Jetzt zum Webinar anmelden
November 2026 · Unser Geburtstagsgeschenk
35 Jahre iBusiness.
Im November alles frei lesen.
Zum Jubiläum öffnen wir alle iBusiness-Inhalte: vom 1. bis 30. November, für alle, ohne Anmeldung und ohne Bezahlschranke.
Alle Inhalte im November kostenlosRegistrieren Sie sich kostenlos und abonnieren Sie anschließend den iBusiness-Newsletter. So bleiben Sie bei den Themen auf dem Laufenden, die für Sie zählen.
Meta-Netzwerke: Was die neuen Player im Affiliate-Marketing bringen
22.02.2011 Neue Player erobern das Affiliate-Marketing: Meta-Netzwerke machen sämtliche Links auf einer Seite automatisch zu Geld. Sie sind extrem einfach zu handhaben und leisten für Ziel-URLs obendrein wertvolle SEO-Arbeit. Der "Link"-Button könnte bald neben dem "Like"-Button stehen.
Meta-Netzwerke werden den Markt vergrößern und neue Zielgruppen schaffen - das Affiliate-Marketing wird breiter. Doch wo neue Player das Feld betreten, kommt es auch zu Reibung: Besonders Agenturen und bestehende Affiliate-Netzwerke werden sich bald im entstehenden Spannungsfeld aus Konkurrenz und Kooperation befinden.
Das Prinzip Meta-Netzwerk
Meta-Netzwerke entfernen für Publisher Hürden, um Links auf ihren Seiten zu monetarisieren. Das geschieht durch die enorm vereinfachte Generierung von bezahlten Links - im strengen Sinne ist hier nicht mehr von Affiliate-Links zu sprechen. Denn der Affiliate muss nicht mehr jeden einzelnen Link daraufhin überprüfen, ob ein Partnerprogramm existiert und einzeln verlinken. Stattdessen meldet sich der Publisher bei einem Meta-Netzwerk an und implementiert eine kurze Codesequenz in das Java-Script seiner Homepage. Das Meta-Netzwerk überprüft dann bei jedem einzelnen Link im Hintergrund, ob ein Affiliate-Programm existiert und generiert bei Erfolg automatisch eine Tracking-ID.Fährt der Nutzer mit der Maus über einen solchen Link, fällt auf, dass im Browser als Zielangabe nicht die URL eines Affiliate-Links mit Codierung angegeben wird, sondern das simple Ziel (www.zielseite.de) angegeben ist. Nach dem Klick leitet das System die Anfrage des Nutzers zu einer Click-Gate-Weiche weiter. Der Klick geht also den Umweg über eine (unsichtbar bleibende) Seite, die für den Affiliate überprüft, ob ein Partnerprogramm zu einer Verlinkung existiert.
Ist das der Fall, wird das Tracking aktiviert. Existiert hingegen kein Affiliate-Programm, erfolgt die Weiterleitung ohne Tracking. In beiden Fällen gibt es keine spürbare Zeitverzögerung - und die Weiterleitung soll auch dann tadellos funktionieren, wenn das Click-Gate, beispielsweise wegen technischer Probleme, nicht arbeitet. So werde die Nutzbarkeit der Seite weder durch Zeitverzögerungen noch durch tote Links beeinträchtigt, verprechen Anbieter wie Adgoal .
| Meta-Netzwerke auf dem deutschen Markt im Vergleich | ||||
|---|---|---|---|---|
|
|
|
|
| |
| Homepage | adgoal.de | bee5.de | linkwash.de | lovedby.pro |
| Partnerprogramme | über 7.000 | über 3.000 | über 1.000 | über 10.000 |
| Provision | 70 - 80 % der erzielten Leads und Sales | 70 - 80 % der erzielten Leads und Sales | 75 % der erzielten Leads und Sales | 75 % der erzielten Leads und Sales |
| Auszahlung | monatlich ab 25 Euro | monatlich ab 15 Euro | monatlich ab 25 Euro | monatlich ab 30 Euro |
| Besonderheiten | adgoal SmartLink (Umwandlung externer Links in Affiliate-Links), SmartTag (Verlinkung von Suchbegriffen mit Affiliate-Links), Smart AdSearch (Einblendung thematisch passender Anzeigen), Webservice (individuelle Lösungen). | Gutscheinkarte zum Ausdrucken, URL-Shortener. | - | Starke Analyse-Tools, URL-Shortener zum Einsatz von Affiliate-Links im Social Web, API. |
Zu den Kunden von Meta-Netzwerken gehören aktuell Webseiten aus dem Bereich Lifestyle (wie etwa Menshealth.de ), Technik-Foren, Tier-Communities (Dogforum.de , Mietzmietz.de ) und kleinere Publisher, die nutzergenerierten Content publizieren (wie etwa Blogs).
