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Interaktiv-Trends 2020/2021 (12): Machtverschiebung im E-Commerce
02.01.2020 Die deutschen Onlinehandelsumsätze steigen. Parallel steigt der Umsatz-Anteil, der auf Marktplätze entfällt. Längst entfallen auf die Systeme von Amazon und Ebay mehr als die Hälfte der deutschen ECommerce-Umsätze.
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Wie groß dieser ist, kann man mittlerweile einigermaßen gut schätzen: Amazon hatte in einer E-Mail an seine Marktplatzhändler eine Relation zwischen US-amerikanischem und deutschem Marktplatz-Umsatz angegeben: Der erste sei sieben Mal größer als der zweite. Aus einem früheren Brief von Amazon-CEO Jeff Bezos an seine Aktionäre weiß man, dass der US-Marktplatz rund 80 Milliarden Dollar Umsatz generiert: So kann man hochrechnen, dass der deutsche Marktplatzumsatz rund 10,5 Milliarden Euro schwer sein müsste (eine Zahl, die Amazon inzwischen heftig dementiert hat). Der Deutschland-Anteil des Amazon-Konzerns liegt laut Börsenbericht im Jahr 2018 bei 17,4 Milliarden Euro. Das geht aus der Mitteilung des Online-Händlers an die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC hervor. Zieht man davon alle anderen Services ab, dann sind Amazons Marktplatzprovisionen eher bei 12 Milliarden - der Hebelumsatz ist allerdings deutlich höher. Eine ähnliche Zahl hat jüngst auch das Kartellamt im Zuge des Missbrauchsverfahrens gegen Amazon in Deutschland verraten: Demnach betrug das (Netto)-Handelsvolumen des deutschen Marktplatzes 2018 weit mehr als 20 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Über die Plattform von Zalando wurde im vergangenen Jahr ein Bruttohandelsvolumen von 6,6 Milliarden Euro erzielt. Und das ist der Umsatz von Zalando und den Dritthändlern zusammen.
Aus Wettbewerbsgründen hat Amazon bisher vermieden, das Händler-Umsatz-Volumen zu kommunizieren. Auch Ebay macht ein Geheimnis daraus, welchen Umsatz die unabhängigen Händler in Deutschland über den Marktplatz erzielen. Branchenschätzungen zufolge dürfte Ebay in Deutschland mindestens einen Außenumsatz von etwa 10 Milliarden Euro erreichen. Auch wenn die Marktplatzzahlen von Amazon und Ebay vage, beziehungsweise Schätzungen sind, und es gibt noch mehr Marktplätze in Deutschland, zeigt es ganz klar die Machtverhältnisse im deutschen E-Commerce auf.
