Jetzt zum Webinar anmelden
November 2026 · Unser Geburtstagsgeschenk
35 Jahre iBusiness.
Im November alles frei lesen.
Zum Jubiläum öffnen wir alle iBusiness-Inhalte: vom 1. bis 30. November, für alle, ohne Anmeldung und ohne Bezahlschranke.
Alle Inhalte im November kostenlosRegistrieren Sie sich kostenlos und abonnieren Sie anschließend den iBusiness-Newsletter. So bleiben Sie bei den Themen auf dem Laufenden, die für Sie zählen.
Agenten-Optimierung statt SEO und das Ende der Werbung
06.03.2014 SEO hat dieselbe Zukunft wie Kutschen-Tuning und Marmorgravur-Expertise: Künftig organisieren intelligente Agenten das Dasein der Nutzer - Google Now und Apples Siri sind erste Vorboten. Werber werden mit Maschinen verhandeln müssen, um Nutzer noch zu erreichen: Zehn Agenten-Trends vom Ende der Werbung bis zum Agenten-SEO.
HANDLUNGSRELEVANZ
|
|
Operativ |
Strategisch |
Visionär |
|
Technik |
|
|
|
|
Medien |
|
|
|
|
Wirtschaft |
|
|
|
|
|
heute |
morgen |
übermorgen |
Daher befasst sich nahezu jedes bedeutende Internet-Unternehmen mit den virtuellen Assistenten, die für den Nutzer Aufgaben übernehmen. Vor zwei Wochen hob auch Yahoo das Agenten-Thema auf die Tagesordnung - der Konzern überwies der Carnegie Mellon University einen Betrag von zehn Millionen Dollar für die Forschung an lernenden, intelligenten Apps, die Nutzerintentionen begreifen können.
Eine erste Ahnung davon, welches Potenzial das Agenten-Thema hat, vermitteln bereits heute eine Reihe von Anwendungen.
Agenten-Gegenwart: Aktuelle Produkte am Markt
Das Spektrum der Agenten-Lösungen, die es heute bereits gibt, reicht von marktreifen Mainstream-Produkten großer Unternehmen bis zu eher verschrobenen Tools für Fachleute.
- Apple hat Agenten nicht erfunden, aber brachte das Thema als erster auf das Radar eines Mainstreampublikums: mit der Sprache erkennenden Assistenten-Lösung Siri , vorgestellt im Oktober 2011. Siri kann Spracheingaben erkennen und zielgerichtet in Handlungen übersetzen: etwa Kalendereinträge vornehmen, Routen zu planen oder online zu recherchieren.
- Die andere große Agenten-Lösung ist die mobile Such-Applikation von Google, Google Now - anders als Siri wird Google Now ohne einen expliziten Befehl tätig, sondern folgert implizit, dass der Nutzer Hilfe brauchen könnte: Sucht man über Google.de im PC einen Ort, so schickt einem die Google-Now-App selbsttätig eine Routenplanung auf das Smartphone. Now ermahnt sogar basierend auf der aktuellen Verkehrslage: "Wenn sie pünktlich ankommen wollen, müssen Sie jetzt losfahren".
- Das 2007 veröffentlichte Yahoo Pipes ist ein Agent, der Content filtert, aggregiert und webbasiert veröffentlicht - basierend auf Regeln, die der Nutzer vorgibt.
- Githubs 'Huginn' ist eine sehr nerdige Agenten-Bastel-Seite, für die Nutzer Vorkenntnisse oder viel Zeit und Motivation mitbringen sollten.
- Wesentlich einfacher und Mainstream ist die Agenten-Bastelstube: ifttt.com - hier können auf einem teils graphischen, teils textuellen Interface Agenten scharf gemacht werden, die nach Wenn-Dann-Prinzipien arbeiten. Wenn es beispielsweise morgen regnen wird, erhält der Nutzer eine Nachricht mit "Schirm einpacken" als SMS auf sein Handy.