Welche Vorteile Meta-Netzwerke ihren Zielgruppen versprechen
Die am deutschen Markt positionierten Meta-Netzwerke hoffen, dass ihr neuartiges Angebot ein neues Markt-Segment eröffnet. Sie sehen sich selbst nicht als Konkurrenz zu den bestehenden Playern wie Affiliate-Netzwerken oder Agenturen, sondern wollen entweder Publisher für den Performance-Marketing-Markt generieren, wo es zuvor noch keine gab - oder aber sie streben Kooperationen mit Agenturen und Netzwerken an, um dem Publisher-Stamm neue Einkommensquellen zu eröffnen."Wir glauben durch Meta-Netzwerke neue Publisher zu gewinnen - zum Beispiel auf Seiten des User Generated Contents", sagt etwa Oliver Krohne , Inhaber von Loved.by. "Bisher waren solche Seiten nur sehr schwer zu monetarisieren: Kaum einer hat die Kapazitäten, sich hinzusetzen und die Links in den Kommentaren und Reviews zu bearbeiten." Loved.by-Mitbewerber auf dem deutschen Markt ist die Iuventa GmbH , die unter ihrem Dach die Meta-Netzwerke adgoal und Bee5 vereint. "adgoal richtet sich an die Webmaster, Beefive dagegen an Nutzer von Portalen wie sozialen Netzwerken und lässt sich daher bei StudiVZ und Facebook anwenden.", argumentiert Iuventa-Geschäftsführer Eugen Falkenstein . Denn über Bee5 lassen sich eher einzelne Links mit ein paar Klicks monetarisieren, während adgoal die gesammelte Ausbeute von Links über eine Änderung im Skript der Homepage anbietet.
Gemeinsam ist den Meta-Netzwerken, dass sie den Content in den Mittelpunkt ihrer Geschäftsmodelle stellen. Content-Lieferanten sind die anvisierten Zielgruppen. Im Falle von Loved.by denken die Verantwortlichen jedoch deutlich größer als die Konkurrenz. Hier wünscht man sich vor allem hochwertige Content-Lieferanten im Portfolio, weil qualitativ wertvolle Umfelder ein attraktives Umfeld für Merchants bieten, erläutert Oliver Krohne am Beispiel seines Kunden Apple : "Das sind zum Beispiel Publisher wie Verlage, die über Mac berichten, über Apple-News. Das ist bei kleinen Blogs eher schwierig, weil die Qualität oft nicht stimmt. Die Advertiser sind natürlich vorsichtig, was ihre Marke angeht - und lassen nur diejenigen Publisher zu, die eine gewisse Größe und Bekanntheit haben." Von daher tue sich sein Meta-Netzwerk keinen Gefallen, wenn es Seiten bediene, die diesen Anspruch nicht erfüllen können.
