist:
Heute: Affiliate-Marketing über Netzwerke betreiben
Morgen: Private Networks errichten, Affiliate-Netzwerke ergänzend nutzen
Übermorgen: Affiliate-Netzwerke: Portfolio auf technische Dienstleistung ausrichten
Im Affiliate-Marketing findet gegenwärtig eine dramatische Verschiebung statt. Und diese wird dem an Problemen nicht unterversorgten Marketingkanal weiter zusetzen.

Diejenigen, die den Markt finanzieren - die Marken (Affiliate-Sprech: "Merchants") nehmen das Affiliate-Marketing selbst in die Hand und ziehen eigene Netzwerke auf, genauso wie immer mehr Performance-Agenturen. Das macht die intermediären Affiliate-Netzwerke zunehmend überflüssig: "Klar: Aus Sicht der Netzwerke und Affiliate-Agenturen stagniert das Geschäft", sagt Klaus Kuenen Marketing-Experte und ehemaliger Onlinemarketing-Manager beim Leserservice  .

Klaus Kuenen

"Die Marken machen das Affiliate-Marketing mit eigenen Privat Networks selbst - jede Performance-Agentur hat inzwischen das eigene Netz. Das ist schlecht für die Netzwerke."
Das bedeutet: Affiliate-Marketing als reichweitenstarkes Marketing- und Vertriebstool wird nicht untergehen - die Hoheit über den Kanal verlagert sich jedoch zu den Marken. Netzwerke als Intermediär werden allenfalls noch als ergänzende Plattformen benötigt.

Es gibt jedoch Wege, dem Versinken in die Bedeutungslosigkeit zu entkommen. Um diese zu verstehen ist ein Blick auf die vielen systemimmanenten Probleme des Affiliate-Marketings hilfreich.

Undurchsichtig, unflexibel, unhygienisch: Die Probleme des Affiliate-Geschäftes

  • Kosten: Affiliate-Marketing kann teuer werden, sagt Benjamin Ronnenberg   , Senior Onlinemarketing Manager
    Nexway SAS  : "Wenn Affiliateprovisionen, Netzwerkprovisionen. Agenturkosten und Trackingtools zusammenkommen, summieren sich die Kosten. Affiliates sind es gewohnt mit hohen Provisionen zu arbeiten, diese gibt jedoch nicht jedes Merchant-Geschäftsmodell her."
  • Fehlender Mehrwert, vor allem im Long Tail: Es bringt Advertisern oftmals keinen Vorteil, mit einem Netzwerk zu kooperieren. Besonders die kleinen Publisher steuern kaum zum Umsatz bei, Experten und Branchenkenner schätzen, dass ein einstelliger Prozentanteil der Affiliates rund 90 Prozent des Umsatzes generiert, die restlichen zehn Prozent des Umsatzes müssen von den über neunzig Prozent Kleinst-Publishern eingesammelt werden - eine mühsame und arbeitsaufwändige Klein-Klein-Arbeit.

