Jetzt zum Webinar anmelden
November 2026 · Unser Geburtstagsgeschenk
35 Jahre iBusiness.
Im November alles frei lesen.
Zum Jubiläum öffnen wir alle iBusiness-Inhalte: vom 1. bis 30. November, für alle, ohne Anmeldung und ohne Bezahlschranke.
Alle Inhalte im November kostenlosRegistrieren Sie sich kostenlos und abonnieren Sie anschließend den iBusiness-Newsletter. So bleiben Sie bei den Themen auf dem Laufenden, die für Sie zählen.
CES: Sieben Trends, die das Digital-Jahr 2016 bestimmen
08.01.2016 Die Digital- und Elektronikbranche blickt nach Las Vegas. Denn auf der dort stattfindenden Fachmesse CES werden die Trends geschrieben und die Marktentwicklungen für 2016 vorgezeichnet. Der Megatrend dieses Jahr ist das Internet der Dinge. Es gibt kaum ein Produkt mehr, das nicht an das Netz angeschlossen ist, Daten für die Cloud produziert, teilt und auswertet. Sieben Trends zur CES zeigen, was 2016 wichtig wird:
HANDLUNGSRELEVANZ
|
|
Operativ |
Strategisch |
Visionär |
|
Technik |
|
|
|
|
Medien |
|
|
|
|
Wirtschaft |
|
|
|
|
|
heute |
morgen |
übermorgen |
Auch wenn die Abkürzung CES von Consumer Electronics Show stammt, wird diese ursprünglich thematische Eingrenzung dem Angebot auf der Messe längst nicht mehr gerecht. Denn die Ausstellung zeigt nicht nur, welche Technik zukünftig in unseren Wohn- und Schlafzimmern stehen wird, sondern außerdem wie Logistik und Produktion von morgen funktionieren, wie wir uns fortbewegen werden und welche Techniken unser Leben in Zukunft einfacher machen sollen. So spielen in diesem Jahr neben Smart Home, Wearables und TV-Trends vor allem neue Entwicklungen rund um das Auto der Zukunft eine große Rolle - vom Elektroauto über autonomes Fahren bis hin zu Smart-Car-Technologien. Kein Wunder, dass die Messeveranstalter Consumer Technology Association (CTA) die Medien bitten, nicht von "Consumer Electronics Show" zu sprechen, sondern nur noch von CES.
Ob Auto, Wearable, Fernseher oder Kühlschrank - all die Neuerungen auf der CES lassen sich einem großen Megatrend unterordnen: dem Internet der Dinge (IoT). Vernetzung spielt bei fast allen vorgestellten Produkten die zentrale Rolle. Aber nicht nur das: Immer mehr Entwicklungen sammeln Daten, speisen sie in die Cloud ein, lernen daraus und werden somit immer smarter. Die künstliche Intelligenz ist da nicht mehr weit.
Dem Megatrend untergeordnet sind das die wichtigsten Digitaltrends der diesjährigen CES:
1. Smarte Brillen: Virtual- und Augmented-Reality kommen im Mainstream an
Samsung hat seine Virtual-Reality-Brille Gear VR bereits 2015 für einen erschwinglichen Preis auf den Markt gebracht. Und Google stellte die Bastellösung für Smartphones Cardboard vor. In diesem Jahr werden etliche Hersteller dem Trend der Virtual- oder Augmented-Reality-Brillen folgen - eingeleitet wird das VR-Jahr 2016 durch die CES. Der Beweis: Die Facebook-Tochter Oculus startete die Vorbestellungen zur wohl prominentesten Virtual-Reality-Brille Rift pünktlich zum Messestart am 6. Januar. 599 Dollar soll das Gerät kosten und im Juni dieses Jahres ausgeliefert werden. Darüber hinaus will Sony die Brille Playstation VR noch in diesem Jahr herausbringen, genauso wie HTC die Vive - für die sogar ein eigener VR-Appstore geplant ist.Um dem Trend gerecht zu werden, haben die Messeveranstalter einen eigenen Marktplatz für Gaming & Virtual Reality eingerichtet, auf dem rund 50 Unternehmen ausstellen. Die großen Tech-Hersteller HTC oder Samsung sind da nicht mal inbegriffen. Die Ausstellungsfläche hat sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Noch viel schneller dagegen sollen sich die Verkäufe und Umsätze mit den Brillen entwickeln, wenn es nach der Marktforschungstochter des Messeveranstalters, CTA Research, geht: In diesem Jahr sollen 1,2 Millionen VR-Brillen über den Ladentisch gehen, was einem Anstieg von 500 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Umsatz soll demnach 540 Millionen Dollar betragen, ein Plus von 440 Prozent. In Deutschland können sich laut einer Umfrage des Bitkom immerhin 20 Prozent vorstellen, solche Brillen zu nutzen.
