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Instagram & Co.: Wie visuelles B2B-Marketing und -Employer-Branding wirklich funktionieren
29.04.2019 Die meisten Unternehmen haben ihr Potenzial in der B2B-Kommunikation mit Instagram noch lange nicht ausgeschöpft. Denn richtig eingesetzt können sie mit Hilfe dieser Plattform erfolgreiches Employer Branding betreiben und für eine starke Marken-Awareness sorgen.
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Zunehmend auch im B2B-Bereich, auch wenn Facebook laut B2B E-Commerce Konjunkturindex auch hier noch der meist genutzte Social-Media-Kanal unter den befragten B2B-Unternehmen ist (mit 89 Prozent). Weitere 7 Prozent planen die Nutzung von Facebook. Auch YouTube , Xing und LinkedIn werden aktuell bereits häufig genutzt. Instagram und Twitter kommen dagegen aktuell nur bei etwa einem Drittel der B2B-Unternehmen zum Einsatz.
Anwendungssituationen statt Porträts
Doch die Bildsprache kommt auch zunehmend bei B2B-Zielgruppen an. Instagram eigne sich sehr gut, um Marken-Awareness zu schaffen und Employer Branding zu betreiben, betont Claudia Leischner , Geschäftsführerin der B2B-Werbeagentur Gyro . Zwei Drittel aller Kunden der Agentur setzen in ihrem B2B-Kommunikationsmix auch auf Instagram. Besondere Herausforderung hier ist die sehr hochwertige Bildsprache. Für B2B-Posts auf Instagram empfiehlt Leischner, zwei Grundsätze zu beachten: "Die Bilder müssen bewusst in Szene gesetzt werden. Und sie müssen authentisch sein." Statt einen Arbeitsschutzhelm auf einem Schreibtisch zu fotografieren, wäre es beispielsweise besser, ihn in einer Baustellensituation zu zeigen oder mit gelben und blauen Helmen ein kontraststarkes Muster zu erzeugen.| 10 Tipps & Tricks für B2B-Marketing auf Instagram |
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Als authentisch gelten vor allem Anwendungssituationen. So präsentiert beispielsweise der Baumaschinenhersteller Liebherr auf Instagram schweres Gerät unter schwierigsten Einsatzbedingungen, Engelbert Strauss inszeniert seine Berufskleidung bevorzugt in Arbeitssituationen und die Krones AG gibt Einblicke, wie ein Produktionsablauf mit seinen Maschinen und Getränke-Abfüllanlagen in der Praxis aussieht.
Auch per Videos lassen sich Maschinen, Geräte oder Werkzeuge auf Instagram in Szene setzen. Insbesondere für erklärungsbedürftige Produkte sind sie prädestiniert. Aber sie sind für B2B-Anbieter noch aus einem zweiten Grund interessant: Während sich mit Bildinhalten eine Zielgruppe kaum eingrenzen lässt, ist dies mit Videos über einen kleinen Trick möglich. "Bei Mainstream-B2C-Kampagnen achtet man in der Regel darauf, so viele User wie möglich direkt in den ersten drei Sekunden zu begeistern. Bei B2B ist es genau umgekehrt", erläutert Patrick Bales , Geschäftsführer von Stoyo . Das Berliner Adtech-Startup ist auf datengetriebenes Video-Marketing spezialisiert. "Gleich in den ersten Sekunden sollte sehr spitz kommuniziert und damit eine Art Selektion herbeigeführt werden, damit wirklich nur die Zielgruppe das Video weiterschaut und der Algorithmus lernen kann, genau diese User zu finden", erklärt Bales. Auf diese Weise werde sich das Video mit hoher Wahrscheinlichkeit nur innerhalb der gewünschten Zielgruppe verbreiten. Möchte das werbende Unternehmen später Kommentare oder Likes auswerten, muss es keine Nadel im Hauhaufen suchen, sondern kann davon ausgehen, dass es sich dabei um potenzielle B2B-Interessenten handelt.
