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Interaktiv-Trends 2017/2018 (1): Bots, KI, Extrem-Vernetzung

16.12.2016 Künstliche Intelligenz, Automatisierung und Vernetzung sind die entscheidenden Stichwörter der kommenden Monate. Damit wird Technologie wieder zu einem entscheidenden Faktor: Nur wer sich in Sekundenbruchteilen vernetzen kann, millionenfache Einzelentscheidungen algorithmenbasiert fällt und sich in immer stärker vernetzte Customer Journeys integrieren kann, wird von digitalen Verkaufsprozessen profitieren.

 (Bild: geralt  / pixabay.com)
Bild: geralt / Pixabay
Die Welt wird komplexer - auch wenn sich viele Menschen nach einfachen Lösungen sehnen. Das gilt auch und besonders in der Digitalbranche der nächsten 24 Monate. Die intensive Vernetzung von Mensch und Maschine sowie intelligente und automatisierte Entscheidungsprozesse führen zu einer immer granulareren, individuelleren Nutzeransprache.

Die Ziele werden genauer

Während die Werbekanäle weiter wachsen und vielfältiger werden (Mobile, Social, Youtube  , Messenger, IoT), bleibt die Zahl der Rezipienten gleich. In der Folge werden die Reichweiten kleiner, die Zielgruppen genauer und die Botschaften individueller. Marketing gewinnt dadurch einerseits an Relevanz. Andererseits steigen die Kleinteiligkeit, die Komplexität und die Kosten. Mikroreichweiten wirtschaftlich zu bespielen und genau zu verstehen wird daher zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor.

KI wird wichtiger

Eng mit diesem Thema verknüpft sind Automatisierung und künstliche Intelligenz. Egal ob im Marketing, im Verkauf oder in der Kundenbetreuung - letztlich wird Massenkommunikation durch massenhafte 1:1-Kommunikation abgelöst. Targeting, Marketing-Automation und Personalisierung waren die ersten Schritte. Nun werden Kundenansprache, die Marketingentscheidungen und die Verteilung des Mediabudgets weiter automatisiert. Mittels KI-Einsatz lassen sich die angesprochenen Mikroreichweiten granular verwalten und die Kundenansprache kostengünstig organisieren.

Chats und Bots kommunizieren

Jungen Zielgruppen sind die Vorteile einer SMS oder einer Mail kaum mehr begreiflich zu machen. Wie auch? Aus Anwendersicht gibt es gegenüber einem Messenger kaum einen (positiv) erwähnenswerten Unterschied. Immer mehr Kommunikations-, Organisations- und Planungszeit wird in Chats und Messengern verbracht. Konsequenterweise drängen auch Hersteller, Marken, Dienstleister und Verkäufer in die Messenger und machen dort ihre Angebote verfügbar, indem dort automatisierte Bots Informationen und Antworten zu Produkten in den Chatverlauf einstreuen.

GAFA und Contextual-Commerce

Aber mehr noch: Facebook   verfolgt in den kommenden Monaten den Ansatz weiter, das Netzwerk zum universellen Allroundangebot auszubauen. Nutzer sollen das Ökosystem kaum noch verlassen: Payment, Marketplace, Ausgeh-Empfehlungen, Tickets, Publishing, Virtual Reality, Video-Streaming ... dem WeChat  -Vorbild folgend gibt es alles bei Facebook. Außer - ein Handy-Betriebssystem. Diesen Vorteil wird Google   nutzen. Um das "Ersatzbetriebssystem" Facebook zu verhindern, will der Konzern herkömmliche Apps komplett abschaffen und mittels Instant Apps in der Cloud laufen lassen.

Letztlich ein Versuch, die Kontrolle über das eigene Öko­system zu behalten - so wie es auch Apple   und Amazon   tun. Vordergründig werden Anwender mit einer besonders komfortablen Nutzung umgarnt - was durchaus ein Gewinn sein kann -, tatsächlich geht es jedoch um die Präsenz in einer vernetzten Customer Journey.

Netze, Plätze und Microservices

Egal ob ECommerce-Anbieter, Marketer, Online-Agentur oder Mobilitätsanbieter - in allen Branchen wird die Fähigkeit entscheidend sein, in Netzwerken und Marktplätzen mitspielen zu können. Kaum eine Customer Journey verläuft so gradlinig, dass ein Unternehmen diesen Prozess alleine steuern kann. Deswegen werden in den kommenden 24 Monaten die wichtigsten technologischen Trends in die Richtung einer intensiven Vernetzung weisen - Stichwort: Microservices, Schnittstellen und Geschäftsprozesse.

Die Trends des vergangenen Jahres


Die iBusiness-Redaktion hat auch in den vergangenen Jahren die kommenden Trends prognostiziert. Diese Prognose unterziehen wir einmal jährlich einem Reality-Check, in dem wir unsere Vorhersagegenauigkeit überprüfen. Wie der Trend-Check für das Jahr 2016 abgeschnitten hat, können Sie dem Chart entnehmen. Die Bilanz kann sich mit fünf Volltreffern jedenfalls sehen lassen.

Als Zukunftsforscher sind wir unserer Zeit manchmal weiter voraus als gedacht. So treten manche Trends erst verzögert ein. Beispiel 2012 - hier erfüllten sich drei Trends im laufenden Jahr 2012, weitere drei erst in den Jahren danach. Für 2016 trafen vier Trends schon zu 100 Prozent ein.
Als Zukunftsforscher sind wir unserer Zeit manchmal weiter voraus als gedacht. So treten manche Trends erst verzögert ein. Beispiel 2012 - hier erfüllten sich drei Trends im laufenden Jahr 2012, weitere drei erst in den Jahren danach. Für 2016 trafen vier Trends schon zu 100 Prozent ein. (Grafik: HighText Verlag)
Thema: Interaktiv-Trends 2017/2018 (1): Bots, KI, Extrem-Vernetzung

Kommentar von Joachim Graf

Wer wird Herrscher über die Algorithmen?

Wem gehört der Suchalgorithmus von Google? Wem der Klassifizierungsalgorithmus der Schufa? Die Antwort auf diese Frage zeigt, wer künftig die Macht in Händen hält.

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Joachim Graf (Michael Poganiatz)
Bild: Michael Poganiatz
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