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Interaktiv-Trends 2017/2018 (7): Künstliche Intelligenz

23.12.2016 In den nächsten zwei Jahren wird die Entwicklung künstlicher Intelligenz Fahrt aufnehmen. Während sie heute nur in Details unseres täglichen Lebens steckt, soll die Entwicklung in großen Schritten voranschreiten.

 (Bild: IBM)
Bild: IBM

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TL;DR
Die technische Evolution der Intelligenz schreitet zurzeit in Höchstgeschwindigkeit voran.
Wie Jürgen Schmidhuber, wissenschaftlicher Direktor des Dalle-Molle-Forschungsinstituts für Künstliche Intelligenz (IDSIA)   erklärt, seien selbstlernende Roboter heute zwar noch nicht so intelligent wie Tiere. "Aber schon in wenigen Jahren werden wir künstliche Intelligenzen auf dem Level eines Tieres, zum Beispiel einer Krähe oder eines kleinen Affen, entwickelt haben", sagte er 2016 auf einer Konferenz. Sogar deren Neugier und Kreativität könnten die Algorithmen erlernen. Aber das sei längst nicht das Ende der Entwicklungen: Der Schritt vom Intelligenzlevel eines Kapuzineraffen zu dem eines Menschen sei in der erdgeschichtlichen Evolution vergleichsweise klein. Da die technische Evolution wesentlich schneller voranschreitet, wird es daher nicht mehr lange dauern, bis die Algorithmen das menschliche Intelligenzlevel erreicht haben - "und damit wird es nicht aufhören", prophezeit er. "Die Welt wird sich komplett ändern."


Viele Anwendungen in der Interaktivbranche

Das befürchtet offenbar auch Steven Hawking, der in einem Blogbeitrag   vom Anfang Dezember 2016 Endzeitstimmung verbreitet: Er schreibt, dass mit dem Aufstieg von Künstlicher Intelligenz das Wegfallen von Arbeitsplätzen bis in die Mittelklasse vordringt. Von der anderen Seite betrachtet, kann künstliche Intelligenz viele Prozesse vereinfachen und Kosten sparen. Zum Beispiel in der Interaktivbranche: im Targeting und im automatisierten Marketing, im Kundenservice, in Chatbots, im Texten, Journalismus und Content Marketing. In all diesen Bereichen setzt die Branche große Hoffnung in die künstliche Intelligent.

Jürgen Schmidhuber, IDSIA (Bild: Picture Alliance for DLD)
Bild: Picture Alliance for DLD
Bild: Picture Alliance for DLD unter Creative Commons Lizenz by-sa
Jürgen Schmidhuber, IDSIA

Ein Beispiel, wie rasant die Entwicklung voranschreitet, sind Chatbots: Erst im Frühjahr 2016 hat Facebook   das Thema Chatbots für die Kundenkommunikation angestoßen. Damals ermöglichte das soziale Netzwerk Unternehmen erstmals, Chatbots in den Facebook Messenger zu integrieren. Stand November 2016 waren bereits 34.000 solcher Facebook-Messenger-Bots aktiv, einige davon in Deutschland. Und das scheinbar mit Erfolg: Einer aktuellen Umfrage von NextMedia Hamburg   zufolge ist ein Großteil der Nutzer mit der Chatbot-Interaktion zufrieden. Auch wenn sie von echter Mensch-zu-Mensch-Kommunikation noch weit entfernt ist.


Die Akzeptanz der Menschen ist da - aber in Grenzen

Und auch ganz allgemein scheint künstliche Intelligenz bei einem großen Teil der Bevölkerung akzeptiert zu sein: 63 Prozent der Bundesbürger halten künstliche Intelligenz in elektronischen Geräten der Zukunft für eine gute Idee. Den Verbrauchern ist allerdings wichtig, dass die smarten Helfer ihre Grenzen kennen: 84 Prozent wollen, dass intelligente Haushalts-Roboter, smarte Autos oder Medizin-Elektronik den Menschen assistieren - nicht aber das eigene Denken überflüssig machen. Das sind Ergebnisse des Electronica   Trend-Index 2020, für den 7.000 Verbraucher in sieben Ländern, darunter 1.000 Deutsche bevölkerungsrepräsentativ befragt wurden.

In den kommenden zwei Jahren werden wir dementsprechend einen deutlichen Entwicklungssprung in Sachen künstliche Intelligenz sehen. Algorithmen werden nicht nur das Marketing verbessern und passgenauer, individueller ausspielen. Sie werden immer größere Teile der industriellen Produktion automatisieren. Sie werden in der Pflege Einzug finden, in der Forschung, in der Finanz- und Versicherungsbranche, in Sicherheitssystemen, in persönlichen Agenten und in vielen Anwendungen mehr. Auf lange Sicht werden wir intelligente Algorithmen in allen digitalen Geräten, Netzen und Lösungen finden - und in den nächsten 24 Monaten wird ihre Entwicklung voraussichtlich die größten Fortschritte machen.
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