    Der Unmut gegenüber den Affiliate-Netzwerken wächst, auch bei den Affiliate-Verantwortlichen der Merchants. Mancher von iBusiness Befragte will lieber nicht zitiert werden - um Ärger mit dem Affiliate-Netzwerk zu vermeiden, mit dem er zusammenarbeitet. Die Frage, die niemand laut aussprechen will (aber die sich viele stellen) lautet: "Wo liegt der Mehrwert eines Affiliate-Netzwerk für mich? Genügt Reicht es nicht, mit einigen handverlesenen Publishern direkt zusammenzuarbeiten?"
  • Reine Umsatzorientierung: Den Netzwerken ist es meist egal, woher ein Sale oder Lead kommt - Hauptsache es wird einer gemacht und es lässt sich eine Provision in Rechnung stellen. Dahinter stecken oft Ärgernisse für die Publisher: Eine Affiliate-Seite schleppt einen Kunden bis vor die Zielgerade des Checkout-Prozesses, dort jedoch hält der Kunde inne, googelt nach Gutscheinen. Wird er bei einem Gutschein-Affiliate fündig und schließt mit dessen Zutun den Kauf ab, setzt der Gutschein-Affiliate den Cookie und schnappt der anderen Affiliate-Seite, die alle Vorarbeit gemacht hat, den Sale weg. Mangelnde Transparenz bei der Abrechnung und ungenaue Aufschlüsselungen der Attributionen - sowas schürt Frust und treibt die guten Publisher weg von den Netzwerken. Praktiken wie der Ärger mit Gutscheinportalen sind ein massives Problem, klagen die von uns befragten Merchants.
Ende 2012 analysierten iBusiness und Xamine das Auftreten von Betrugsfällen im Affiliate-Marketing.
Ende 2012 analysierten iBusiness und Xamine das Auftreten von Betrugsfällen im Affiliate-Marketing. (Grafik: Xamine / Hightext Verlag)
Die Tendenz damals, sowohl was Fälle als auch Schaden angeht, war steigend
Die Tendenz damals, sowohl was Fälle als auch Schaden angeht, war steigend (Grafik: Xamine / Hightext Verlag)
  • Fraud: Affiliate-Marketing hat ein Fraud-Problem: Betrüger bauen beispielsweise Anzeigen der Marken nach und setzen ihr Cookie, um Sales abzurechnen, die eigentlich auf das Konto der Marke gehen - in der Analyse Affiliate in Deutschland wies iBusiness nach, dass Betrug im Wert von 10 bis 60 Millionen Euro jedes Jahr unentdeckt bleibt.
  • Kannibalisierung: Immer mehr Advertiser sind bemüht, die Kannibalisierungseffekte des Affiliate-Marketings zu vermeiden: "Marken wollen etwa nicht mehr, dass sie im Bereich SEA mit ihren Affiliates konkurrieren, sie untersagen das Brand Bidding", weiß Alexander Kösters , Leiter des Marketings bei der Online-Druckerei Viaprinto  . "Viele verbieten Retargeting als Tool, wollen kein Postview-Tracking oder verabschieden sich vom Coupon-Marketing - all das schränkt das Betätigungsfeld von Affiliates ein - und schmälert ihre Bedeutung"
  • Sumpfige Umfelder: Affiliate-Modelle führen gerne mal dazu, dass ein Werbemittel einer Marke auf einer Seite landet, die dem Markenkern Schaden zufügt: Seiten mit Piraterie-Content, pornografische Webangebote, 'Kauf mich, Du Sau'-Anzeigenfriedhöfe, Cookie-Maschinengewehr-Pages. Es lässt sich kaum vermeiden, dass bei der Vielzahl der involvierten Publisher irgendwann irgendein Teilnehmer eines Programms die Werbemittel auf Schmuddelseiten durchreicht. Dann prangt das Markenlogo auf einer Porno-Page: "Die Netzwerke sagen, spricht man sie auf so etwas an, stets: 'Wir wissen das zu verhindern!' - aber aus eigener Erfahrung sage ich: Das klappt leider nicht ausreichend", beschwert sich Alexander Kösters.
  • Fehlende Transparenz: Die komplexe Struktur des Affiliate-Marketings und seine komplizierten Abrechnungsmechanismen führen dazu, dass kaum einer der Beteiligten zu 100 Prozent durchblickt, was Sales und Honorare angeht. Die Folge ist gegenseitiges Misstrauen, sagt Andreas Schubert, Leiter Onlinemarketing bei der Tradeers E-Commerce GmbH   : "Die Merchants befürchten, dass Affiliates betrügen und so ungerechtfertigt Provisionen kassieren, da der Affiliate nicht immer seine Traffic-Quellen offen legen möchte." Der Affiliate misstraue wiederum dem Merchant, "ob wirklich alle Sales und Leads zu Recht storniert wurden und er leistungsgerecht bezahlt wurde."