Wer Videos auf Instagram einsetzen möchte, sollte aber unbedingt darauf achten, dass Produktionsaufwand und Nutzen in einem gesunden Verhältnis stehen. Denn Videos erzeugen nur für ein kurzes Zeitfenster eine hohe Aufmerksamkeit, bevor sie in den Newsfeeds der Nutzer untertauchen. Mehrwöchige, kostspielige Produktionen wären kaum zielführend.
Organische Inhalte mit Werbung koppeln
Als drittes Content-Format kommen Stories ins Spiel: Fotos und kurze Video-Schnipsel können zu unterhaltsamen Geschichten verknüpft werden, die sich mit Text, grafischen Elementen, Stickern und Standort-Angaben ergänzen lassen, beispielsweise um Einblicke in Büro-Situationen, Prozesse oder Tagesabläufe zu geben. Über ein Nachrichtenfeld innerhalb der Story kann der Betrachter mit dem Absender in Kontakt treten. Nach 24 Stunden löscht sich die Story selbstständig. Da die Stories über einen separaten Bereich ausgespielt werden, überschwemmen sie nicht den Feed der Follower. "Im B2B-Umfeld sind Stories von wachsender Bedeutung", sagt Leischner. Oft sind die kleinen Clips nur fünf bis zehn Sekunden lang, dafür aber authentisch und können tiefe Einblicke in Arbeit einer Firma geben. "Wenn Stories viele Views generieren, steigt die Follower-Zahl exponentiell", so die Expertin. Ihr Tipp: Häufig und regelmäßig dieses Format einsetzen, idealerweise täglich. Die limitierte Zugriffszeit und ständig neue Einblicke sorgen für enorme Aufmerksamkeit und schaffen Nähe zum Kunden. Bei Instagram kommt es mehr als in anderen Social-Media-Kanälen auf Inhalte und gutes Storytelling an. Das ist nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass hier kein Content mit Link beziehungsweise ausschließlich wegen des Links gepostet werden kann. Unternehmen müssen sich aus diesem Grund viel mehr ins Zeug legen, ihre Botschaft gut und griffig zu präsentieren.In der Praxis habe es sich bewährt, die organischen Inhalte auf Instagram mit Werbung zu unterstützen. Beispielsweise bewirbt Gyro etwa die Hälfte seiner Beiträge. Der Vorteil: Organische Inhalte können auf Instagram nicht auf Zielgruppen ausgerichtet werden, Werbung hingegen sehr gut. Die Plattform nutzt die gleichen Werbe-Tools wie der Mutterkonzern Facebook. Standort, Interessen, Demografie und Verhalten sind nur einige Targetingkriterien. Voraussetzung für Werbeschaltungen ist eine eigene Facebook-Seite, mit der das Instagram-Unternehmensprofil verknüpft werden kann.
Eine besondere Strategie ist es, Instagram-Inhalte für andere Kanäle verfügbar zu machen, so wie es zum Beispiel Indola praktiziert - eine B2B-Marke für Friseurbedarf von Henkel . Auf Instagram posten Friseure ihre Kreationen unter einem bestimmten Hash-Tag. Viele dieser Fotos erscheinen später auch auf Indola-Website und setzen die eigenen Produkte dort in Szene. Um diesen User Generated Content für Werbezwecke nutzen zu können, findet die Software des Hamburger Startups Squarelovin auf Instagram Inhalte, die sich mit bestimmten Marken befassen und fragt beim Autor die Nutzungsrechte der Fotos und Videos für Werbezwecke an. Da die zusätzlichen Veröffentlichungen die Bekanntheit und Reichweite der postenden Accounts erhöhen, erlauben viele Instagramer die Werbenutzung gern. Dem Technologieanbieter zufolge liegt die Zustimmungsrate im Durchschnitt bei 95 Prozent. Der große Vorteil: Es sind sehr authentische Bilder, die Interesse wecken. Auf der Indola-Homepage sei zum Beispiel bei Nutzern eine um 118 Prozent höhere Verweildauer gemessen worden, wenn sie zuvor mit dem User Generated Content interagiert hatten.
