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Interaktiv-Trends 2017/2018 (2): GAFA-Dominanz - Der Angriff der Web-Oligarchen

19.12.2016 Amazon, Facebook und Google machen sich im Internet immer breiter - ihr Kerngeschäft ist den Webriesen nicht mehr genug, sie wollen mehr und mehr eigenes Web im Web sein. Zum Elend der benachbarten Geschäftsmodelle. Doch es gibt Gegen-Strategien.

Mjam, mjam - ein seltenes Foto eines GAFAs bei der Nahrungsaufnahme. Als weiße Punkte erkennbar: Geschäftsmodelle kleinerer Firmen. (Bild: Perlinator / CC0 / Pixabay)
Bild: Perlinator / CC0 / Pixabay
Mjam, mjam - ein seltenes Foto eines GAFAs bei der Nahrungsaufnahme. Als weiße Punkte erkennbar: Geschäftsmodelle kleinerer Firmen.

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TL;DR
Die GAFAs machen sich breiter und breiter - besser man emanzipiert sein Geschäftsmodell wo und wie es nur geht
Google  , Amazon  , Facebook   und Apple   sind die großen Vier des Internets und werden gerne unter dem Akronym der 'GAFA'-Unternehmen zusammengefasst. Drei dieser vier GAFAs saugen immer mehr Geschäftsmodelle in sich auf und sind auf dem Weg, Internet-Oligarchen zu werden.

Google verfolgt schon lange den Kurs des Aggregatoren- und Lowkey-Webseiten-Killers: Es versteht sich von seiner DNA her als Einfallstor zum Web - als Antwortmaschine für den nach Wissen suchenden Nutzer. Und genau das wird Google immer mehr - was besonders auf Kosten von mittels SEO in den Suchergebnisseiten hochgezüchteten Affiliate-Geschäftsmodellen und von Aggregatoren geht: Wetterdienste, Preisvergleicher, Tourismusportale - sie alle geraten unter Beschuss durch Googles Tendenz, alle Ergebnisse vom freien Hotelzimmer bis zur Sturmwarnung selbst darzustellen, statt Links auszuwerfen. Doch noch umfassender stellt sich der Anspruch dar, den ein Konkurrent der Suchmaschine verfolgt.

Facebook macht sich zunehmend daran Web-Betriebssystem zu werden: Der Nutzer soll die Grenzen des sozialen Ökosystems de facto kaum noch verlassen müssen. Wie ernst es Facebook damit meint, zeigen zwei neuere Features, die es unlängst angekündigt hat:
  • In den USA startet Facebook seine Flohmarkt-Funktion Marketplace. In dem nach Relevanz sortierten Feed gibt es, statt Neuigkeiten und Status-Updates, Produkte von Menschen in der Nachbarschaft zu kaufen. Über den Messenger können Anbieter und Käufer dann in Kontakt treten - Facebook macht sich also zum Marktplatz und bindet ECommerce-Traffic.

  • Das soziale Netz mausert sich außerdem zum Agenten mit einem Yelp unter der Motorhaube: Nutzern steht künftig eine neue soziale Suchfunktion für Restaurants zur Verfügung: 'Recommendations' erlaubt Nutzern mittels Posting Empfehlungen für lokale Geschäfte wie Restaurants einzuholen. Auf der Facebook-Seite der Unternehmen sollen dann direkt Essen, Tickets oder etwa Tische bestellt werden können. Doch 'Recommendations' will mehr sein als Bestell-Tool - es stellt sich als virtueller Helfer bei der Tagesorganisation auf.


Auf anderen Feldern hat Facebook schon längst Inhalte und Geschäftsmodelle aufgesaugt: Seine Instant Articles haben das Netzwerk zu einer Publishing-Plattform gemacht, der viele Verlage nur allzu willig in die Hände arbeiten - und so aktive Selbstabschaffung betreiben. Facebook wird also immer mehr zu einem Netz im Netz. Die soziale Konkurrenz wird entweder gekauft (wie die Beispiele Whatsapp und Instagram zeigen) oder ihre Alleinstellungsmerkmale kopiert (Facebook feilt offenbar gerade an selbstzerstörenden Nachrichten à la Snapchat).

Amazon dagegen baut auf seinem Shop nicht allein ein ECommerce-Königreich auf, dem jeder Onlinehändler, dem an Sichtbarkeit gelegen ist, den Zehnten entrichten muss (in Form einer Präsenz auf Amazons Marktplatz, die dem Onlineriesen Daten und Provisionen verschafft). Amazon tut noch viel mehr:
  • Es ist die vermeintlich erfolgreichste Produktsuchmaschine der Welt (in den USA hat es Google für ECommerce-Suchanfragen überholt, deutsche Zahlen fehlen, dürften aber trotz Unvergleichbarkeit der Märkte ähnlich ausfallen).
  • Und Amazon ist auch ein B2B-Service- und Datendienstleister mit ECommerce-Fokus. Und das schon lange. Bedeutet: Hintenherum verkauft es neben Cloudlösungen und Services all jene Erkenntnisse an die Konkurrenz, die es vorne im Shop aus eben jener Konkurrenz herausanalysiert hat.

Angesichts von Amazon, Facebook und Google geraten zunehmend Geschäftsmodelle unter Druck, die zwar gemeinsame Grenzen mit den sich ausbreitenden Großmächten haben, dafür aber keine Alleinstellungsmerkmale besitzen: Aggregatoren, pure Reichweitenportale (zu denen sich Zeitungen und Verlage immer mehr degradieren, Affiliate-Seiten).

Wege, sich einer feindlichen Übernahme oder der Verweisung in die Bedeutungslosigkeit zu erwehren gibt es durchaus - und iBusiness hat sie wiederholt dargestellt (siehe die Analyse mit dem webcode 120484sh). Neben Markenaufbau sind dies vor allem weiche Qualitäten wie Service, eine stärkere Diversifizierung der Absatz- und Marketingkanäle. 2017 wird es für Betroffene allerhöchste Zeit alles darauf zu setzen.
Thema: Interaktiv-Trends 2017/2018 (2): GAFA-Dominanz - Der Angriff der Web-Oligarchen

Kommentar von Sebastian Halm

Zwei Dinge, die die GAFAs einfach besser machen als alle anderen

Wir haben sie groß gemacht. Jetzt müssen wir von ihnen lernen.

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iBusiness-Analyst Sebastian Halm (HighText Verlag OHG)
Bild: HighText Verlag OHG
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