Die Affiliate-Marketing-Trends 2014

Affiliate ist der drittwichtigste Kanal für Performance-Marketing-Agenturen nach SEA und Displaywerbung,
Affiliate ist der drittwichtigste Kanal für Performance-Marketing-Agenturen nach SEA und Displaywerbung, (Grafik: Hightext Verlag)
Diese Probleme treiben eine Evolution des Affiliate-Marketings voran. Diese wird allerdings nicht von den Netzwerken getrieben, die zu lange so getan haben, als sei der Affiliate-Fraud eine reine iBusiness-Fiktion und die den Vorwurf mangelnder Transparenz vonseiten der Merchants jahrelang erfolgreich ignoriert haben. Stattdessen sind es nun vor allem die Marken und auch die Agenturen selbst, die den Affiliate-Kanal umbauen. Das zeigen die Trends im Affiliate-Geschäft für 2014.

Trend: Private Networks
Marken nehmen das Affiliate-Marketing zunehmend selbst in die Hand: Sie bauen ihre eigenen privaten Netzwerke auf. Die Vorteile sind Legion, auf diese Weise die Mittler-Netzwerke zu umgehen: Mehr Transparenz, größere Margen wegen der wegfallenden Netzwerkprovision, größere Kontrolle darüber, wo und von wem die Werbemittel verbreitet werden und vieles mehr.

Alexander Kösters

Trend: Konzentration auf Premium-Publisher
Bis zu 90 Prozent des Umsatzes im Affiliate-Kanal werden mit nur fünf Prozent der Publisher generiert, schätzen von iBusiness befragte Experten - und die Tendenz geht salopp gesprochen noch weiter Richtung "Kleinvieh macht nur Mist". Marken nehmen nicht nur ihr eigenes Affiliate-Marketing in die Hand, sie konzentrieren auch rigoros die Zahl der Publisher, weil sich der Aufwand im Long Tail für ein paar Umsatzprozente kaum lohnt: "Den nicht performenden Long Tail abzuschneiden, hat für viele Marken deutlich gemacht, wie wenige Publisher das Geschäft tragen" , sagt Alexander Kösters: "Aus meiner Erfahrung kann ich sagen: Es reicht ein Dutzend, mit denen man gut umgeht, die man pflegt - und die dann auch wirklich gute Umsätze generieren."

Trend: Splitting-Netzwerke auf dem Weg zur Resterampe
Die Affiliate-Netzwerke sterben nicht unmittelbar aus. Denn die Marken haben keine Notwendigkeit, die Kooperation zu beenden - schließlich ist sie performancebasiert. Kommt etwas an Umsatz dabei herum - gut. Kommt nichts dabei raus - nicht schlimm. Doch sie spielen die zweite Geige hinter dem eigenen Private Network und dienen eher der Auslotung von Reichweiten in der Nische.

Trend: Performance-Konkurrent TKP
Alle Marken wollen qualitativ wertvolle Premium-Publisher für ihre Partnerprogramme - die hohe Nachfrage treibt die hochwertigen Seiten jedoch fort von Performance und hin zu TKP-Kampagnen. Klar: Wieso sollte eine gefragte und beliebte Seite mit wertvollen Inhalten ihr Inventar auf Klickbasis verkaufen und einer ungewissen Honorierung entgegensehen, wenn sie sicheres Ad-Impression-Geld über TKP-Kampagnen kassieren kann? Das führt zu einer verschärften Konkurrenz um die Premiumseiten und dem Einzug des TKP ins Affiliate-Geschäft.

Trend: Affiliate-Netzwerke verlieren ihre USPs an Dienstleister
Es ist längst nicht mehr nötig, ein Affiliate-Netzwerk zu konsultieren, um Affiliate-Marketing zu betreiben: Die Trackingtechnologie liefern Dienstleister auf Nachfrage an Marken. Mit Realtime Bidding steht außerdem eine Technik zur Verfügung, die die zielgenaue Auslieferung von Inventar an klar getargetete Zielgruppen erlaubt - dieser Performancekanal steht seit den vergangenen Jahren verstärkt in Konkurrenz mit Affiliate-Marketing. Hinzu kommen Anbieter wie Ingenious Technologies  : Die mit Veteranen von Zanox   besetzte Firma wirbelt den Markt durcheinander, indem sie gleich alles, was eine Marke für ein eigenes Affiliate-Programm benötigt, als White Label-Lösung feilbietet.

