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Expert-Talk: GEO-PR: "Es geht um Relevanz in KI-Systemen" Video-Podcast ansehen
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KI-Tools für Content-Marketing

KI im Content Marketing: Erfolgsstrategien, produktive Methoden, Tools-Übersicht

13.03.2023 Inhaltsgetriebene Kommunikation unterstützt bei der Markenstärkung, Imagebildung und Leadgenerierung. An welchen Stellen des Content Marketing künftig Künstliche Intelligenz eingesetzt wird.

Homeless Gallery Kunstausstellung Kreation mit Künstlicher Intelligenz für das Straßenmagazin Hinz&Kunzt (Bild: Mantikor/Philipp und Keuntje)
Bild: Mantikor/Philipp und Keuntje
Homeless Gallery Kunstausstellung Kreation mit Künstlicher Intelligenz für das Straßenmagazin Hinz&Kunzt

HANDLUNGSRELEVANZ

 
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Die iBusiness-Handlungsmatrix zeigt, wie langfristig die vorgestellten Aufgaben angegangen werden müssen.
TL;DR
Je komplexer und menschennäher Contentformate sind, um so eher lässt sich Maschinenunterstützung für die Contentgenerierung realisieren.
Content Marketing ist im Marketingmix längst zu einer zentralen Disziplin geworden. B2B- und B2C-Marken entwickeln sich weiter zu Medien und Publishern - mit der Hoheit über die Produktion und Verbreitung eigener Inhalte. Inhaltsgetriebene Kommunikation ergänzt als 'Owned Media' die Bausteine 'Earned Media' (PR), 'Shared Media' (Social) und 'Paid Media' (bezahlte Werbung) und stärkt so die Erfolgschancen der Gesamtstrategie.

Studien bescheinigen Content Marketing seit Jahren eine nachhaltige Wirkung: Mit authentischen und nutzwertigen Inhalten kann das Markenimage besser optimiert und die Glaubwürdigkeit eher gesteigert werden als mit Werbebotschaften. Mit Content Marketing kann sich ein Unternehmen als Experte positionieren, Marken- und Produktinformationen vermitteln, neue Kunden und Kundinnen gewinnen und an sich binden. Es bereitet den Boden, um über alle Touchpoints in der Customer Journey hinweg die Markenbekanntheit weiter zu steigern und Kaufimpulse zu setzen.

Content Marketing erhöht den Wert der Marke.
Content Marketing erhöht den Wert der Marke. (Grafik: Content Marketing Forum / Scion)


Aus dieser Situation entstehen für Marketingentscheidungstragende drei Probleme:

  1. Mit der Verbreitung von Direct-to-Consumer-Strategien bei Marken und Herstellern wird die Nachfrage nach nutzernahem Content immer größer.

  2. Gleichzeitig steigt die Zahl der zu bespielenden Kanäle: Was in den vergangenen Jahren sich auf Snapchat   und Instagram   beschränkt hat, splittet sich immer weiter auf - von Pinterest   und Tiktok   bis hin zu Discord  , Reddit   und Twitch   - ohne dass die Aufzählung damit zu Ende wäre.

  3. Auf die Idee mit dem Content Marketing kommen natürlich immer mehr Unternehmen. Das sorgt zum einen dafür, dass die Contentproduzenten überall händeringend gesucht werden. Zum anderen wächst die Nachfrage nach wirklich einzigartigen Inhalten - mit Stockfotografie und Texten aus dem Archiv ist es immer weniger getan.

So ist es kein Wunder, dass der Boom rund um die Künstliche Intelligenz längst das Content Marketing erreicht hat. Sowohl Startups als auch etablierte Tool-Anbieter stellen Tools vor, die mit algorithmischer Hilfe Content selbstständig produzieren können - oder aber menschlichen Contentproduzierenden bei der Arbeit helfen können. In unserer Übersicht der Content-Arten und Content-Formate haben wir zusammengefasst, an welchen Stellen bereits Systeme zur Verfügung stehen beziehungsweise wo unterstützende Tools angeboten werden beziehungsweise in Arbeit sind:

Content-Arten und Formate für Content Marketing und ihre Eignung für KI: Je komplexer die eingesetzten Content-Formate sind, um so weniger eignen sie sich für die Ausspielung per Algorithmus
Content-Arten und Formate für Content Marketing und ihre Eignung für KI: Je komplexer die eingesetzten Content-Formate sind, um so weniger eignen sie sich für die Ausspielung per Algorithmus (Grafik: iBusiness)


Im KI-Klondike

Kein Wunder, dass die großen Toolanbieter (iBusiness: Die besten 12 Content-Marketing-Tools im Vergleich) sich überschlagen mit Ankündigungen zu KI-Integration. So bietet beispielsweise die Social-Media-Plattform Hootsuite   mit ZeroFox ein integriertes KI-Cybersicherheitstool an, um gehackte Konten, gefährliche Inhalte, schädliche Links und Fake-Markenkontent zu identifizieren.

HubSpot  , Plattformanbieter für Inbound-Marketing, Sales, CRM und Kundenservice, hat Anfang März mit 'Content-Generator' und ChatSpot.ai zwei neue KI-gestützte Tools angekündigt, die auf ChatGPT-Systemen von OpenAI   basieren: Der Content-Generator schlägt Blogtitel für ein Produkt vor und baut die Blogartikelstruktur eigenständig auf. Wie von ChatGPT bekannt, produziert er Content für Blogartikel, Landingpages, Webseiten, Vertriebs- und Marketing-EMails basierend auf einer Wissensdatenbank. ChatSpot.ai   soll per Sprachinterface die CRM-Datenbank pflegen können - von Kontaktberichten bis Vertriebs-EMails.

Der Run auf die Goldgrube "Künstliche Intelligenz ist riesig: Writerbuddy.ai   hat über 10.000 KI-Unternehmen und deren Finanzierungsdaten aus öffentlichen Datenbanken wie Crunchbase   zwischen 2015 und 2023 analysiert. Und auch wenn man vorsichtig sein sollte, wenn eine KI sich Finanzdaten anschaut (wie iBusiness berichtete) und man vielleicht sogar doppelt vorsichtig sein sollte, wenn sich eine KI mal Investitionen in AI anschaut, so lautet das Ergebnis: Die KI-Investitionen sind kontinuierlich in Milliardenhöhe angestiegen. Die Investitionen stiegen von 12,75 Milliarden Dollar im Jahr 2015 auf 93,5 Milliarden Dollar im Jahr 2021 - ein Plus von 633,33 Prozent. Vergleicht man die Veränderung von 2020 auf 2021 mit den vorangegangenen drei Jahren, in denen die KI-Investitionen nahezu konstant blieben, so hat die Pandemie 2020 dieses Wachstum beschleunigt.

Es ist allerdings vor allem ein US-amerikanischer Markt: In Europa gibt es kein einziges KI-Startup, das zu den von Writerbuddy identifizierten weltweit bestfinanzierten Unternehmen gehört, während die USA das Feld mit über 80 Prozent der bestfinanzierten KI-Startups dominieren. Der ChatGPT-Produzent OpenAI   führt das Feld mit über 11 Mrd. Dollar an, die seit seiner Gründung zusammengekommen sind, während alle anderen Unternehmen zusammen etwa drei Milliarden Dollar an Finanzmitteln erhalten haben. Das nächste finanzstarke KI-Startup ist Anthropic  . Von ehemaligen OpenAI-MitarbeiterInnen gegründet, hat es mit dem Versprechen, eine menschenähnliche und sichere KI entwickeln zu wollen, eine Milliarde Dollar eingesammelt - darunter ein Drittel von Google  . Die Mehrheit der top-finanzierten Goldbuddies-in-spe beschäftigt sich mit Spracherkennungsalgorithmen. Immerhin der Hersteller der Übersetzungssoftware Deepl  , Deepl SE aus Köln, hat es als Kölner Unternehmen mit einer Bewertung von über einer Milliarde Euro in die Riege der Klondike-Einhörner geschafft.