Um aber einen wirklichen Boom mit den Brillen auszulösen, müssen aber noch die Computerhersteller nachziehen. Denn laut einer Schätzung vom Chiphersteller Nvidia haben aktuell nur 13 Millionen PCs weltweit die Grafikkapazitäten, die für das Bespielen der VR-Headsets notwendig sind. Allein mit dem Kauf einer Brille ist es für den Konsumenten also nicht getan. Die hohen notwendigen Investitionen für die Anschaffung werden die Verbreitung vorerst ausbremsen.
2. Wearables: Die zweite Generation kommt auf den Markt
Im vergangenen Jahr sind Wearables weltweit in den Mainstream vorgedrungen. Jetzt geht es an das Feintuning der Produkte. Gleichzeitig drängen zahlreiche neue Hersteller auf den Markt. Das Zusammenspiel von Sensoren, Bluetooth Low Energy, Cloud-Computing, 3D-Druck und flexiblen Membranen beeinflusst im Moment die Evolution der am Körper tragbaren Mini-Computer. Wie das Marktsegment boomt, zeigt auch seine Entwicklung auf der CES: Im neuen Wearables Marketplace stellen 41 Unternehmen aus - die Fläche ist viermal so groß wie im Vorjahr. Zusätzlich gibt es einen Smart Watches Marketplace, auf dem sich weitere 11 Unternehmen präsentieren.Darüber hinaus zeigt Samsung am eigenen Messestand eine ganze Reihe neuer Wearables: Dort gibt es einen Business-Anzug mit RFID zu bestaunen, der das Handy entsperrt, wenn man es aus der Tasche nimmt, oder automatisch digitale Visitenkarten an sein Gegenüber sendet. Außerdem zeigt der Hersteller ein Golf-Shirt, das die UV-Strahlung misst, einen smarten Gürtel, der Bewegung und Bauchumfang misst und vor Gewichtszunahme warnen soll, und mit dem Tip Talk ein Armband, das Telefongespräche ans Ohr des Benutzers überträgt. Dafür muss dieser sein Ohr einfach nur mit dem Finger berühren.
Während die Wearables-Landschaft auf der einen Seite vielfältiger wird, nimmt auf der anderen der Design-Aspekt zu. Aus zum Teil billig anmutenden Plastik-Armbändern werden - wie beim neuen Blaze vom Fitnesstracker-Marktführer Fitbit - technisch hochwertiger wirkende Smartwatches. Außerdem bildet sich eine neue Produktuntergruppe: Smart Jewelry. Diese Schmuckstücke mit Wearable-Funktionen haben zum Beispiel Mira und Martian im Angebot.
3. Das Auto der Zukunft: Von Elektro über Autonomie bis zu Smart Car
Die CES stiehlt den großen Automessen immer mehr die Show. 115 Automotive-Technologie-Unternehmen stellen in diesem Jahr aus, darunter sind auch die Autobauer Audi , BMW , Ford , Hyundai , Mercedes , Toyota und Volkswagen . Chiphersteller wie Qualcomm , Blackberry und Nvidia präsentieren sich ebenfalls auf der Automotive-Ausstellungsfläche: Ein weiterer Beweis für die wachsende Bedeutung von Automotive für den Consumer-Electronics-Sektor und umgekehrt.Dort steht unter anderem das Thema Elektromobilität im Vordergrund: Schon im Vorfeld der Messe wartete die Autowelt gespannt auf die Präsentation des noch ganz jungen Fahrzeugherstellers und selbsternannten Tesla-Rivalen Faraday Future . Doch mehr als eine Konzeptstudie und unkonkrete Aussagen, wie die erste eigene Elektroauto-Entwicklung aussehen könnte, präsentierte das Start-up nicht. Frühestens in zwei Jahren darf man mit einem fahrtüchtigen Wagen rechnen. VW dagegen zeigte den schon recht konkret wirkenden Van Budd-e, der der elektrische - und gleichzeitig voll vernetzte - Nachfolger des VW-Busses werden soll. Und General Motors präsentiert mit dem Chevrolet Bolt einen mit 30.000 Dollar vergleichsweise günstigen Elektrowagen, der trotzdem eine beachtliche Reichweite von 320 Kilometern haben soll.