Diese Trends zeigen, dass die Zukunft die Affiliate-Netzwerke in die Nische führt - es sei denn, sie steuern den immanenten Problemen ihres Geschäftes gegen.

Perspektiven für die Netzwerke

Eine Reihe von Maßnahmen kann den Affiliate-Netzwerken den Mehrwert zurückgeben, den sie aktuell im Begriff sind, an die Private Networks der Marken zu verlieren.
  1. Publisher-Pflege: Netzwerke müssen zuallererst ihre Premium-Affiliates verhätscheln und intensivst betreuen: "Das Affiliate-Marketing lebt vom persönlichem Kontakt und dem Aufbau von persönlichen Beziehungen", weiß Luis Arteaga , Manager Affiliate-Marketing bei der Lotto24 AG  : "Einflussreiche Content-Publisher sind stark umkämpft. Darüber hinaus tragen sie die Opportunitätskosten, sodass neben einem attraktiven Partnerprogramm auch eine Basis des Vertrauens aufgebaut werden muss."
  2. Technologie-Dienstleister-Szenario: Netzwerke verkaufen ihre Dienstleistung nicht mehr als Ganzes, sondern bieten Technik, Kontakte zu Publishern, Tracking oder Adserving-Technologie on demand an - sie werden Dienstleister für die Private Networks der Marken.
  3. Transparenz, Tracking, Analyse: Seit Jahren sind sie Gegenstand von Kritik und wenig bis nichts ändert sich: Die undurchsichtigen Abrechnungen der Netzwerke; die oftmals als ungerecht empfundene Attribution, die zugunsten des letzten Cookies alle anderen Stationen auf der Customer Journey ignoriert, die unbefriedigenden Reportings - alles Stellschrauben, an denen zugunsten einer besseren Publisher/Advertiser-Bindung gedreht werden kann.
  4. Spezialisierung auf Nischen-Modelle: Wenn sich die Affiliate-Netzwerke Richtung Nische bewegen, weil immer mehr Marken direkt mit den großen Publishern operieren, lässt sich daraus eine Tugend machen - indem sich Affiliates beispielsweise auf SEO-Geschäftsmodelle konzentrieren, die Mehrwert für die Advertiser bieten, sagt Benjamin Ronnenberg: "Als Beispiel seien SEO-getriebene Nischen-Affiliates genannt, welche sehr zielgerichtet Seiten zu bestimmten Themen eines Merchants errichten und mit diesen ranken. Das ist immer ein Mehrwert für den Merchant der auch seinen Preis hat."














Ranking der Affiliate-Netzwerke in Deutschland nach Publishern und Merchants
RangUnternehmenZahl der Publisher weltweitZahl der Publisher in DeutschlandZahl der Merchants in DeutschlandGründungsjahrMitarbeiter in D (in JAE)Setup-GebührNetzwerk-Provision
1.Affilinet  520.000500.0001.87619971203.00030,00%
2.Zanox*  1.300.000450.0001.4002000195k.A.k.A.
3.belboon  120.00060.0001.100200225030,00%
TradeTracker DE  700.000150.000700201040k.A.30,00%
5.CJ Affiliate by Conversant**  71.00014.20095019986003.00030,00%
Firstlead GmbH/ADCELL  10000085.000600200314030,00%
7.Digistore24***  12.00010.0008.00020121007,90%
8.SuperClix****   1.600.0001.200.00050019977k.A.30,00%
9.Daisycon  70.0002.5008520008036530,00%
Webgains Deutschland*****  210.00042.00040020062095030,00%
11.masterad.de/ pointAD GmbH  6415779720113k.A.17%-20%
12.FinanceQuality (netzeffekt GmbH)  600500352012120k.A.
finanzpartnernetz  75075025200710030,00%