Am Markt der Algorithmen-getriebenen Content-Management-Tools produktiv (und damit auch für Marketingverantwortliche und Agenturen heute verwendbar) sind bereits eine Menge Startups und Toolanbieter. Eine aktuelle Übersicht:

Künstliche Intelligenz im Content Marketing: Algorithmische Content-Tools

Boomy   (Musik, Jingles und Sounds)
Booth.ai   (Produktfoto-Generator)
Browses.ai   (Datenmonitoring)
Chatsonic   (Chatsystem)
Clickable.so   (Ad- und Visual-Erzeugung)
Clipdrop.co   (Videoclip-Produzent)
Dall E2   (Bildgenerator)
DeepL   (Übersetzungssoftware)
DesignifyO   (Design-Generator)
Dreamix   (Videogenerierung  )
Elevenlabs   (Sprachgenerierung)
Flair.ai   (Mockups)
Glasp   (Social-Media-Zusammenfassung)
LOGO AI   (Logo-Design)
Midjourney   (Bildgenerator)
Neeva.com   (deutschsprachige Suche)
Papercup.com   (Videoübersetzung)
Perplexity.ai   (Storysuche)
Rationale.juna.ai   (Entscheidungsfindung)
Stockimg.ai   (Stockbilder generieren)
Supernormal   (Meeting-Notes)
Usechannel.com   (KI-Chatoberfläche für Datenbanken)

"KI ist ein ernst zu nehmendes Thema geworden"

Kristin Naragon, Chief Strategy and Marketing Officer bei Akeneo (Bild: Akeneo)
Bild: Akeneo
Kristin Naragon, Chief Strategy and Marketing Officer bei Akeneo

Wenn man in den vergangenen Monaten in den eigenen Social-Media-Feeds Posts von Agenturen und Marketern zum Thema KI sah, so dominierten dort ChatGPT-produzierte Texte, bei denen sich die KI über KI ausgelassen hat - mit unterschiedlich komischen Ergebnissen. Inzwischen mischen sich unter diese immer mehr Erzählungen über produktiven Algorithmen-Einsatz. Kristin Naragon, Chief Strategy and Marketing Officer bei Akeneo  , sieht den Vorteil bei der Content-Optimierung: "Wenn über die Google Vision AI   beispielsweise eine fehlende Farbe erkannt und vorgeschlagen wird, ist das eine wertvolle Unterstützung. Durch den Einsatz von KI-generierten Content können Produktbeschreibungen zudem viel schneller erstellt werden." Ihre Tests hätten gezeigt, dass die durchschnittliche Zeit, um ein Produkt auf den Markt zu bringen, mit KI von 24 Stunden auf 15 Minuten verringert werden kann: "Das ist schon beachtlich und schafft Marketern Zeit für andere, kreative Aufgaben."

Sascha Fanetti , Creative Director bei der Performance-Marketing-Agentur Notch Interactive  , setzt KI traditionell bei Predictive Analytics an. Auf Persönlich.com erzählt er: " Im Bereich Kreation ist KI in letzter Zeit ein ernst zu nehmendes Thema geworden. Hier nutzen wir zum Beispiel Midjourney, Dall-E2 und weitere KIs, um beispielsweise den Erstellungsprozess in der Art Direction effizienter zu gestalten."

Lars Börgeling, Director Customer Operations DACH bei Cegid (Bild: Cegid)
Bild: Cegid
Lars Börgeling, Director Customer Operations DACH bei Cegid

"Der Einsatz von KI in der Agentur hat in der jüngsten Zeit sehr stark zugenommen," verrät dort Tino Elsener , Strategy Director Digital und Partner bei der Agentur Sir Mary  .

Lars Börgeling , wiederum, Director Customer Operations DACH bei HR-Softwareanbieter Cegid Talentsoft  , stellt in diesem Zusammenhang die Frage nach den Mitarbeitenden-Skills: "Aktuell betrachten wir KI aus der Perspektive von Generationen, die geprägt sind von einem selbstständigen Ansatz. Künftige Generationen hingegen Fragen bei Problemen einfach die KI-Anwendungen. Das ist auf jeden Fall schneller, aber wird es die Entwicklung wichtiger Kernkompetenzen beeinträchtigen und künftig zu einem Creative-Skill-Gap führen? Ich denke nicht. " Durch den Einsatz von ChatGPT bekämen Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, sich auf ihre Kreativität zu konzentrieren und ihre Kommunikationsfähigkeiten zu verbessern. Denn die Relevanz von Soft-Skills werde auch in Zukunft nicht abnehmen.