Noch arbeiten die meisten dieser Beispiele auf Basis von Regeln - bedeutet: Wenn etwas passiert, das der Nutzer vorgibt, dann werden sie in einer Weise aktiv, die der Nutzer festlegt."Durch diese strenge Regelbasiertheit sind die meisten Agenten noch wenig intelligent und kaum 'unscharf' - sie funktionieren schon nicht mehr, wenn nur gering von einem streng fokussierten Befehl abgewichen wird", sagt Datenexperte Klaas Wilhelm Bollhöfer vom Cloudcomputing und Datendienstleister The unbelievable Machine Company . Siri und Google Now hätten da teilweise neues Teritorium erobert - das erste vereinfachte mit dem Sprachinterface die Bedienung von Agenten deutlich; letzteres handelt auch ohne einen expliziten Nutzerbefehl. Allerdings bestehe "die Intelligenz, die heutige Agenten vorgaukeln, vor allem in der Abstraktion: Der Zugang ist einfacher geworden und die Einrichtung eines Agenten erfordert weniger Expertenwissen", sagt Bollhöfer: "Doch die Systeme, die wir heute haben, sind noch keine Agenten, sofern man einen Agenten als einen persönlichen Assistenten begreift, der gemäß meiner Bedürfnisse autonom handelt und dabei lernt."
Bis das der Fall ist, muss die Forschung noch eine Reihe von Hürden nehmen.
Warten auf das nächste große Ding: Was Agenten noch lernen müssen
Das nächste große Ding bei Agenten werde weniger eine Kreation wie eine neuartige Lösung sein, glaubt Bollhöfer: "Bei Agenten werden die nächsten Schritte in vergleichsweise banalen Dingen liegen - wie etwa dem korrekten Verstehen von Sprache." Die kommenden Jahre werden also eher der Feinjustierung gehören als neuen, marktverändernden Produkten. Diese Feinjustierungen zu verstehen ist hilfreich bei der Frage: Wie können Shops und Marken ihre eigenen Internetpräsenzen aufbereiten, um Agentenlösungen hilfreich entgegen zu kommen - und so auf das Nutzerradar zu gelangen.- Künstliche Intelligenz: Agenten müssen noch besser lernen, Entitäten zu verstehen - Bedeutungsträger in Sätzen und wie diese zueinander stehen: Wer handelt, wer ist Objekt einer Handlung, was ist das Verb/was soll getan werden? Daraus leitet sich das Begreifen von Nutzer-Intentionen ab. Ein wichtiger Schlüssel, um diesen Schritt zu bewältigen, ist die Semantik.
- Strukturierte Daten: Das Web muss daher im nächsten Schritt noch mehr strukturierte Daten bieten, um semantische Analysen zu unterstützen. Zwar gibt es nahezu jede Information irgendwo im Web. Entscheidend ist aber, dass diese Informationen ausgezeichnet und strukturiert sind: Ist eine lange Nummer auf der Homepage eines Restaurants die Telefonnummer oder bezieht sie sich auf den Eintrag im Handelsregister? Gehört ein Foto auf einer Seite zum danebenstehenden Artikel. Der Schlüssel für diesen Schritt werden Auszeichnungssprachen sein wie etwa Schema.org
- Dialogische Lösungen: Aktuell fragen Agenten nicht intelligent nach - Apples Siri fragt vielleicht mal, ob sie eine Eingabe korrekt verstanden hat oder im Web nach etwas suchen soll, was sie überhaupt nicht begriffen hat. Agenten der nächsten Generation werden zielführend nachfragen, um ihren Job besser zu machen. Beispiel: Ein Nutzer beauftragt einen Agenten, ihn zu alarmieren wenn eine Mode-Marke rote Jeans unter 20 Euro anbietet. Der Agent könnte dann nachfragen: "Habe ich einen Preisspielraum?" - "Sind auch rosa Jeans interessant?" - "Was, wenn ein anderer Shop rote Jeans ins Programm nimmt?" All das sind Informationen, die ihn seinen Job besser machen lassen.
- Standardisierung/Schnittstellen/Lernen: Um intelligenter zu werden, müssen sich Agenten Daten-Reservoire erschließen: Ohne den Rohstoff Daten arbeiten sie nicht richtig. Je mehr Schnittstellen zu Daten-Reservoirs ein Agent hat, desto besser wird er funktionieren. Dabei wird es Datenanbieter wie Google und Apple geben, die sich aussuchen können, wem sie Zugriff gewähren. Und solche, wie etwa kleinere Marken, die darum werben müssen, dass Agenten auf sie zugreifen - denn nur so besteht noch eine Chance, vom Nutzer hinter dem Agenten wahr genommen zu werden.