Quelle: Unternehmensangaben
Gelistet nach kombiniertem Rang aus Publisherzahl in Deutschland und Merchands in Deutschland; Danach alphabetisch
* Publisherzahl D geschätzt; Merchants: Zahl für D-A-CH
** Publisherzahl und Zahl der Merchants in Deutschland (weltweit 3.800) geschätzt;
***Merchants: Selbstbuchersystem
**** zählt bei Publishern auch inaktive mit
***** Publisherzahl D geschätzt
(Das Affiliate-Ranking ist Teil des Performance-Marketing-Posters 2014 von iBusiness, das zur Dmexco erscheint. iBusiness-Nutzer können es online kostenlos anfordern.



Je nachdem wie die Netzwerke diese Chancen wahrnehmen, bieten sich vier Szenarien für ihre zukünftige Rolle an.

Vier Szenarien für die Zukunft des Affiliate-Marketings

Handlungsbedarf besteht - denn die Analyse zeigt, dass passives Verhalten kaum zu einem guten Szenario für die Netzwerke führen wird. "Affiliate-Netzwerke haben im Grunde alles was sie benötigen: Kontakte zu Publishern, Technologie - der Fehler steckt im Gesamtkonzept", sagt Klaus Kuenen. "Der Knackpunkt: Auch bei einem Marktplayer wie Google   gibt es jede Menge systemimmanente Probleme für die Marken - nur sind die Advertiser an den Suchriesen gebunden, weil keine Alternative existiert. Anders bei den Affiliate-Netzwerken: Hier existiert die Alternative - in Form eines Private Networks."
Vier Szenarien sind vor diesem Hintergrund wahrscheinlich:

Vier Szenarien für das Affiliate-Marketing

Best-Case-Szenarien
Worst-Case-Szenarien
Aktiv
5%
Best-Case-Szenario

Marktrückeroberung

Die Affiliate-Netzwerke setzen auf Weiterentwicklung. Sie fahren den Service hoch, schaffen mehr Transparenz, sorgen für bessere Abrechnungen und halten so den bei den Marken um sich greifenden Trend zum privaten Netzwerk auf.

Aktiv
55%
Worst-Case-Szenario

Gesplitteter Markt

Künftig setzen Marken und Agenturen auf eine Kombination aus eigenem Private Network und einem Affiliate-Netzwerk: So erzielen sie möglichst große Reichweiten, Hauptumsatzbringer ist jedoch das private Netzwerk, die Affiliate-Verbunde erleiden einen schleichenden Bedeutungsverlust. Sie müssen zu technischen Dienstleistern werden und vor allem: Die Pflege der wertvollen Publisher hochfahren, um sie nicht an Marken oder TKP-Kampagnen zu verlieren.

Passiv
10 %
Best-Case-Szenario

Marktstagnation

Die Affiliate-Netzwerke tun nichts - das bringt ihnen zwar keine Marktanteile zurück, aber es reicht, um die gegenwärtigen zu halten. Denn die Lösung 'Private Network' ist nur etwas für große und erfahrene Marken, es bleiben genug Shops zurück für die Affiliate-Netzwerke. Das heißt: Für einige - eine Marktkonzentration geht mit der Stagnation einher.

Passiv
30%
Worst-Case-Szenario

Tod der Netzwerke

Affiliate-Netzwerke als Intermediäre zwischen Marke und Käufer sterben aus: Große Marken pflegen eigene Netze, in denen sie entweder selbst werben oder Inventar/Kampagnen an andere Shops verkaufen. Möglich wird dies dadurch, dass die nötige Technik zum Tracking oder Attributieren frei auf dem Markt zu haben ist - sie ist kein USP der Netzwerke mehr.

Thema: Stunde Null im Affiliate-Marketing: Bedeutungsverlust der Netzwerke

Kommentar von Sebastian Halm

Die Aggregatorenseuche fordert weitere Opfer

Sie ist ein Problem für alle Geschäftsmodelle, die nichts tun außer zu aggregieren: Die Aggregatorenseuche. Nun hat sie auch das Affiliate-Marketing befallen.