Björn Radau, Senior Director Marketing & Communications bei Teads (Bild: Klaus Knuffmann)
Bild: Klaus Knuffmann
Björn Radau, Senior Director Marketing & Communications bei Teads

Björn Radau , Senior Director Marketing & Communications bei der Mediaplattform für programmatische Werbung, Teads  , nutzt KI als Werkzeug zur Rechercheaufbereitung: Sie eigne sich "ganz besonders dafür, den manchmal schwierig in Gang zu setzenden kreativen Prozess zu befeuern. Vor diesem Hintergrund erzeugt sie halbfertige Text-Bausteine, die ich zu Corporate Content weiterverarbeite." Er ist der Überzeugung, dass KI über das Potenzial verfügt, Marketing-Kampagnen erfolgreicher zu gestalten: "Schon jetzt optimiert die Maschine die Kampagnenausspielung mit Blick auf den zu erreichenden KPI. Bei der dynamischen kreativen Optimierung (DCO) entscheidet der Computer anhand von Datensignalen, welche Kampagnen-Assets bestmöglich kombiniert werden müssen und welcher Call to Action gerade jetzt am besten performt. Noch braucht es das wachsame Auge des Menschen. Aber schon jetzt schafft KI Freiräume, die für anspruchsvollere Aufgaben wie die strategische Planung, die ein hohes Maß an Entscheidungs- und Problemlösungskompetenz erfordert."

Shafquat Islam, CMO bei Optimizely (Bild: Optimizely)
Bild: Optimizely
Shafquat Islam, CMO bei Optimizely

"Ich sehe, dass KI-generierte Bilder Stock-Images und möglicherweise sogar Produktfotografie in naher Zukunft ersetzen werden. Auch wenn die Qualität der Texte noch ausbaufähig ist, verbessert sich die künstliche Intelligenz alle sechs Monate um eine Größenordnung", ist Shafqat Islam überzeugt. Der CMO bei Optimizely    prognostiziert: "Mit dieser Technologie in den Händen der Vermarkter werden Marketing-Teams stärkere Strategien entwickeln, die Suchmaschinenoptimierung verbessern, Inhalte schneller erstellen und vieles mehr."

KI als Tool für automatisches Bidding sowie die Produktion von Content oder Formaten können Menschen nicht ersetzen, findet Matthias Postel , CEO der Onlineagentur iCompetence GmbH  : "Wenn hier nicht Grenzen gesteckt werden und die KI - die ja immer noch in den Kinderschuhen steckt, - an die Hand genommen wird, sind Fehlentwicklungen programmiert", ist er überzeugt. Denn die KI sei nur so gut wie die Daten, aus denen sie lerne. Auch Unternehmensdaten seien oft genug von fragwürdiger, da widersprüchlicher Qualität: "Über Generationen hinweg und unter unterschiedlichen Prämissen angelegt, stiftet die KI nur Verwirrung, anstatt für Automatisierung zu sorgen."

Auch Radau warnt: "Von der Illusion, dass KI ab sofort den Menschen ersetzt, sollten wir uns zunächst wieder verabschieden. Die KI muss also permanent durch Menschen angelernt werden. Und auch bei komplexen Aufgabenstellungen, die Interpretation oder die Erklärung logischer Zusammenhänge erfordern, liefert die KI fehlerhafte Ergebnisse - noch."

Thema: KI im Content Marketing: Erfolgsstrategien, produktive Methoden, Tools-Übersicht

Kommentar von Joachim Graf

Kreativität schlägt Umsetzung

Algorithmen-unterstützte Content-Tools werden die Agentur- und Marketingbranche verändern. Etwa so sehr wie die Layout-Funktion von Microsoft Word.

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 (Michael Poganiatz)
Bild: Michael Poganiatz
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