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Interaktiv-Trends 2010 (4): In-Video-Shopping
17.12.2009 Der Markt für Video-Commerce-Anwendungen nimmt 2010 endlich an Fahrt auf. Denn dank der neuen Technik In-Video-Shopping profitieren immer mehr Händler von emotionalen Video-Verkaufsansätzen. Ohne dafür ihr knappes Marketingbudget für teure Video-Produktionen verbraten zu müssen.
Mit der neuen Technik In-Video-Shopping können Händler erstmals ihr eigenes Sortiment über fremden Video-Content verkaufen. Dienstleister wie das Hamburger Start-up Cavi.tv und die Münchner ViCommerce GmbH (Motto: "Emotionalize Sales") beispielsweise bieten über Content-Partnerschaften mit Video-Portalen an, dass Händler ihr Sortiment in Musikclips auf MyVideo.de verkaufen können. Sobald ein Clip startet, werden über Flash-Overlays dann zum Video passende Produkte direkt im Clip eingeblendet: beispielsweise CDs und Konzertkarten vom Künstler oder eben auch Klamotten, die Musiker im Musikclip tragen. Bei Interesse lassen sich die Artikel dann direkt im Clip in einen Warenkorb legen. Im Idealfall können Internetnutzer anschließend auch ihre Lieferadresse und Zahlungsinformationen ins Flash-Overlay im Video tippen und die Transaktion abschließen. Ein Besuch in einem externen Onlineshop ist zum Kaufen nicht mehr nötig.
In-Video-Shopping wird deswegen zu einem der heißesten Interaktiv-Trends 2010, weil Händler dadurch geschickt zwei Probleme lösen können, mit denen Shopbetreiber bei Video-Anwendungen traditionell zu kämpfen haben: Die Content-Problematik und die vergleichsweise hohen Marketingkosten. Denn wer eigene Videoclips produzieren will, braucht erst einmal zündende Ideen. So stellt sich immer prinzipiell die Frage, ob Shopbetreiber nun in klassische Produktvideos, Ratgebervideos oder eher marketinggetriebene Clips investieren sollen (s. iBusiness Executive Summary 14/15 2009).
Selbst ein vergleichsweise simples Produktvideo braucht eine Storyline, die nachher auch die Kunden im Shop begeistert. Nicht jeder Shopbetreiber aber ist auch zum Entertainer geboren. Und wenn doch, so scheitern viele Video-Verkaufsansätze an den zu hohen Produktionskosten. So sind immer Investitionen in technische Ausstattung (Kamera, Stativ, Schnitt-Software) sowie in die Videoproduktion an sich (Moderator, Studio, Postproduction) nötig.
Entscheidend für Händler bei In-Video-Shopping ist daher sicherlich, dass bei dieser Art der Videovermarktung keine Investitionen in eigenen Video-Content mehr erforderlich sind. Dazu bleiben die Kosten ausgesprochen überschaubar, da auch In-Video-Shopping dem Trend zu Performance Marketing im Internet folgt. Wie bei klassischen Shop-Marketing-Maßnahmen (Preisvergleich, Affiliate-Marketing) zahlen Onlinehändler auf Cost-per-Click-Basis immer nur dann eine Provision an den Technik-Dienstleister, wenn auch ein Kauf im Video erfolgt.
Auch aus Konsumentensicht birgt In-Video-Shopping einen zentralen Vorteil beim Onlinekauf: So können Internetnutzer direkt dann einkaufen, wenn sie auf Videoportalen unterwegs sind und für sie interessante Produkte beim Surfen im Web 2.0 entdecken. Händler wiederum proftieren davon, dass Kunden ohne Medienbruch direkt in ihrem Lieblingsumfeld einkaufen können. Was in emotional aufgeladenen Nutzungssituationen dann letzten Endes zu deutlich mehr Impulskäufen führen wird als bislang im doch eher statischen Onlinehandel üblich.
Wohin mittels In-Video-Shopping einmal im E-Commerce die Reise gehen kann, verdeutlicht derzeit bereits in Ansätzen der US-amerikanische Schuh-Shop Zappos . Der Händler will bereits im kommenden Jahr über 50.000 Produktvideos in seinem Shop zur Verfügung stellen: ausgestattet mit In-Video-Shopping-Elementen, die der kanadische Technologie-Partner Overlay.tv zur Verfügung stellt. Denn über In-Video-Shopping will Zappos alle Blogs und Gruppen in Social Networks monetarisieren, die sich mit Lifestyle-Themen rund um Schuhe und Klamotten beschäftigen. So können Internetnutzer bereits heute erste Zappos-Videos direkt in ihre Postings einbinden, womit der Schuhhändler ohne irgendwelche Ausgaben für klassische Medialeistung direkt bei seiner Zielgruppe präsent ist. Und dort über In-Video-Shopping sein Sortiment auch gleich verkaufen kann.