Recruiting und Employer Branding: Arbeitgeber noch zögerlich
B2B-Marketing in Social Media wird zunehmend auch für Recruiting und Employer Branding wichtiger. Einige Zahlen dazu:- Nur drei Prozent der in der Studie Best Recruiter des Career Verlags getesteten 423 Arbeitgeber nutzen keine der elf untersuchten Social-Media-Plattformen für Recruiting-Zwecke. Die Unternehmen präsentieren sich am häufigsten auf Xing , LinkedIn und Kununu . Über Instagram versuchen immerhin 15 Prozent Mitarbeiter anzulocken.
- Dabei wäre gerade Instagram der richtige Kanal, um besonders junge Nachwuchskräfte anzusprechen. Laut Studie von Faktenkontor und IMWF nutzen 71 Prozent der 14- bis 19-Jährigen Instagram, bei den 20- bis 29-Jährigen sind es noch 49 Prozent.
- Noch expliziter nutzt jeder 20. Kandidat aus der Generation X und schon jeder 10. aus der Generation Y häufig Instagram zur Suche nach Informationen (bspw. Stories, Bilder, Eindrücke) über Unternehmen, so eine Studie der Unis Bamberg und Erlangen Nürnberg . Um potenziellen Bewerbern zu vermitteln, was sie erwartet, hat sich beispielsweise Bayer eines Instagram-Takeovers bedient. Dabei übernimmt eine Person für eine vorab vereinbarte Zeit den eigenen Instagram-Account. Im Fall des Chemie- und Pharmaziekonzerns waren es Azubis und Praktikanten, die während ihres Takeovers mit Kurzvideos und Bildern über ihren Arbeitsalltag berichteten.
- Unternehmen, die häufig Social-Media-Kanäle für die Image-Werbung nutzen, haben ein besseres Employer Branding. Bislang ist die allgemeine Nutzung der neuen Social-Media-Kanäle (WhatsApp, Snapchat und Instagram) für die Veröffentlichung von Stellenanzeigen und Imagewerbung vergleichsweise gering. Nur ein kleiner Anteil der Top-1000-Unternehmen in Deutschland nutzt diese Kanäle.
Vier Szenarien für B2B-Marketing und Employer Branding auf Instagram
Nahbarkeit
Instagram macht Unternehmen und Marken nahbar wie kaum ein anderes soziales Netzwerk. Dass Nutzer eine überdurchschnittlich hohe Bereitschaft mitbringen, sich aktiv mit Unternehmen auseinander zu setzen, machen sich immer mehr Unternehmen in ihrem Marketing und ihrer Employer-Branding-Strategie zunutze.
Abnutzungseffekt
Der Run auf Instagram als Marketing- und Employer-Branding-Kanal bringt einen gewissen Abnutzungseffekt mit sich: Wording und Bildsprache gleichen sich unter den Unternehmen zu stark an, um bei der Zielgruppe noch Wow-Effekte hervorzurufen.
Kultur infiltrieren
Viele Unternehmen scheuen nach wie vor Zeit und Aufwand für ein konsistentes Social-Media-Marketing. Mit der Generation jüngerer Mitarbeiter, die sich ganz selbstverständlich auf Instagram & Co. bewegen, wird aber eine neue Kultur quasi "infiltriert".
Nicht selbst in der Hand
Instagram lebt davon, dass man sich dort aktiv in Szene setzt. Was aber nicht heißt, dass man dort nicht über Unternehmen sprechen kann, auch wenn sie selbst nicht in Instagram aktiv sind. Für die Unternehmen bedeutet das aber, dass ihnen die Kommunikation über sie aus der Hand genommen wird.
