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Die Interaktiv-Untrends 2010: Was nicht kommt und wer 2012 überlebt

08.01.2010 Das Problem mit Trends ist ja: Sie sind immer alle schon da. Man muss sie nur zwischen den ganzen Untrends herausfinden. Der Untrends wird es dieses Jahr genug geben, deswegen eine Aufstellung vom dem, was kein Trendpotenzial hat. Und was noch ein bisschen länger ziehen muss.

 (Bild: Wikimedia)
Bild: Wikimedia
 (Bild: Wikimedia)
Bild: Wikimedia
Bild: Wikimedia unter GNU-FDL
Es gibt aus meiner Sicht drei Sorten von Untrends:
  1. Die Techniken, die zum Scheitern verurteilt sind (zum Beispiel: "Mobiltelefone aus Schokolade")

  2. Die Trends, die so dermaßen Mainstream sind, dass sie keinen Vorreiter-Charakter mehr haben (zum Beispiel: "Onlinemarketing")

  3. Die Trends, die Hufe scharrend noch hinter einer Ecke stehen, aber erst in den kommenden Jahren an wirklicher Bedeutung gewinnen werden (zum Beispiel: "Personal Roboter")

Daneben existieren natürlich hunderte von Nischen- und Spezialtrends, die iBusiness nicht abbilden kann - und die für den zumeist strategisch interessierten iBusiness-Nutzer ohnehin zu speziell sind.

Ich finde es persönlich ja interessant, dass Minimalismus und Retro zu den Web-Design Trends des Jahres 2010   zählen werden - aber eigentlich ist so etwas eine ganz andere Baustelle.

Deswegen nur ein paar Dinge, die entweder in die Schublade "muss ich weiter beobachten" oder in die Schublade "muss ich im Augenwinkel behalten" gehören:

Die Un-Trends 2010
EntwicklungEinschätzung
Ambient Intelligence:
Das intelligente Haus, die sprechende Kleidung, die mitdenkende Kühltruhe
Die Technik ist bereits da, auch gibt es die ersten Pilotanwendungen, vor allem im E-Health und E-Home-Umfeld. Aber in den nächsten zwei Jahren ist hier von einem Markt, einem Massenmarkt gar, nichts zu sehen.
Agentensoftware:
Die selbstlernende Hilfs-Software
Software, die den Namen "Agenten" trägt, gibt es schon länger. Erste ernsthafte Produktentwicklungen sind allerdings erst im Verlauf des Jahres 2010 vorgesehen. SRI   beispielsweise arbeitet an einem Reisebuchungsagenten, auch Google bohrt an Adsense in diese Richtung. Ein Markt wird das allerdings frühestens 2012.

Digital Signage:
Das digitale Plakat
Durch den enormen Preisverfall der Flachmonitore boomt dieser Markt seit geraumer Zeit - wenn auch abseits der Internetbranche und ihrer Dienstleister. Das Geschäft machen hier eher Hardwarehersteller, Werber und Displayhersteller. Kein Trend, sondern längst Mainstream.

Universal Search:
Alles wird findbar: Karten, Bilder, Videos, Orte
Schauen Sie auf Google: Dort findet sich Universal Search längst. Und die Ähnlichkeitssuche bei Bildern zeigt, wohin die Reise geht: Ähnliche Gesichter in rosa? Der Algorithmus wird es können. Kein Trend, sondern längst Mainstream.

Video-Ads:
Bewegtbild-Banner
Der Bereich der Bewegtbild-Werbung konnte im ersten Halbjahr 2009, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, um 263,7 Prozent zulegen. Damit sind Video-Ads die am stärksten wachsende Online-Werbeform. Kein Trend, sondern längst Mainstream. Vor allem: Richtungsweisende Impulse für den Gesamtmarkt wird dieses Segment sicher nicht geben. Das In-Video-Shopping ist hier spannender.

Cloud Computing:
Die Rechenpower und die Software wird im globalen Spotmarkt eingekauft.
Die Wolke wird 2010 an Fahrt gewinnen. Aber Cloud Computing ist vor allem ein IT-, kein Interaktiv-Thema: Die Technik reduziert hier Teile der IT-Kosten und erlaubt, Informations- oder Businessprozesse für Kunden und Partner leichter zu entwickeln und zu liefern.

CRM:
Customer Relations Management
Für die IT-ausgerichteten unter den Managern ist das Mega-Thema "Social Media" nur ein CRM-Neuaufguss. CRM wird zwar in der Unternehmens-IT wichtiger, weil es ohne gar nicht mehr geht. Aber die Unternehmens-Herausforderungen gehen weit darüber hinaus: Ob Umfragedaten, direkte Telefongespräche, Webanalysezahlen und die Geschäftshistorie, erst die Vernetzung der vielen Informationen aus den verschiedensten Quellen wird die Herausforderung der Zukunft sein. Insoweit ein grundlegendes "Auch"-Thema.

Microblogging:
Twitter, im Wesentlichen.
Der eigentliche Trend ist das Echtzeitweb. Was mit dem Anbieter Twitter passiert - ja selbst, was mit der Kommunikationsform 'Microblogging' passiert, sind nur Randgeräusche. Zusammen mit anderen Diensten - von Chat über Instant Messaging bis hin zu GPS-Services wird ein marktbewegender Trend daraus. Insoweit ein grundlegendes "Auch"-Thema.

Outernet: Propheten-Slang für das Internet der Dinge.
Augmented Reality und Ambient Intelligence werden die Welt und die Computer zusammenbringen. Die Intelligenz der Dinge selbst und die Intelligenz, Dinge zu erkennen, werden allerdings als Markt noch eine Weile auf sich warten lassen. Schon die RFID-Einführung dauert noch geraume Zeit.

Aufmerksamkeitsökonomie:
Der Motor hinter der 'Gratiskultur'.
In immer größeren Teilen des Internets hat sich die Geldwirtschaft längst erledigt. Warum hunderttausende von Menschen Software gemeinschaftlich entwickeln oder Websites "just for fun" starten und gut recherchierte Weblogs ohne Gehalt betreiben ist mit der nackten kapitalistischen Verwertungslogik schlicht nicht zu begreifen. Getauscht wird längst eine andere Ware: Ruhm, Aufmerksamkeit, Anerkennung. Diese beiden Wirtschaftsformen stehen längst antagonistisch gegeneinander. Wer aus der alten Geldwirtschaft in direkter Konkurrenz mit der Aufmerksamkeitswirtschaft steht - Verleger zum Beispiel oder Softwarehersteller - passt sich an. Oder wird untergehen. Kein Trend, sondern längst Mainstream.

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