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Interaktiv-Trends 2011 (9): M-Commerce nimmt Fahrt auf
28.12.2010 Im Jahr 2011 werden immmer mehr Onlinehändler ihren Shop für mobile Endgeräte optimieren und dabei erste Achtungserfolge erzielen. Signifikante Umsätze generieren Shops über Smartphones aber auch in Zukunft nur in Ausnahmefällen. Denn von iPhone & Co. profitieren die meisten Händler über Umwege.
Bereits im vergangenen September zeigte eine Umfrage der Kölner Internet-Agentur Denkwerk unter rund 900 Smartphone-Nutzern: Nicht einmal die Zielgruppe der Early Adopter kann sich aktuell für Online-Shopping auf iPhone & Co. begeistern. So informiert sich laut der Studie ' 'Mobile Commerce Insights 2010' zwar bereits schon jeder fünfte Smartphone-Nutzer täglich auf seinem mobilen Endgerät über Produkte. Gekauft wird aber nach wie vor am liebsten im klassischen Onlineshop. Wofür es gute Gründe gibt.
Vor allem Bestandskunden shoppen künftig mobil
Zwar lassen sich Onlineshops durchaus so für kleine Smartphone-Displays schrumpfen, dass beispielsweise Produktabbildungen oder Artikelbeschreibungen gut lesbar auf einem mobilen Endgerät erscheinen. Spätestens beim Checkout-Prozess zeigt sich aber, warum auch in Zukunft jedes Notebook und jeder Desktop-PC eine bessere Usability beim Online-Shopping bietet als ein Handy oder Smartphone. Denn egal ob ein mobiles Endgerät nun über eine vollwertige QWERTZ- oder eine virtuelle Touchscreen-Tastatur verfügt: Tippen macht auf Smartphones wenig Spaß und Formularfelder erweisen sich als wahre Konversionskiller.Einkaufen werden in mobilen Onlineshops daher künftig vor allem diejenigen Smartphone-Nutzer, die bereits Kunde eines Händlers sind. Wer beispielsweise die iPhone-App von Amazon nutzt und bereits über ein Kunden-Konto beim größten deutschen Onlinehändler verfügt, braucht beim Checkout nur seine EMail-Adresse plus Passwort anzugeben. Was im Umkehrschluss wiederum bedeutet: Mobile-Commerce ist für Onlinehändler in erster Linie eine Line Extension, um (zusätzliche) Umsätze über ihre Stammkunden zu generieren. Neukunden dagegen dürften nur die wenigsten Shopbetreiber zum Einkauf in einem Mobil-Shop bewegen. Akquirieren aber lassen sich neue Kunden über iPhone & Co. schon.
Wer einen mobilen Onlineshop anbietet, macht im besten Fall dann potenzielle Neukunden auf sich aufmerksam, wenn diese gerade unterwegs Produkte recherchieren und einen Kauf vorbereiten. Damit potenzielle Neukunden dann beim Checkout-Prozess nicht ihre Shopping-Lust verlieren und zur Konkurrenz abwandern, müssen Händler künftig spezielle Mobil-Services anbieten. Denkbar wäre beispielsweise ein Hinweis auf einen kostenlosen EMail-Reminder, wenn Nutzer den Checkout abbrechen.
Die Idee: Smartphone-Nutzer brauchen lediglich ihre Mail-Adresse anzugeben und bekommen im Anschluß einen kurze Nachricht mit allen Produkten, die sie sich im mobilen Onlineshop angesehen haben. Diesen Warenkorb können Nutzer anschließend bequem im klassischen Shop am PC aufrufen und den Kauf abschließen, indem sie Lieferanschrift und Rechnungsdaten angeben. Der Händler profitiert auf diese Weise davon, dass sich Nutzer gerne unterwegs über Produkte informieren. Generiert werden die Umsätze aber nach wie vor im stationären Web.
Vor diesem Hintergrund werden mobile Onlineshops für Händler künftig unverzichbar: auch wenn vielleicht nur wenige Umsätze direkt über den mobilen Kanal erwirtschaftet werden. Denn ein mobiler Onlineshop eignet sich ideal, um Samrtphone-Nutzer in der Phase der Kaufvorbereitung auf das eigene ECommerce-Angebot aufmerksam zu machen. Wer das schafft, dürfte sich auch künftig über steigende Umsätze freuen. Auch wenn der Großteil davon weiter über den klassischen Onlineshop zustande kommt.
