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Interaktiv-Trends 2010 (3): Augmented Reality

16.12.2009 Von Augmented Reality erwarten viele Experten eine technische Revolution. Dabei sind die 'erweiterten Realitäten' kein neuer Trend, im Gegenteil. Die Anwendungen haben bisher nur nicht wirklich gezündet. Aber im kommenden Jahr wird der Boden für den Durchbruch und massentaugliche Augmented-Reality-Anwendungen geebnet.

 (Bild: Nokia)
Bild: Nokia
 (Bild: Nokia)
Bild: Nokia
Bisher konnte sich Augmented Reality (AR) nur in Bereichen der Medizin, Architektur und Technik durchsetzen. Nicht gezündet hat bislang das Konzept für massentaugliche Anwendungen. Nun aber steht Augmented Reality, die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung, vor dem großen Durchbruch. Treiber dafür, dass Virtualität und Realität verschmelzen, ist vor allem der Erfolg des mobilen Internets - zusammen mit der wachsenden Intelligenz der mobilen Endgeräte, allen voran das iPhone.

Nach und nach gibt es immer mehr Anwendungen für das iPhone und andere Smartphones, die es mithilfe integrierter Kamera, GPS-Verortung und Breitbandverbindung schaffen, den Nutzern digitale Informationen zur realen Umgebung anzuzeigen - und diese beiden Ebenen in Echtzeit miteinander zu verbinden. Was bisher Zukunftsmusik war, beginnt jetzt in die Realität überzuschwappen und wird in naher Zukunft selbstverständlich für jeden Handybesitzer sein.

Eine besonders wichtige Rolle spielt dabei Apples   iPhone. Im Vergleich zu anderen Smartphones hat das iPhone zur Zeit die größte Attraktivität für Application-Entwickler. Das liegt zum einen an der starken Marktstellung und daran, dass Apple in Sachen API und Anwendungsvermarktung am weitesten ist. Ein großer Vorteil des iPhone ist auch seine Navigation. Denn ein Problem für AR ist unter anderem die Benutzerschnittstelle. Insbesondere bei mobilen Anwendungen ist die Eingabe von Informationen durch die herkömmliche Tastatur und Menüsteuerung umständlich beziehungsweise nur schwer realisierbar.

 (Bild: University of Washington)
Bild: University of Washington

Virtuelle Inhalte mit realen Inhalten zu kombinieren ist vor allem für das mobile Internet ein neues vielversprechendes Geschäftsmodell, das bereits 2010 deutlich an Fahrt aufnimmt. Vor allem in der Informationsbeschaffung.

Dass AR-Anwendungen tatsächlich großes Zukunftspotenzial haben, zeigen erste Entwicklungen großer und namhafter Unternehmen, die allerdings weit über das Jahr 2010 hinauszeigen. Weil Augmented Reality, beschränkt auf die kleinen Handydisplays, unpraktisch ist, tüfteln Forscher weltweit an Lösungen. Unter dem Titel Nokia Mixed Reality   zeigt der finnische Handyhersteller, wie er sich die technische Zukunft vorstellt. Die Brille dient als Endgerät, der Nutzer sieht seine Welt und gleichzeitig den Datenoutput. Gesteuert wird das Ganze über ein Nokia-Handy. Nun ist das Konzept mit der Brille nicht neu.

Einen Schritt weiter sind amerikanische Forscher der University of Washington  . Sie haben in eine Kontaktlinse ein Display aus Leuchtdioden eingearbeitet, das Texte und Bilder von mobilen Endgeräten direkt ins Auge projiziert. Sie wird wie eine gewöhnliche Linse übers Auge gestülpt, rote Leuchtdioden zeigen Informationen an. Die Hightech-Kontaktlinse soll nicht nur Handybildschirmen Konkurrenz machen, sondern auch professionellen Mini-Bildschirmen wie in Flugzeugen oder den Videobrillen für Gamer.

Die schlaue Kontaktlinse soll zudem deutlich mehr Inhalte als herkömmliche Displays abbilden können und dabei das gesamte menschliche Sichtfeld ausnutzen. Dazu wollen die Forscher Bilder erzeugen, die in einem Abstand von 50 bis 100 Zentimetern vor dem Auge zu schweben scheinen. Den benötigten Strom bezieht die Display-Kontaktlinse drahtlos über eine Schleifenantenne, die in die Linse integriert ist. Der Prototyp kann bisher keine Sehschwäche korrigieren, doch eines Tages soll die Technik auch in Korrekturlinsen einsetzbar sein. Und eine Zukunftsvision haben die Forscher auch: Eines Tages soll die Kontaktlinse Informationen auch drahtlos empfangen und senden können. Dazu wollen die Wissenschaftler Radiowellen nutzen, die Stromversorgung sollen Solarzellen übernehmen.



Bis diese Anwendungen marktreif werden, dürften noch ein paar Jahre vergehen. Aber die Kombination aus Mobiltelefon und Suche dürfte spätestens seit der Ankündigung von Google Goggles   sehr schnell im Mainstream der Mobilanwendungen ankommen.

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Zu: Interaktiv-Trends 2010 (3): Augmented Reality

Im Sinne einer Ergänzung des Artikels möchte ich an dieser Stelle auch noch auf das MIT Projekt "Six Senses" hinweisen von Hr. Pranav Mistry (http://www.pranavmistry.com/projects/sixthsense/), welches sicher auch für AR richtungsweisend sein dürfte. Mit dem hier schon fertig entwickelten Technik-"Spielzeug" kann AR überall hinprojeziert werden (ohne durch ein Mobile Phone schauen müssen). Ist z.B. ein Gebäude AR technisch mit Zusatzinfos verbunden und mit einer Person vernetzt, werden der Person diese Infos einfach an die Hauswand projeziert, oder eben bei anderen Personen einfach auf das T-Shirt projeziert (http://www.youtube.com/watch?v=ZfV4R4x2SK0&feature=player_embedded).

Mark Leinemann
valueadnetwork.com
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