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Durchleuchtet (II): Das taugen die wichtigsten Enterprise-Marketing-Suites der Oberliga

22.07.2015 Digitales Marketing ist ein komplexer Prozess, der nur mit hochkarätiger Software-Unterstützung bewältigt werden kann. Doch die wenigsten Suites können den hohen Anspruch erfüllen. iBusiness hat die wichtigsten Enterprise-Lösungen durchleuchtet und sagt, was sie wirklich taugen. Und für wen.

Marketing auf allen Kanälen versprechen fast alle Marketing-Suites. Eine übergreifende Marketing-Intelligenz erfordert jedoch eine ganz neue Architektur der Tools. (Bild: geralt  / pixabay.com)
Bild: geralt / Pixabay
Marketing auf allen Kanälen versprechen fast alle Marketing-Suites. Eine übergreifende Marketing-Intelligenz erfordert jedoch eine ganz neue Architektur der Tools.

HANDLUNGSRELEVANZ

 
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heute
morgen
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Die iBusiness-Handlungsmatrix zeigt, wie langfristig die vorgestellten Aufgaben angegangen werden müssen.
Was zu tun ist:
Heute: Bedarf an Marketinglösung identifizieren
Morgen: Architektur der Marketinglösung in Gesamtheit mit der Business-Intelligence des Unternehmens planen
Übermorgen: Flexible Lösung installieren
Digitales Marketing ist dabei, die Werbe-Welt komplett auf den Kopf zu stellen. Weltweit arbeiten immer mehr Unternehmen daran, ihre Aktivitäten digital zu transformieren - und benötigen dabei leistungsfähige Software, die sie bei der Bewältigung dieser komplexen Aufgabe unterstützt.

Zahlreiche Lösungen tummeln sich dazu auf dem unübersichtlichen Markt - iBusiness hat das Angebot in einem mehrstufigen Auswahlprozess daraufhin geprüft, welche Lösungen sich als Enterprise-Marketing-Suites für den Einsatz in Unternehmen lohnen. Insgesamt sieben Lösungen blieben am Ende übrig, die nun ausführlich besprochen werden. Nachdem in der vorausgegangenen Veröffentlichung des der ersten Hälfte des dritten Teils bereits die Produkte von Artegic  , Intelli-Ad   und Teradata   besprochen wurden (siehe iBusiness Durchleuchtet (I): Das taugen die wichtigsten Enterprise-Marketing-Suites im mittleren Preissegment), folgen nun die Suites, die den Anspruch haben, den gesamten Workflow im Marketing abzubilden:

  • Adobe   Marketing Cloud
  • IBM   Enterprise Marketing Management
  • Oracle   Marketing Cloud
  • Salesforce   Marketing Cloud

Artikel-Übersicht
Teil Eins dieser umfassenden Software-Analyse zeigt, welcher Funktionsumfang für eine kundenzentrierte Enterprise-Marketing-Software erforderlich ist.

Teil Zwei hat 28 Marketing-Lösungen daraufhin überprüft, ob ihr Funktionsumfang diese Anforderungen erfüllt. Zwölf Software-Lösungen haben wir dabei detailliert vorgestellt.

Teil Drei unterzieht die sieben aussichtsreichsten Kandidaten einer qualitativen Prüfung. Aufgrund des Umfangs haben wir diesen Teil wiederum in zwei Beiträge gesplittet.

Welche Enterprise-Marketing-Suites Potenzial haben

Um die vorgestellten Suites auszuwählen, hat iBusiness den Markt einer gründlichen Analyse unterzogen. Zunächst haben wir in einer eigenen Analyse erarbeitet, welcher Funktionsumfang von einer Enterprise-Lösung geleistet werden muss, um den absoluten Anspruch im kundenzentrierten Marketing zu erfüllen (siehe iBusiness: Online-Werbung: Welche Marketing-Suites zukunftsfähig sind).

