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Interaktiv-Trends 2021/2022 (16): Digitalisierung des Handels

11.01.2021 Kaum ein Sektor erlebt eine umfassendere Disruption als der Handel. Im digitalen Wandel sehen jedoch viele Einzelhändler immer noch mehr Bedrohung als Chance. Dabei profitiert von neuen Technologien auch das stationäre Geschäft.

 (Bild: Mohamed Hassan auf Pixabay)
Bild: Mohamed Hassan auf Pixabay

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Die iBusiness-Handlungsmatrix zeigt, wie langfristig die vorgestellten Aufgaben angegangen werden müssen.
TL;DR
Nötig im Handel ist der Wille zur Veränderung und die Einsicht, dass rein stationäre Geschäftsmodelle in disruptiven Zeiten auf den Prüfstand gehören.
Der Corona-Schock hat im besonders betroffenen Handel einen längst überfälligen Digitalisierungsschub ausgelöst. Zwei Lockdowns und vor allem die steigende Lust der Konsumenten am Onlineshopping - quer durch alle Altersklassen, Gehaltsklassen und Regionen - sollte auch dem letzten Traditionalisten klarmachen: Eine Digitalisierungsstrategie - und sei es im ersten Schritt mindestens die bessere Sichtbarkeit im Netz - ist längst Pflicht statt Kür.

Jeder zweite Einzelhändler in Deutschland nutzt laut der IHK-ibi-Handelsstudie 2020   Online-Vertriebskanäle. Das heißt: Die andere Hälfte tut es (noch) nicht. Dabei zeigen zahllose Erfolgsbeispiele und Rekordumsätze im E-Commerce: In die Digitalisierung und neue Vertriebskanäle zu investieren, lohnt sich. Die deutschen Verbraucher kaufen gerne und sehr oft im Internet ein: direkt in Onlineshops, auf großen und kleinen Marktplätzen, immer häufiger am Smartphone, in sozialen Netzwerken, ab und zu sogar über Smart Speaker.

Weitere Studien belegen immerhin einen Sinneswandel. Die Einstellung der Unternehmen gegenüber der Digitalisierung wird positiver, immer größer wird auch der Anteil derer, die die digitale Transformation als Chance begreifen. Noch sieht der Handel im digitalen Wandel öfter eine Bedrohung als andere Branchen, doch die Vorbehalte nehmen ab. Umso größer die Betriebe, desto eher investieren sie in Digitalisierungsprojekte.

Bei großen und mittleren Händlern sind digitale Anwendungen längst fester Bestandteil im Front- und Back-Office. Sie professionalisieren das Kunden- und Produktdatenmanagement, arbeiten mit Warenwirtschaftssystemen, investieren in digitale Services für Kunden und machen so ihr Geschäft flexibler und resilienter. Die eigene Website, der SocialMedia-Auftritt oder der GoogleMyBusiness-Eintrag gehören für viele in der Kundenkommunikation längst zum Standard.

Kleinstbetriebe tun sich jedoch schwerer und kapitulieren noch zu oft vor der komplexen Aufgabe, ihren Wissenslücken und den notwendigen Investitionen. Sie brauchen auf dem Weg in das Internet mehr denn je Unterstützung, Motivationshilfe und praktischen Beistand, den zahlreiche Initiativen, Handelsverbände oder IHKs auch leisten. Voraussetzung für den Erfolg ist jedoch der Wille zur Veränderung und die Einsicht, dass rein stationäre Geschäftsmodelle in disruptiven Zeiten auf den Prüfstand gehören.
Immer mehr Händler stoßen Digitalisierungsprojekte an.
Immer mehr Händler stoßen Digitalisierungsprojekte an. (Grafik: Quelle: ibi research / IHK; Grafik: HighText Verlag)


Der smarte Store der Zukunft

Das stationäre Ladengeschäft ist nach wie vor der wichtigste Vertriebskanal des deutschen Einzelhandels. Das stationäre Geschäft wird auch in Zukunft wichtig bleiben, denn viele KundInnen schätzen das Einkaufserlebnis vor Ort und die Haptik der Produkte. Doch auch hier bietet die Digitalisierung Chancen, dieses Einkaufserlebnis weiter zu optimieren und die verschiedenen Kanäle besser miteinander zu verzahnen.

Als wichtige Zukunftstechnologien auch für den stationären Handel gelten die Künstliche Intelligenz und das Internet der Dinge. Mögliche Anwendungen, die auch stationären Store-Konzepten neue Perspektiven für die Zukunft bieten und an Bedeutung gewinnen werden:
  • Bestandsmanagement: Vorausschauende Datenanalyse (Predictive Analytics) zur Steuerung von Bestellprozessen, standortspezifische Warenallokation, Echtzeitabbildung der Bestände, smarte Regale (Electronic Shelf Labels), Click & Collect, Click & Reserve, Dynamic Pricing
  • Customer Tracking und Kommunikation: Echtzeitkommunikation mit Kunden, Virtuelle Umkleidekabinen, Produktinformationen (Bilderkennung, QR-Code), Personalisierung im Store, Product Recommendation, Instore Navigation, Multichannel-Marketing, Digital Signage, smarte Einkaufswagen
  • Instore Operations: IoT-fähige und vernetzte Geräte im Store, Roboter für Instore-Prozesse, intelligentes Energiemanagement, intelligente Lichtsteuerung, Seamless Retail (vollautomatisierte, KI-basierte und kassenlose Storeformate)
Thema: Interaktiv-Trends 2021/2022 (16): Digitalisierung des Handels

Kommentar von Frauke Schobelt

Das Beste aus beiden Welten

Der stationäre Einzelhandel hat den großen Vorteil, dass er das Beste aus beiden Welten - offline und online - verbinden und anbieten kann. Diese Chance muss er ergreifen.

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Redakteurin Frauke Schobelt (Hightext Verlag)
Bild: Hightext Verlag
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