Auch in Sachen Connected beziehungsweise Smart Car hat sich ebenfalls einiges getan. Zum Beispiel in Sachen Benutzerschnittstelle: So zeigte VW mit dem E-Golf Touch ein neues Infotainmentsystem, das über Gestensteuerung bedient wird. Die vernetzte Innenraumtechnik des E-Tron Quattro Concept von Audi bedient man über Touchscreens mit Vibrationsfeedback - Knöpfe, Schalter, Hebel und Rädchen haben hier ausgedient. BMW und Ford dagegen verknüpfen das Connected Car mit dem Smart Home: Ford nutzt Amazons Sprachassistenten Alexa, um aus dem Cockpit heraus die Verbindung zur Haustechnik herzustellen. Und BMW macht es möglich, dass man dem Auto schon im Bad den Befehl geben kann, aus der Garage auszuparken oder sich vorzuklimatisieren. Umgekehrt kann man auf dem Weg nach Hause die Heizung im Wohnzimmer einschalten. Weitere neue BMW-Funktionen sind der Bumper Detect, der bei einem Parkrempler automatisch kleine Kameras rund ums Fahrzeug einschaltet, um den Täter auf frischer Tat auf Band festzuhalten, sowie Gesture Parking - hier erkennt die Smartwatch einen Wink mit dem Arm und gibt dem Auto den Befehl auszuparken. Neu bei BMW ist auch ein Motorradhelm, in dessen Visier ein Head-up-Display integriert ist.
4. Hochauflösendes Fernsehen: 4K-Auflösung wird wohnzimmertauglich
4K-Fernsehgeräte sind bei den Herstellern inzwischen Standard. Bei fast jedem von ihnen gehören sie neuerdings zum Programm. Und das obwohl 2015 laut CTA Research weltweit nur 7,1 Millionen Stück verkauft wurden. Aber man muss den Herstellern zugute halten, dass bislang noch Nachholbedarf in Sachen Inhalte besteht. Aber das ändert sich gerade: Streaming-Plattformen bieten immer mehr 4K-Content an, etliche Handy- und Digicams sind inzwischen in der Lage, 4K-Videos aufzuzeichnen, und auch Hollywood-Studios wollen in Zukunft Filme mit der UHD-Auflösung produzieren. Damit zwischen Herstellern, Content-Produzenten und Konsumenten keine Missverständnisse aufkommen, präsentiert die UHD Allianz ein neues offizielles Logo für die Technologie "4K Ultra HD" mit einer Auflösung von 3.840 mal 2.160 Bildpunkten. Nur Produkte und Content, die festgelegten Spezifikationen entsprechen, dürfen es tragen.Aber bei 4K ist noch lang nicht Schluss, findet zumindest LG. Der Hardware-Anbieter zeigt auf der Messe den ersten Prototyp eines 8K Super UHD-Fernsehers , der mit 7.680 mal 4.320 Bildpunkten auflöst. Viele Hersteller setzen darüber hinaus auf die HDR-Technologie (High Dynamic Range), die bisher nur bei der Fotografie zum Einsatz kam, und dunkle Bildbereiche automatisch optimieren und somit den Kontrast erhöhen soll.
5. Smart Home: Neue Geräte, alte Probleme
Smart Home bleibt vielerorts, auch in Deutschland, noch hinter seinen Möglichkeiten zurück. Zu teuer die Anschaffung, zu groß die Bedenken bezüglich Datensicherheit, zu lang die Lebenszyklen von Haus, Wohnung und Einrichtung. All diese Bedenken wollen die CES-Aussteller scheinbar mit unzähligen sinnvollen bis sinnlosen neuen Produkten für die Heimvernetzung wettmachen. Doch noch immer bleibt ein weiteres Problem. Denn die Frage, wie die einzelnen Geräte miteinander kommunizieren und welches System dabei die Oberhoheit behalten soll, wurde noch nicht gelöst. Standards sind weiterhin Fehlanzeige. Samsung versucht nun im eigenen Ökosystem die Frage nach der Schaltzentrale zu beantworten: Das TV-Gerät soll als Zentrum des vernetzten Zuhauses dienen. Dafür will der Hersteller seine neuen Fernsehgeräte mit entsprechenden Konnektivitäts-Optionen ausstatten.Auch der Kühlschrank, der in Zukunftsszenarien immer wieder als Lebensmittel ordernder Einkaufshelfer herhalten muss, ist ein Thema auf der CES: Ein Gerät von Samsung zum Beispiel erkennt mit Kameras, welche Lebensmittel er enthält und wann sie ablaufen, und zeigt diese Infos auf dem Handy an. Über eine App, die Samsung in Kooperation mit Mastercard entwickelt hat, kann man fehlende Lebensmittel direkt online nachbestellen. Außerdem wird er mit einem Display zum Schwarzen Brett, auf dem die Mutter ihrem Nachwuchs per App Nachrichten hinterlassen kann. LG zeigt einen Kühlschrank mir transparenter Tür, der auf ein Klopfen hin das Licht einschaltet, sodass man, ohne die Tür öffnen zu müssen, sieht, was drin ist. Außerdem soll er erkennen, wenn man davor steht und beide Hände voll hat, und automatisch die Tür öffnen.
