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10 Payment-Trends, die Shopbetreiber 2015 beachten müssen
06.03.2015 SecurRePay geht in die nächste Runde, eine Konsolidierung unter den Zahlanbietern kündigt sich an und Paypal greift die Payment Service Provider an. Für 2015 kündigen sich eine ganze Menge Neuerungen im Online-Payment-Markt an, die Shopbetreiber nicht verpassen dürfen. Zehn Entwicklungen im Payment-Markt, die Onlinehändler in den nächsten Monaten beim Thema Bezahlung im E-Commerce beachten müssen.
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Denn nicht nur die Banken wollen einsteigen und Paypal angreifen; auch Paypal will sich breiter aufstellen und geht die Payment-Service-Provider an; darüber hinaus ändern sich die Zahlvorlieben der Kunden. Und ganz nebenbei rückt das europäische Schreckgespenst SecuRePay einen Schritt näher. Onlinehändler können und müssen in diesem Jahr also einige Änderungen an ihren Bezahloptionen vornehmen.
Worauf sich Onlinehändler 2015 im Online-Payment einstellen müssen und wie sie in den kommenden Monaten ihre Bezahlarten für die maximale Rendite optimieren:
| Zehn Online-Payment-Trends, die ECommerce-Händler 2015 im Blick haben müssen |
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Trend 1: Weniger Bezahlarten pro Shop
Das ECC Köln veröffentlichte die Zahl im Februar dieses Jahres: Erstmals seit 2003 geht die Zahl der durchschnittlich angebotenen Bezahlverfahren in Onlineshops zurück. Während jeder deutsche Onlinehändler 2013 im Schnitt noch 5,5 Zahlmethoden angeboten hat, sind es 2014 nur noch 5,1. Kilian Thalhammer , Payment-Berater und Gründer von Pearl Scout nennt zwei Gründe dafür:- Mit mehr Zahlverfahren erhöht sich die Komplexität für den Händler.
- Der Endkunde fühlt sich von zu vielen Zahlarten überfordert.
Tim Arlt , Vorstand Marketing und Vertrieb bei Dienstleister Händlerbund , beobachtet, dass "Onlineshops zunehmend ihre Zielgruppe in Relation zu den Bezahlverfahren setzen". Das zeigt auch die iBusiness-Auswertung der angebotenen Zahlverfahren der Top-100-Onlineshops 2014, laut der die Kreditkarte vor Paypal , Rechnung und Sofortüberweisung die am häufigsten angebotenen Zahlmethoden ist:
- Zum Beispiel bieten viele Händler mit einer weniger digitalaffinen Zielgruppe ausschließlich nicht-digitale Zahlverfahren wie Kreditkarte, Lastschrift, Vorkasse und Nachnahme an. Darunter sind Witt-Weiden , Heine , Hagebau , Schwab und QVC .
- Die meisten Shopping-Clubs sparen bei den Zahlverfahren: Brands4friends , Vente Privee und Amazon Buy VIP bieten je nur zwei Varianten an.
- Yapital bieten ausschließlich Otto-Group-Unternehmen an.
- Giropay und Amazon Payments werden hauptsächlich von Shops im Bereich Consumer Electronics angeboten.
- Viele der Elektronik-Versender verzichten auf den Kauf auf Rechnung - vermutlich um das Risiko des Zahlungsausfalls bei den hochpreisigen Produkten zu verringern.
Trend 2: Konsolidierung der Anbieter
Bisher ist der Markt relativ fragmentiert. Unter den Top-100-Shops werden insgesamt 11 Bezahlmethoden eingesetzt; darunter auch einige Nischenanbieter wie Yapital oder Postpay . Darüber hinaus werden zum Beispiel Mpass oder Skrill gar nicht genutzt. Nischige Zahlverfahren, die neben den gängigen keinen Mehrwert bieten, werden vermutlich über kurz oder lang nicht überleben. Dennoch ist es denkbar, dass sich ganz neue Methoden einen Platz am Markt erobern. "Allerdings nur, wenn sie eine Verbesserung zu den bisherigen Verfahren darstellen", schränkt Lars Rabe , ECommerce-Spezialist beim SaaS-Shopsoftware-Anbieter Demandware , ein. Ein Beispiel dafür sei Barzahlen : Eine der Zielgruppen dieser Nischen-Zahlvariante sind Jugendliche, die bisher keinen Zugang zu Kreditkarten, Lastschrift oder Onlinebanking haben.Noch stärker wird die Konsolidierung bei den Payment-Service-Providern (PSP) ausfallen. Payone ist ein Beispiel dafür: Der Deutsche Sparkassenverlag (DSV) ist zum 1. Januar 2015 bei dem Kieler Anbieter eingestiegen und hält 80 Prozent. "Am globalen Markt sehen wir heute ein großes allgemeines Aufkaufen unter den Payment Service Providern, mit dem Ziel, mehr Marktmacht zu erlangen und ein größeres Portfolio anbieten zu können", beobachtet Lars Rabe . "Auch in Deutschland gibt es zu viele PSPs, die sich kaum voneinander unterscheiden." Diese Zahl werde in Zukunft durch Konzentration oder Konsolidierung schrumpfen.
