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Interaktiv-Trends 2010 (8): M-Commerce
23.12.2009 M-Commerce wird 2010 einen kräftigen Schub erleben. Denn mit der Einführung von Datenflatrates und Handys à la iPhone sind zwei der wichtigsten Hürden auf dem Weg zum Massenmarkt genommen - wenn auch noch längst nicht alle.
Doch die zwei wichtigsten Hürden auf dem Weg in den mobilen Handel sind genommen: Datenflatrates und entsprechende Endgeräte. Monatsflatrates für die Nutzung des mobilen Internets sind im Jahresverlauf deutlich im Preis gesunken. Laut aktuellem BVDW Mobile Monitor liegt die günstigste mobile Internetflatrate für einen Monat bei 14,99 Euro (mit einem Übertragungsvolumen von mindestens fünf Gigabyte) - zu Beginn des Jahres waren es noch 19,80 Euro. Dies entspricht einer Vergünstigung von rund 24 Prozent. O2 bietet seit Kurzem eine Handy-Flatrate für 6,80 Euro an bei einem monatlichen Datentransfer von bis zu 200 Megabyte. Die Kosten für die mobile Internetnutzung werden auch 2010 weiter sinken. Die mobile Internetflatrate wird - analog zur Entwicklung beim stationären Internet - immer mehr zum Standard.
Auch der Handymarkt ist in Bewegung. Android-Smartphones stehen dem Trendsetter iPhone technisch in nichts nach. Sie sind sogar oft günstiger als Apples iPhone oder das Blackberry von RIM. Gerüchte um den nahen Start des ersten Google-Handys befeuern den Markt. Medienberichten zufolge soll das Smartphone mit Namen "Nexus One" sogar schon im Januar auf den US-Markt kommen.
So gibt es nur noch eine Hürde für den mobilen Handel auf dem Weg in den Massenmarkt. Die allerdings scheint noch unüberwindbar: die Zusammenarbeit der Marktteilnehmer. So fehle es einer Studie von ECC Handel zufolge weder an kreativen Lösungen noch an Vielfalt. "Doch gerade diese Insellösungen führen zu einer Kannibalisierung des Marktes", warnen die Studienautoren. Jeder Anbieter investiere separat in die Entwicklung und sei dabei bedacht, die Vorteile seiner eigenen Lösung von denen der Konkurrenz abzugrenzen. "Allen aktiven Anbietern entstehen so hohe Kosten, die Nutzer sind mit der Vielzahl unterschiedlicher Möglichkeiten überfordert und verweigern sich einer mehrfachen Registrierung", lautet das ernüchternde Fazit. Dementsprechend fordern die Analysten einheitliche Standards bezüglich der Größe der Displays, der Zugriffstechnologie und Zahlungssysteme.
Am Bezahlvorgang via Handy wird sich der Erfolg des M-Commerce entscheiden. Bislang existiert dafür noch keine einfache und standardisierte Lösung auf dem Markt und ist in den nächsten Monaten auch noch nicht in Sicht. Hier wird es Hauptaufgabe der Anbieter sein, sich das Vertrauen der Kunden zu erarbeiten. Denn diese vermeiden, wenn möglich, die Bezahlung per Handy, hat eine Studie von Denkwerk und Phaydon ermittelt. Demzufolge kaufen Nutzer erstmal nur dann mobil ein, wenn sie beim Anbieter online ihre Kontodaten hinterlegt haben. So muss es vorerst ohne standardisierte Payment-Lösung gehen.
Nachdem mit den hohen Kosten nun die laut einer Studie von dmc größte Hürde genommen ist, müssen Anbieter nun an der noch "mangelhaften Usability" arbeiten. Für über 70 Prozent stellt die Darstellung der Seiten, die nicht für das mobile Endgerät optimiert sind, ein Problem für die Nutzung dar. Neben Amazon, Ebay und Lufthansa haben auch Xing , Facebook und Twitter das Problem erkannt und bieten dem Nutzer optimierte Seiten an. Hier müssen die Shopbetreiber nachziehen. Denn schon jeder fünfte Nutzer würde laut Studie gerne online shoppen, allerdings biete der ausgewählte Versandhändler für die Befragten keine für das Handy optimierte Anwendung an.
So herrscht Einigkeit darüber, dass der M-Commerce in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnt. Über die Stärke des Einflusses von M-Commerce auf den ECommerce-Markt indes gibt es sehr geteilte Meinungen, hat ECC Handel ermittelt. Knapp ein Drittel (30,9 Prozent) der befragten Branchenexperten (Onlinehändler, Internet-Dienstleister und Portalanbieter) ist sich der Stärke des Einflusses von M-Commerce auf den ECommerce-Markt sicher. Fast ein weiteres Drittel ist sich unsicher (32,4 Prozent) und das übrige Drittel stimmt der Aussage eher nicht zu (35,3 Prozent). Etwas mehr als ein Viertel der Teilnehmer rechnet dem M-Commerce eine so hohe Bedeutung zu, dass Onlineshops, die diesen Trend missachten, zukünftig auf dem Markt keine Chance mehr haben. Die restlichen Teilnehmer sehen jedoch trotz hoher Bedeutung des M-Commerce dessen Einfluss auf die Marktteilnehmer als nicht allzu gravierend an.
M-Commerce gewinnt erheblich an Bedeutung, darüber herrscht Einigkeit. "Inwiefern der M-Commerce den ECommerce-Markt verändern wird, bleibt abzuwarten, da sich momentan noch kein klarer Trend abgezeichnet hat", fassen die Studienautoren von ECC Handel zusammen. Knapp die Hälfte der Teilnehmer geht jedoch davon aus, dass der M-Commerce einen positiven Einfluss auf das Marktvolumen des ECommerce-Marktes hat.
Entscheidend wird sein, wie leicht und intuitiv die Bedienung der mobilen Anwendungen sein wird.