Darüber hinaus zeigt zum Beispiel LG mit dem SmartThinQ Hub eine Alternative zu Amazon Echo, Sengled präsentiert eine LED-Glühbirne mit Sprachsteuerung. Der Bluetooth-Duschkopf Hydrao warnt vor zu viel Wasserverbrauch und schickt die Daten an das Smartphone. Der Strom dafür kommt aus dem Wasserfluss. Ein olfaktorischer Wecker namens Sensorwake weckt seinen Besitzer nicht mit Geräuschen, sondern mit Gerüchen von Ozean über Kaffee bis hin zu Schokolade. Und nicht zuletzt soll das Sicherheitssystem Cujo Smart-Home-Geräte vor Hackerangriffen und Viren schützen - um nur einige neue Gadgets zu nennen, die den Verbraucher von Smart Home überzeugen sollen. Schließlich werden nach Bitkom-Schätzungen bis zum Jahr 2020 voraussichtlich nur in einer Million deutscher Haushalte intelligente und vernetzte Sensoren oder Geräte eingesetzt, also gerade mal in 2,5 Prozent.
6. Flugtechnik: 2016 wird das Jahr der Drohnen - aber nicht überall
Drohnen und andere unbemannte Luftfahrzeuge sind eines der Hauptthemen der CES. Der Messeveranstalter prognostiziert, dass in zwanzig Jahren in den USA mehr als eine Million Drohnenflüge pro Tag stattfinden. Schon Weihnachten 2015 lagen Hochrechnungen zufolge 400.000 Drohnen unter US-Weihnachtsbäumen. Auf dem Marktplatz 'Unmanned Systems' zeigen sich aktuell 27 Aussteller auf mehr als 25.000 Quadratmetern. Bestaunen können Besucher unter anderem den Airdog , der seinem Besitzer bei sportlichen Aktivitäten auf Schritt und Tritt folgt und Aufnahmen aus der Luft macht. Parrot zeigt eine flache Drohne mit zwei Flügeln namens Disco, die 80 Stundenkilometer schnell werden und bis zu 45 Minuten in der Luft bleiben kann. Der chinesische Hersteller Ehang stellt ein Fluggerät vor, das sogar eine Person befördern kann. Der Passagier darf bis zu 100 Kilogramm wiegen und benötigt keine Fluglizenz, schließlich fliegt das Vehikel autonom.Das bisher aber wohl prominenteste Einsatzszenario - die Lieferung per Drohne - wir trotz der vielen Neuentwicklungen auf der Messe noch eine ganze Weile auf sich warten lassen. Denn die rechtlichen Hürden in Deutschland scheinen in den kommenden Jahren noch unüberwindbar. Schließlich plant die Bundesregierung aktuell erst einmal strengere Nutzungsregeln für private und gewerblich genutzte Flugdrohnen. Gerade in Ballungsgebieten ist der Einsatz zurzeit undenkbar.
7. Roboter: Die ewige Zukunftsvision wird immer realer
Bisher waren Roboter vor allem eine theoretische Zukunftsvision. Auf der CES aber werden sie langsam real. 27 Aussteller zeigen sich auf dem Robotics Marketplace - gut 70 Prozent mehr als vergangenes Jahr. Angetrieben wird dieser Trend von der wachsenden Anzahl an automatisierten Haushaltshelfern. 2018 sollen weltweit 35 Millionen Service-Roboter an private Haushalte verkauft werden. Allein 25 Millionen davon sollen Haushaltshelfer sein wie Staubsauger, Fensterreiniger und Rasenmäher. Das berichtet das Institut IFR in seinem World Robotics Survey .Aber nicht nur lästiges Putzen, Saugen und Rasenmähen nehmen uns die Helfer, die immer häufiger mit künstlicher Intelligenz ausgestattet und an das Internet angeschlossen sein werden, in Zukunft ab. Sie mixen uns Cocktails, legen unsere Wäsche zusammen und bringen unseren Kindern Naturwissenschaft und Programmieren bei .