In einem nächsten Schritt haben wir 28 Marketing-Solutions daraufhin überprüft, ob sie diesen Anforderungen aufgrund ihres Funktionsumfangs überhaupt gerecht werden können oder ob sie eher als Einzellösung in einer Teildisziplin geeignet sind. Zwölf Marketing-Suites haben wir in dieser Untersuchung einer genauen Betrachtung unterzogen (siehe iBusiness: Marktübersicht: Zwölf Marketing-Suites für kundenzentriertes Marketing im Vergleich).

In diesem dritten Teil der Marktanalyse durchleuchten wir nun die sieben aussichtsreichsten Kandidaten auf die qualitative Umsetzung der Funktionen.

Die Anforderungen im Einzelnen

Um einen Vergleich der Systeme zu erleichtern, haben wir ein Flussdiagramm erstellt, das das komplette Funktionsset einer Marketing-Lösung abdeckt. Dies beginnt bei der Konsolidierung der Unternehmensdaten, führt über Funktionen zum Datenmanagement und -Analyse zur eigentlichen Marketing-Intelligence, die automatisiert regelbasierte Entscheidungen trifft und an das Kampagnen-Management übergibt. Dort werden die einzelnen Kanäle ausgesteuert (Mail- und Bid-Management, Programmatic Buying etc.) und im Bereich UX-Personalisierung entsprechend den Interessen, Vorlieben und Kampagnen-Zielen personalisiert und optimiert. Die Analytics trackt den Kunden kanal- und device-übergreifend und schreibt die Information über die Kundenreaktion wieder in die Marketing-Database, sodass die nächste Marketing-Aktion die Reaktion berücksichtigen kann.

Daraus ergibt sich dieses Bild:

Funktionsübersicht einer Beispiellösung


Beispiel-Lösung: In diesem Fall bringt die Marketing-Suite eine eigene CRM-Lösung mit und bietet ein ausreichendes Funktionsset zur Konsolidierung von Fremddaten und zur Datenanalyse. Kern der Software ist jedoch Marketing-Automation, sowie ein beispiellos umfassendes Kampagnenmanagement, das lediglich Schwächen im Bereich Owned Social Media hat. Zur Content-Personalisierung stehen ausreichende Funktionen aus dem Bereich Digital-Asset-Management zur Verfügung - (bessere) Fremdsysteme lassen sich einbinden. Funktionen aus dem Bereich PIM, ERP oder BI versucht die Lösung nicht abzubilden.,
Beispiel-Lösung: In diesem Fall bringt die Marketing-Suite eine eigene CRM-Lösung mit und bietet ein ausreichendes Funktionsset zur Konsolidierung von Fremddaten und zur Datenanalyse. Kern der Software ist jedoch Marketing-Automation, sowie ein beispiellos umfassendes Kampagnenmanagement, das lediglich Schwächen im Bereich Owned Social Media hat. Zur Content-Personalisierung stehen ausreichende Funktionen aus dem Bereich Digital-Asset-Management zur Verfügung - (bessere) Fremdsysteme lassen sich einbinden. Funktionen aus dem Bereich PIM, ERP oder BI versucht die Lösung nicht abzubilden., (Grafik: Hightext Verlag)


Funktionsbeschreibung


Das muss eine kundenzentrierte Enterprise-Marketing-Suite leisten

Im Detail wurden die Teilbereiche der betrachteten Marketing-Suites auf die folgenden Kriterien hin überprüft. Großen Stellenwert genoss dabei aber nicht nur die Frage, wie umfassend die einzelnen Bereiche umgesetzt wurden, sondern auch, ob die Funktionen nahtlos verknüpft sind oder sich Brüche beziehungsweise Funktionsüberlappungen zeigen.