Wenn Agenten diese Hürden meistern, wird die Zahl der Anwendungen und Anwendungsfelder sprunghaft wachsen. Dabei werden virtuelle Nutzer-Assistenten einige Branchen früher ändern als andere.
Der Weg der Disruption: Welche Branchen Agenten als erstes verändern
Bereits erhältliche Agenten-Lösungen operieren aktuell vor allem im Social-Media-Umfeld (wie etwa ifttt.com) oder helfen bei kleinen Aufgaben in der Alltagsorganisation (Kalendereinträge erstellen und an Ereignisse erinnern). In der Zukunft werden Agenten den Nutzern auf nahezu jedem Feld ihre Hilfe offerieren; doch eine Reihe von Marktsegmenten und Branchen wird schon innerhalb der kommenden Jahre verstärkt von Agenten-Lösungen dominiert:- Jobumfeld mit Tasks und Terminen - Agenten helfen bei der Organisation von Arbeit, Terminen, beruflichen Kontakten - sie behalten Ereignisse und Börsenkurse im Auge und handeln, wenn nutzerdefinierte Bedingungen eintreffen.
- Tourismus - Agenten helfen bei der Preisbeobachtung, sprechen Empfehlungen aus oder buchen automatisch Hotels nach Bestätigung durch den Nutzer, wenn dieser nur die Eckdaten seiner Reise mitteilt.
- Sport / Quantified self / E-Health: Selbstvermessung wird ein Betätigungsfeld für Agenten, die etwa individuelle Sportpläne und Diäten zusammenstellen und überwachen, persönliche Trainer und Gesundheitsberater werden, wenn der Nutzer nur seine grundlegenden Gesundheits- oder Aktivitätsdaten einspeist.
- Autos: Agenten im Auto weisen automatisch den Weg zur nächsten Tankstelle oder finden und ggf. buchen Parkplätze im Voraus; es gibt viele Szenarien und Komplexitätsstufen für Agentenlösungen im Auto: die Agenten können entweder nur rund um das eigene Fahrzeug kreisen (Tankstand/Parkplatz). Komplexer wird es, wenn sie sich mit anderen Autos vernetzen und Informationen austauschen (Etwa für Unfallwarnungen und Stauwarnungen) oder - noch komplexer - mit Objekten aus dem Internet der Dinge kommunizieren (im vernetzten Haus wird die Heizung hochgefahren und das Licht aktiviert, bevor der Nutzer mit dem Auto dort eintrifft). Mit Apples neuartiger Smartphone-Auto-Vernetzung Car Play rücken Auto-Agenten-Lösungen dem Mainstream schlagartig ein Stück näher - die Apps sind damit jedenfalls schon im Cockpit angekommen.
Zehn Trends für die Zukunft von Agenten
Wie die weitere Evolution und die Zukunft von Agentenlösungen im Web und Internet der Dinge aussieht, bestimmen vor allem zehn Trends.- Dialoge: Der lernende Agent
Einer der nächsten Entwicklungsschritte wird der oben angedeutete nachfragende Agent sein, der auch mal ohne Aufforderung ein Angebot macht, individuell nachjustiert und unbekannten Probleme löst, indem er sich an Nutzer oder andere Agenten wendet: "Agenten stoßen früher oder später auf unvorhergesehene Probleme", sagt Professor Ricardo Büttner, Scientific Director des Institute of Management & Information Systems . "Künftig lernt der Agent den Umgang mit unbekannten Szenarien im explorativen Erkunden der Umwelt oder im Austausch mit anderen intelligenten virtuellen Assistenten - der Programmierer wird mit der Agenten-Lösung nur die Hülle erschaffen. Sie wird dann Dinge können, die ihr Schöpfer nicht vorausgesehen hat." - Standards/Schnittstellen/Agentenschulen
Der Schlüssel zum funktionierenden Agenten sind die Daten - sie werden der Schlüsselrohstoff sein. Damit rückt die Frage in den Fokus: Wer besitzt genug gute Daten, um Nutzern Agentenlösungen anzubieten, die korrekt im Nutzersinne zu handeln und richtige Vorschläge und Entscheidungen zu machen. Google und Facebook besitzen diese Daten, Amazon im Bereich Commerce auch, ein weitererm aussichtsreicher Kandidat ist Apple . Mit dem Aufkommen von Ambient Intelligence werden auch die Gerätehersteller zu Sammlern wertvoller Verhaltensdaten für die Agentenverwendung - Google wusste genau, wieso es Smart-Home-Hersteller Nest gekauft hat. "Damit erschließt sich Google den Zugriff auf das Internet of things - Kühlschrank, Thermostat, Küchengeräte - alle diese vernetzten Gegenstände können künftig selbst kleine Agenten werden, die von der Umwelt lernen" sagt Alexander Siebert vom Semantik-Technologie-Dienstleister Retresco . Bedeutet: Google verlängert so seine Suche und die daran angehängten Services bis in die gegenständliche Umwelt des Nutzers.