Trend 3: Käufer werden flexibler
Obwohl es für Konsumenten nach wie vor wichtig ist, dass ihr Lieblingszahlungsverfahren angeboten wird, zeigt die ECC-Studie, dass Onlineshopper in diesem Punkt flexibler geworden sind. Dreizehn Prozent der Befragten weichen ohne Probleme auf eine alternative Bezahloption aus, sollte ihr bevorzugtes Verfahren nicht angeboten werden; 2013 taten dies lediglich acht Prozent. Zudem brechen in diesem Fall nur noch rund acht Prozent der Konsumenten den Kauf ab - ebenfalls deutlich weniger als in der Vergangenheit. "Im Online-Payment-Markt konnten sich einige Big Player stark positionieren. Auch internetspezifische Verfahren genießen mittlerweile großes Vertrauen der Konsumenten, sodass diese auch immer häufiger bereit sind, unterschiedliche Verfahren zu nutzen", erklärt Kai Hudetz , Geschäftsführer des IFH Köln . Dieser Trend bestätigt die Händler darin, künftig weniger Zahlverfahren anzubieten.Trend 4: Banken steigen ein
Etwas übermütig titelte das Manager Magazin im Februar: "Deutschlands Banken greifen Paypal an". Dass die Online-Bemühungen der Banken Paypal gefährlich werden könnten - soweit wird es wohl so schnell nicht kommen. Aber immerhin tun sie - neben dem mäßig erfolgreichen Onlinebezahlsystem Giropay - inzwischen überhaupt etwas am EPayment-Markt.
Ein Beispiel dafür ist die Übernahme von Payone, das immerhin auf 2.500 Kunden und ein Transaktionsvolumen von rund drei Milliarden Euro in 2013 verweisen kann. "Mit dieser Partnerschaft wurde ein wichtiger Baustein für das Kompetenzcenter Payment der Sparkassen-Finanzgruppe im DSV gelegt, um den Markt auch im E- und M-Commerce nachhaltig im Sinne der Sparkassen zu bearbeiten", erläutert John Alexander Rehmann, Head of Marketing & Communication bei Payone. Hier steht das B2B-Geschäft im Vordergrund: Durch diese Kooperation wollen die Sparkassen ihren Geschäftskunden umfangreiche Zahlungslösungen im E- und M-Commerce sowie entsprechende Beratungsleistungen bieten.
Trend 5: Paypal macht sich breiter
Paypal hat mit dem eigenen Bezahlsystem nicht nur mehr als 50.000 Händler in Deutschland, sondern auch gut 16 Millionen aktive Nutzer auf Konsumentenseite. Nun geht die Noch-Ebay-Tochter einen Schritt weiter auf ihrem Feldzug am deutschen Payment-Markt und wird Payment-Aggregator. Mit dem neuen Bezahlprodukt Paypal Plus will das Unternehmen vorerst zusätzlich Lastschrift und Kreditkarte anbieten und im Laufe des Jahres schließlich den Kauf auf Rechnung aufnehmen.Damit hat Paypal die wichtigsten Bezahlverfahren im Portfolio, was vielen mittleren und kleineren Onlineshops bereits ausreichen dürfte. Und das Risikomanagement - das gerade für den Rechnungskauf wichtig ist - gibt es obendrauf. Kilian Thalhammer: "Damit greift Paypal direkt die Payment Service Provider an, die somit für viele Shops überflüssig werden dürften." Schließlich hat Paypal eine enorme Relevanz beim Kunden und ist damit für die meisten Shops unumgänglich. Das Unternehmen hat den Fuß bei den meisten Onlinehändlern bereits in der Tür - sie kennen und vertrauen ihm und Paypal spart sich die Risikoüberprüfung.