Weiterlesen
Sebastian Halm (HighText Verlag OHG)
Bild: HighText Verlag OHG
Neuer Kommentar  Kommentare:
kein Bild hochgeladen
Von: Karsten Müller ,  Smart Shopping and Saving GmbH
Am: 14.08.2014

Zu: Stunde Null im Affiliate-Marketing: Bedeutungsverlust der Netzwerke

Vielen Dank für einen ziemlich umfangreichen und, wie ich finde, gut recherchierten aktuellen Zustandsbericht.

Bei aller Euphorie für Private Networks und die vielen Vorteile, die wir als großer Publisher ja Gott sei Dank auch nutzen können, dürfen einige Sachen trotzdem nicht vergessen werden.

1. Viele Partner bedeuten auch viele Abrechnungen und den entsprechenden Aufwand und die Kosten.
2. Zeitnahe Ausschüttung der Provisionen ist bei den Netzwerken in der Regel gegeben, bei direkten Kooperationen gibts bei vielen Partner auch immer ein, zwei Probleme.
3. Auch wenn sich Netzwerke oft gern eher neutral verhalten, gefühlt bieten diese ein wenig mehr Sicherheit.
Für Shops und Marken, weil es bereits Erfahrungen über Affiliates und Vergleiche zur Konkurrenz gibt. Das hilft (*könnte helfen) u.a. Fraud zu minimieren.
Für Affiliates gibt es im Zweifel den "Schiedsrichter" Netzwerk, bei Problemen in Bezug auf Stornos und ähnliche Sachen.

Ich sehe die größten Probleme bei den Netzwerken auch in deren Verweigerung technischer Neuerungen. Bis heute wird in keinem Netzwerk eine Auswertung der Warenkorbanpassungen angeboten. Dass diese mittlerweile in ihrem Anteil die Stornos überholt haben, daas wissen nur Affiliates die das auch selbst messen.
Weiterhin ist hinlänglich bekannt, wie aufwendig es tatsächlich ist, Affiliates auf der einen und Merchants auf der anderen Seite zu betreuen. Die Manpower ist deutlich zu gering in allen Netzwerken und die Mitarbeiter sind schlicht überfordert.

Naja, einige gute Anregungen habt ihr ja gegeben und ich hoffe mal, das wird aufmerksam gelesen und der ein oder andere Ansatz dann auch genutzt.

Ganz kurz nochmal in eigener Sache, keine Ahnung warum es immer wieder (wenn auch kurz) Seitenhiebe geben muss, aber sowas muss nicht sein in dieser Diskussion:
ZITAT: "Praktiken wie der Ärger mit Gutscheinportalen sind ein massives Problem - und da sind wir noch nicht mal im Thema Fraud", klagt Tim Seewöster.

Ärger mit Gutscheinportalen und Fraud generell im unmittelbaren Zusammenhang aufzuzählen ist erstens unsachlich und als Pauschalaussage auch falsch.
Wir, als www.Gutscheine.de, haben mittlerweile Sieben bis Achtstellige TV Spendings im Jahr. Mit Masse sind damit auch wir die eher bekanntere Marke im Vergleich zu vielen von uns gelisteten Shops.

PAYBACK und die Firmenhistorie nötigen mir im Übrigen jeden Respekt ab, eine tolle Story - das Geschäftsmodell regt trotzdem zum Nachdenken an - genau wie der Gutscheinmarkt. Oder glaubt ihr wirklich jeder Shop und jede Marke finden "Dauerrabatte" toll?! Das soll übrigens kein "zurückschiessen sein, sondern nur eine Anregung die Dinge differenziert zu betrachten.

Btw: Wer nach PAYBACK bei Google sucht, dem wird dieser Title angezeigt:
"Gutscheine, Coupons & Aktionen im PAYBACK Bonusprogramm" ... aha :-))

Viele Grüße aus Berlin
Karsten (Prokurist und HoM)
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