Wer selbst jedoch nicht auf Datenbergen hockt, benötigt entweder Schnittstellen um Agenten-Lösungen anbieten zu können, oder MUSS seine Agenten auf Datenschulen schicken; d.h.: Routinen und Abläufe müssen installiert werden, die Agenten schnell lernen lassen, was den Nutzer ausmacht, was er will, wie er handelt. Je mächtiger Agenten am Markt werden, desto wahrscheinlicher wird eine von Industrie oder Politik forcierte Standardisierung von Datenschnittstellen: Große Firmen müssen entweder Daten preisgeben oder schließen sich in Datenbündnissen zusammen. - Agenten handeln ohne Auftrag
- Agenten verhandeln mit Agenten
- Verschwinden der Werbung:
Bereits die iBusiness-Analyse Die zehn Targeting-Trends der Zukunft handelte vom Verschwinden der Werbung; dieses wird durch Agenten forciert: Die Werbung wandert in die Algorithmen der Agenten, die diese direkt in Handlungen umsetzen: Der Agent weiß, was ich als Nutzer kaufen oder in welchem Restaurant ich buchen möchte. Seine Empfehlung erreicht den Nutzer nicht mehr als Werbebotschaft, sondern wird vom Agenten direkt umgesetzt oder abgelehnt. Das bedeutet...
- Werber verhandeln mit Maschinen:
Um auf mein Radar zu gelangen, müssen immer mehr Werbebotschaften für Agenten optimiert werden, statt für deren Nutzer. Die Werbeindustrie muss sich Gedanken machen, wie sie durch die Relevanzfilter der Agenten gelangt, die im Sinne ihrer Herren und Meister agieren.
- Agenten SEO
Das Werkzeug der Sichtbarkeit in der Zukunft: Es wird aus einem Plural an Maßnahmen bestehen, die auch technische Optimierung umfassen: Optimieren von lokalen Profilen in Datenbanken und sozialen Netzen, genaue Vertaggungen mit Metadaten, semantische Auszeichnungen von Daten und so fort. Doch ebenso wichtig wird das Ausstellen realer Relevanz - Nutzerempfehlungen und Kritiken werden ebenso entscheiden, wie etwa wertvoller Content mit Expertise zu Themen, die dem Nutzer wichtig sind, oder Daten aus dem realen Leben: Agenten werden von anderen Agenten beispielsweise lernen, wie viele Menschen und Kontakte ein Restaurant tatsächlich besucht und sich dort aufgehalten haben. Auch für die Kennzahlen und Abrechnungsmechanismen von Onlinewerbung wird dies Folgen haben...
- Agenten SEA:
Aus bezahlter Suchmaschinenwerbung wird bezahlte Agenten-Werbung. Von Werbern eingestellte Maschinen verhandeln mit den Nutzermaschinen, den Agenten. Hier entscheiden stärker als je zuvor Relevanzen darüber, welche Werbung einem Nutzer ausgeliefert wird - Preise rücken in den Hintergrund. Der SEA-Qualitätsfaktor wird zum Relevanzfaktor. Kennzahlen im SEA werden konkreter und weniger virtuell: Statt in Kontakten, Clicks, Leads oder Downloads wird in konkreten realen Aktionen abgerechnet: Welcher Nutzer hat auf meine Werbung in seinem Agenten hin wirklich ein Geschäft betreten? Oder wie viel wurde von einem Agenten im Nutzerauftrag in einem Shop eingekauft - auf diesen Betrag wird dann eine Provision fällig.