  • Datenkonsolidierung / Datenmanagement. Die Software muss zunächst Daten aus einer Vielzahl von Quellen zusammenfassen. Dazu zählen eigene oder fremde Analytics- und Tracking-Systeme für jeden Touchpoint ebenso wie Daten aus Customer Relation Management (CRM), PIM und ERP. Insbesondere dem CRM kommt eine besondere Bedeutung zu. Manche Anbieter reichern die vorhandenen Daten in einer eigenen Datenbank an, andere bringen ein eigenes mehr oder weniger vollständiges CRM mit. Im ersteren Fall ist von besonderem Interesse, ob die Daten in Echtzeit synchronisiert werden können.

    Die vorhandenen Daten müssen um 3rd-Party-Daten ergänzt werden. Spezielle Funktionen zur Data Quality helfen bei der Konsolidierung und bereinigen beispielsweise Doubletten. Analytics-Funktionen liefern Kennziffern zu Kunden, Kampagnen und Produkten. Data Mining zeigt statistische Auffälligkeiten, Korrelationen und zeigt beispielsweise statistische Zwillinge. Zuletzt sind hier alle Funktionen angesiedelt, die das Segmentieren und Clustern von Zielgruppen erlauben.

  • Marketing-Intelligence. Sie umfasst die komplette regelbasierte Marketing-Automation, also beispielsweise den Ablauf einer (Re-)Targeting-Kampagne. Zur Erleichterung sollte eine Predictive Engine anhand von historischen Daten das Kundenverhalten und den Wert des Kunden prognostizieren. Mittels verschiedener Attributions-Modelle lässt sich außerdem der Wert jedes einzelnen Werbemittels in einer Customer Journey hochrechnen. Auf diese Weise kann mittels Bid-Management und Programmatic Buying in den Kanälen Display (Web, mobile und social) und Search Medialeistung automatisiert eingekauft werden.

  • Kampagnenmanagement. Hier ist zuerst die Fähigkeit zu nennen, Kampagnen über alle relevanten Kanäle auszuspielen und zu optimieren. Dazu zählen Search, Display (klassisch, mobile, Affiliate) E-Mail, Web bzw. Onlineshop, Owned-Social-Media sowie Offline-Touchpoints POS und Loyalty-Programme.

  • UX-Personalisierung. Hierunter sind alle Funktionen zu verstehen, die zur Individualisierung der User Experience führen. Damit ist beispielsweise die dynamische Gestaltung des Frontends durch eine Shop- und CMS-Anbindung gemeint. Ebenso die dynamische Bannergestaltung, die wiederum ein Digital Asset Management erfordert. Zuletzt muss eine Personalisierung durch Testing und Optimierung (A/B- und mulitvariate Testings) systematisch unterstützt werden.

Um die Lösungen qualitativ beurteilen zu können, hat iBusiness einen umfangreichen Fragenkatalog entwickelt und mit jedem Hersteller ausführliche Interviews geführt. Wo immer möglich wurden diese von persönlichen Demos unterstützt. Zudem haben wie die verfügbaren Online-Quellen der Unternehmen ausgewertet.
Thema: Durchleuchtet (II): Das taugen die wichtigsten Enterprise-Marketing-Suites der Oberliga
1. Teil: Adobe Marketing Cloud: Geschliffenes Gesamtpaket mit wenig Schwächen 2. Teil: IBM Enterprise Marketing Management: Komplexe Lösung für komplexe Unternehmen 3. Teil: Oracle Marketing Cloud: Viele Funktionen, leider nicht fugenlos integriert 4. Teil: Salesforce Marketing Cloud: Ein starker Wettbewerber wächst heran

Kommentar von Dominik Grollmann

Verschiedene Ansätze, aber eine klare Führung

Wenn es allein um den Suite-Gedanken geht, führt Adobe das Feld mit großem Abstand an. Aber: Mit Salesforce und Teradata formieren sich starke Verfolger - und wer sagt, dass ein Anzug von der Stange immer passt?

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Dominik Grollmann, Analyst iBusiness (Dominik Grollmann)
Bild: Dominik Grollmann
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