Die Rückeroberung der SEO durch die Affiliate-Anbieter
Als eigene Vorteile führen die Meta-Netzwerke neben der großen Einfachheit ihrer automatisierten Lösungen vor allem an, dass Meta-Netzwerk-Links den Zielseiten einen handfesten SEO-Nutzen bringen. Denn anders als beim klassischen Affiliate-Marketing wird hier kein Affiliate-Link generiert, den Google identifizieren und als Einflussfaktor aus dem Ranking herausrechnen kann. So werde das Problem beseitigt, dass zahlreiche Seiten auf die eigene Homepage verlinken, aber kein einziger Link für eine Aufwertung des Rankings daraus gezogen werde, sagt Eugen Falkenstein: "Wir holen damit SEO zurück ins Affiliate-Geschäft".Das funktioniert in der Tat. Noch. Doch ob Google sich das Spiel lange tatenlos gefallen lässt, darf zumindest als zweifelhaft angesehen werden. Denn für die Suchmaschine wäre es ein leichtes, die Änderung im Seiten-Skript zu identifizieren und die auf diese Weise kommerzialisierten Links als Ranking-Einfluss-Faktoren herauszurechnen. Dieses Problem haben die Meta-Netzwerkbetreiber sehr genau auf dem Schirm, halten die tatsächliche Gefahr, dass ihnen Google den SEO-Benefit kaputt macht, für unwahrscheinlich. "Wir erweisen Google ja auch einen Dienst" argumentiert Eugen Falkenstein, "denn für die Suchmaschine dürfte es ja interessant sein, organische Links zu fördern, statt Affiliate-Links."
Krohne verweist darauf, dass Google im Grunde keinen Anlass habe, das abzustrafen, was Loved.by und Co. machen: "Google bestraft es, wenn man der Suchmaschine eine andere Seite zeigt, als die, auf welcher der Nutzer am Ende landet - doch eben das tun wir nicht, er landet auf genau der Seite, deren URL auch verlinkt ist." Dennoch beobachte man den Meta-Netzwerk-Markt in den USA und Googles Verhalten auf diesem Gebiet. Eine eindeutige Stellungnahme zum Meta-Netzwerk-Prinzip gibt es von Google bis dato noch nicht.
SEO-Experten teilen diese Unbesorgtheit jedoch nur bedingt. Markus Hövener von der Online-Marketingagentur Bloofusion sieht beispielsweise zwei kritische Punkte: "Zum einen helfe ich einer anderen Seite, ihre Linkpopularität zu verbessern. Und auch im Hinblick auf Google sehe ich das Ganze kritisch, denn es untergräbt die Idee, dass Links nur aus Interesse heraus gesetzt werden. Es kann Google nicht egal sein, was dort geschieht."
Wie Meta-Netzwerke das Affiliate-Marketing verändern werden
Meta-Netzwerke haben das Zeug dazu, einen erheblichen Impact auf den Performance-Marketing-Sektor zu haben - dieses Potenzial ergibt sich aus der einfachen Anwendung, die nun auch Publisher ansprechen wird, die zuvor weder über Kapazitäten noch über Knowhow in Sachen Affiliate-Marketing verfügten.Die Advertiser haben ein wachsames Auge auf die Meta-Netzwerke, der große Enthusiasmus bricht aber noch nicht aus. So sagt etwa Andreas Frenkler , Bereichsleiter E-Commerce bei OTTO : "Die Idee der Meta-Netzwerke ist spannend, weil die Integration für den Publisher denkbar einfach ist und sich so wertvolle Content-Partner gewinnen lassen. Ein gravierender Nachteil aus Händlersicht ist jedoch die fehlende Transparenz über die Partnerseiten. Bei OTTO verstehen wir den direkten Kontakt als Kern des Affiliate-Marketings: Es ist uns wichtig die Bedürfnisse unserer Partner zu kennen, damit wir sie optimal unterstützen können."
In eine ähnliche Richtung argumentiert Thomas Zimmermann von der Performance-Agentur Uniquedigital : "Ein tendenziell eher negativer Faktor von Meta-Netzwerken stellt sicherlich der Black-Box Charakter dieser Netzwerke da. Der Merchant kann häufig nicht mehr nachvollziehen, auf welchen Seiten seine Werbemittel eingebunden werden und woher die Leads und Sales im Einzelnen stammen." Zimmermann relativiert diesen Kritikpunkt jedoch: "Durch entsprechende technische Transparenz kann hier entgegengewirkt werden."
Karsten Windfelder , Betreiber der Affiliate-Marketing-Plattform 100partnerprogramme.de hat Loved.by bereits einer eingehenden Betrachtung unterzogen und zeigt sich sehr angetan vom Modell. Er geht daher davon aus, dass Meta-Netzwerke nicht zu einem Verdrängungswettbewerb am Performance-Markt führen werden: "Netzwerke und Agenturen werden nicht darunter leiden, da Meta-Netzwerke eine ganz neue Zielgruppe für das Affiliate-Marketing erschließen."