- Agenten-Versicherungen
Je selbständiger Agenten agieren - etwa für ihre Nutzer Transaktionen tätigen dürfen oder Maschinen im Internet der Dinge steuern - desto größer das Risiko maschinenverursachter Schäden. Versicherungsschutz gegen Agenten-Unfälle wird zu einem Marktsegment, glaubt Ricardo Büttner: "Agenten-Lösungen stoßen schnell an die Grenzen des Rechtsregelsystems: Wer haftet für Fehleinkäufe meines Shoppingagenten? Wer kommt auf, wenn ein von Agenten gesteuertes Fahrzeug einen Unfall baut? Niemand vermag mehr zu prognostizieren, welche Handlungen eine selbstlernende künstliche Intelligenz ausführen wird. Daher werden Versicherungen für Agenten gefragt sein."
- Granularisierung komplexer Tasks
Aus diesen Trends und den Rahmenbedingungen ergeben sich vier Szenarien dafür, wie die Agenten-Zukunft aussieht, und wer gute Karten hat, sie zu beherrschen.
Vier Szenarien für die Agenten-Zukunft
Liberaler Agentenmarkt
Marken und Advertiser stellen heute schon mit strukturierten Daten und Semantik-Optimierung die Weichen für die Agenten-Zukunft. Sie machen ihre Daten für jede verfügbare Agentenlösung verfügbar und finden so Wege zur Sichtbarkeit auf dem Nutzerrradar, wenn Agenten zum Mainstream werden. Einige Marken schaffen es sogar, eigene Agenten zu etablieren und so einen Kommunikationskanal zum Nutzer zu errichten. Die Agenten-Zukunft wird dominiert von vielen verschiedenen Lösungen, die großen Internetfirmen wie Google und Co errichten kein Monopol.
Herrschaft der Daten-Könige
Google, Facebook, Amazon, Apple - das sind die großen Herrscher der Agenten-Ära. Sie stellen die Lösungen und entscheiden darüber, wer auf das Nutzerradar kommt - Daten und Aufmerksamkeit müssen gekauft werden, ein wenig hilft noch - das ebenfalls nicht kostenfrei erhältliche - Agenten-SEO, um auf das Nutzerradar zu gelangen. Allerdings sind Agenten darauf ausgelegt, werbefrei zu agieren und nur Relevanz durchzulassen. Künstlich optimierte und gekaufte Sichtbarkeit hat es daher zunehmend schwer.
Der skeptische Nutzer
Die Marken versäumen es, sich rechtzeitig für die Agentenzukunft aufzustellen. So haben Google und Co eigentlich gute Karten, den Markt zu übernehmen - allerdings scheitern sie dabei: Von Wettbewerbshütern dazu verdonnert, ihre Daten verfügbar zu machen und mit starker Nutzerskepsis konfrontiert, können die großen Internetfirmen den Markt nicht ohne weiteres übernehmen. Die Agenten-Zukunft besteht daher aus vielen verschiedenen Lösungen, aus standardisierten Schnittstellen, die jedem einen Weg in die Agentenlösungen der großen Anbieter eröffnen und aus gekaufter Sichtbarkeit (Agenten-Advertising). Versäumtes darf so von den Marken nachgeholt werden.
Agenten bleiben in der Nische
In der digitalen Welt gehört den Agenten nur eine Nische - ein paar besonders technikaffine Nutzer schwören auf sie, mehrheitlich werden sie abgelehnt. Zum einen aus Datenschutzbedenken, zum anderen, weil selbst intelligente Lösungen es nicht hinbekommen, korrekt im Nutzerinteresse zu handeln. Die große Fehlerquote beim Agieren im angenommenen Nutzerinteresse macht Agenten zu einem Mainstream-Flop, sie funktionieren nur bei sehr eng eingeschränkten Aufgaben in Randanwendungen.
