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Interaktiv-Trends 2010 (12): Mobile Usage
31.12.2009 Smartphone, Netbook, Notebook oder EBook-Reader: Den Kampf um die Vorherrschaft bei mobilen Endgeräten entscheiden die Anbieter für sich, die Office-Funktionen und Lifestyle-Komponenten in einem Gerät vereinen können. Vorreiter hierbei sind aber nicht die Endgerätehersteller, die Trends beim Thema Mobile Usage setzen andere.
Im noch recht jungen EBook-Markt wetteifern schon jetzt allein mehrere Dutzend namhafte Anbieter um die Marktführerschaft, allen voran Amazon mit seinem Kindle und Sony mit dem PRS-600 mit Touchscreen (vgl. auch iBusiness Executive Summary 7/2009). Die Konvergenz funktioniert eher über Apps. So hat Amazon kürzlich seine kostenlose Kindle-App international, darunter auch in Deutschland, für iPhone und iPod Touch bereitgestellt. Kindle-Versionen für Mac und für Blackberry sollen in Kürze folgen.
Die Vielfalt bei EBook-Readern, Notebooks und Smartphones macht Endnutzern die Suche nach dem optimalen Gerät oder der optimalen Kombination aus mehreren Geräten schwerer. Der Vorteil ist aber, dass sich das Ergebnis feiner an die eigenen mobilen Gewohnheiten anpassen lässt. Soweit die Theorie. In der Praxis scheitert die mobile Nutzung vieler Dienste und Webangebote noch an schlechter Usability. Voraussetzung für eine bedienbare mobile Website ist, keinen gerätespezifischen Ansatz (z. B. das iPhone) zu wählen, sondern eine geräteunabhängige Interaktion zwischen Nutzer und Angebot ins Zentrum der Entwicklung zu rücken, fordern Usability-Experten, wie beispielsweise Peter Rozek : "Weder ein bestimmtes Gerät noch ein spezielles User Interface sind zu bedienen. User Experience beim mobilen Webdesign bedeutet, ein effektives, effizientes und zufriedenstellendes Interface-Design zu gestalten und die technischen Standards zu berücksichtigen." Gewohnheiten mobil zu bedienen heißt, den Nutzer dort abzuholen, wo er ist und seine Eigenheiten und sein soziales und situatives Umfeld zu berücksichtigen - und das Ganze auch in für unterschiedliche Geräte kompatibler Form.
Dieses Prinzip verkörpert Twitter derzeit wie kaum ein anderer Anbieter. Der Microbloggingdienst verzeichnet zunehmend Tweets, die über das Handy und immer weniger über die Weboberfläche eingespeist werden. Eine entscheidende Rolle spielt Drittanbietersoftware (vgl. "Wie Twitter künftig Geld verdienen kann"). Der Löwenanteil der Zugriffe entfällt auf APIs. Hingegen beziffern Experten den Anteil an Zugriffen über die Webschnittstelle nur noch auf weniger als 20 Prozent.
Über APIs ebnet sich für Twitter endlich der Weg in die Monetarisierung des Dienstes. Denn jeder Site-Betreiber, der Twitter über eine eigene Schnittstelle integriert, betreibt einen technischen und finanziellen Aufwand. So könnte Twitter API-Services künftig gut monetarisieren, beispielsweise mittels Gebühren für High-Traffic-Services oder mit Auslieferung von Textwerbung über die API, skizziert Magdalena Böttger , Business Development Manager bei Netvibes . Netvibes selbst hat jüngst ein "Universal Widget API" (UWA) veröffentlicht. Damit können Entwickler Widgets entwickeln, die auf verschiedenen Webportalen und mit unterschiedlichen Produkten eingesetzt werden können. Damit entfällt die Anpassung einzelner Widgets an einzelne Anwendungen oder Dienste.
Twitter zeigt exemplarisch, wohin 2010 der Trend geht, nämlich zum Widget-Web - stationär und mobil: Schon jetzt twittert jeder Zweite nicht über die Website des Microbloggingdienstes, sondern über Drittanbieter, oft auch übers Handy. Die Nutzer sind inzwischen ans Zwitschern per API gewohnt. Und ihre Zahl steigt monatlich.