Birger Friedrichs , Head of Business Development beim Anbieter von Affiliate-Tracking-Lösungen DC-Storm , geht zwar davon aus, dass große PPC-Affiliates wahrscheinlich direkt bei den Netzwerken bleiben werden, da sie über ein eigenes SubID-Tracking detaillierte Auswertungsmöglichkeiten benötigen. Prinzipiell hält er das Meta-Modell jedoch für Erfolg versprechend: "Ich denke, es kann sich durchsetzen; und zwar über die breite Masse - hier ist die Einfachheit der Clou! Der Nutzer braucht sich nach den Versprechen der Meta-Netzwerke ja um nichts zu kümmern. So lässt sich das ganze bei kleinen Blog-Betreibern hervorragend bewerben."
Daraus werden neue Kooperationen entstehen - aber auch neue Herausforderungen für die Agenturen und die bestehenden Affiliate-Netzwerke. Denn der neue Player Meta-Netzwerk erzeugt mit zunehmender Bedeutung auch neue Spannungsfelder auf dem Markt.
- Spannungsfeld für Agenturen:
Sie müssen vermitteln zwischen den Interessen des Publishers und des Merchants. Der Affiliate hat einen enormen Vorteil aus der Partnerschaft mit dem Meta-Netzwerk, der Merchant hingegen verliert Kontrolle - denn durch die massenweise Publisher-Bündelung in Meta-Netzwerken wird es zunehmend schwieriger Qualität, Reichweite und Themenrelevanz zu beurteilen. - Spannungsfeld für Affiliate-Netzwerke:
Für sie sind Meta-Netzwerke zugleich potenzieller Partner, der das Portfolio an Publishern erweitern kann, zugleich dringen die Meta-Netzwerker auch zu einem gewissen Grad ins Kerngeschäft der klassischen Netzwerke ein. Wie hoch dieser Grad ist, hängt davon ab, ob die Meta-Netzwerke eher kleine Blogs und Foren ins Visier nehmen oder große Content-Lieferanten, die eher zum Kundenstamm der Affiliate-Netze zählen.
Publisher wie Soeren Eisenschmidt hingegen sind angetan von dem neuen Verdienstmodell: "Die Meta-Netzwerke sind in der Tat eine sehr interessante Quelle für viele Leute, die im Internet mit Online-Publikationen Geld verdienen möchten, ohne dabei via Klicks (wie bei Google AdSense) vergütet zu werden. Gleichzeitig möchten die Leute aber auch nicht Ewigkeiten nach einem Partnerprogramm suchen. Denn dies macht es besonders dann schwer, wenn man als Blogger oder Autor eines Magazins täglich mehrfach Output hat."
Für Publisher bedeutet das: Wer ausreichend interessanten Content bereitstellt, wird sich aussuchen können, mit welchem Meta-Netzwerk er kooperiert, denn gute Content-Lieferanten sind auf dem Affiliate-Markt begehrt - und diese Nachfrage wird sich mit dem Aufstieg der Meta-Netzwerke nur verstärken. Publisher sollten dann besonders darauf achten, was ihnen Partner-Meta-Netzwerke anbieten können:
- Wer bietet die beste Technik und die umfangreichsten Zusatzleistungen?
Hier wirbt besonders Loved.by mit umfangreichen Analyse-Suites um Publisher: Die können sich als Bestandteil des Dienstleistungspaketes genaue Reports auswerfen lassen, welcher Merchant welchen Umsatz generiert, wie viel ausgehenden Traffic eine bestimmte URL generiert oder wie viel Umsatz ein einzelner Link eingebracht hat.
- Wer hat die meisten integrierten Partnerprogramme?
- Wer vermittelt dem Publisher das beste Vertrauen?
Hier kommen die verschiedenen Einflussfaktoren wie das Partner-Portfolio, gute Beratung oder technische Zuverlässigkeit sowie Image zusammen