Trend 6: Änderungen am PSP-Markt
Paypal Plus ist ein Schritt in die Richtung, dass PSP vor allem für viele kleinere Shopbetreiber unwichtig werden. Außerdem ist es aus technischer Sicht einfacher geworden, verschiedene Bezahlverfahren über Schnittstellen in den Shop zu integrieren. Deshalb wickeln viele Shops einen Teil der Bezahlverfahren selbst ab und verzichten auf die Zusatzleistungen der PSP.Größere Shops, die es bequem und einfach wollen, werden aber auch in Zukunft auf einen oder mehrere PSP setzen, die für eine sinnvolle Auswahl der Zahlmethoden sorgen, Sicherheit garantieren und den Händler auch mal ausprobieren lassen. "Wir sehen, dass unsere Händler viel mit Bezahlmethoden experimentieren und sie testen. Viele von ihnen machen zum Beispiel A/B-Tests, um die besten Zahlverfahren für ihren Shop zu ermitteln", berichtet Lars Rabe.
Wer international verkauft, kommt dagegen nicht um PSP herum, die sich auf die Zielmärkte konzentrieren. Bisher muss man hier allerdings mehrere gleichzeitig beauftragen, denn laut Lars Rabe gibt es keinen, der den kompletten Markt weltweit abdecken kann. "Dieses Problem wird vermutlich die Konsolidierung lösen. Durch Fusionen und Aufkäufe wird es in Zukunft einige Full-Service-Anbieter geben", ist er sicher.
Trend 7: SecueRePay kommt ...
... so lautet die schlechte Nachricht. Die vorerst gute ist, dass E-Commerce und Online-Payment in diesem Jahr 2015 noch keine Änderungen vornehmen müssen, denn die Umsetzung der Richtlinie soll voraussichtlich bis Februar 2017 dauern. Die Entwicklungen beobachten sollten Shops aber auf jeden Fall. Beinahe unbemerkt von der deutschen Handelslandschaft wird derzeit in der EU an der Umsetzung einer Vorgabe Namens SecuRePay gearbeitet. Sie soll das Bezahlen im Internet sicherer machen und verlangt dafür eine "starke Kundenauthentifizierung", die zwei der drei unterschiedlichen Identifikationswege vorschreibt: etwas, was nur der Nutzer weiß (zum Beispiel ein Passwort), etwas, was nur der Nutzer besitzt (zum Beispiel eine Smart Card, ein Mobiltelefon), und etwas, was den Nutzer biometrisch auszeichnet (zum Beispiel der Fingerabdruck). Vier Ausnahmen soll es geben:- "ausgehende Zahlungen an vertrauenswürdige Empfänger, die in zuvor angelegten Listen als vertrauenswürdig akzeptierter Zahlungsempfänger (White Lists) dieses Kunden enthalten sind,
- Transaktionen zwischen zwei Konten desselben Kunden beim selben Zahlungsdienstleister,
- Transaktionen innerhalb desselben Zahlungsdienstleiters, die durch eine Risikoanalyse gerechtfertigt werden,
- Kleinstbetragszahlungen entsprechend der Zahlungsdiensterichtlinie 2007/64/EG."
Bisher war SecuRePay nur Empfehlungen eines bislang kaum bekannten europäischen Gremiums von Bankvertretern. Doch nun will die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) diese in geltendes Recht umwandeln. Sie hat Anforderungen für Deutschland formuliert, die sie den Zahlungsanbietern abverlangen will, die sie beaufsichtigt. Darin übernimmt sie die SecuRePay-Empfehlungen weitgehend. Neben den Authentifizierungs-Regeln soll es auch neue Anforderungen für das Speichern, Verarbeiten und Übermitteln von Zahldaten geben - "Die Server sind zu härten." - und "kritische IT-Sicherheitsvorfälle sind an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht zu melden".
Wie die Auswirkungen von SecuRePay für den deutschen Onlinehandel aussehen könnten, erklärt die iBusiness-Analyse Die Uhr tickt: Die Angst der Onlinehändler vor SecuRePay. Sie zeigt auch, wie schwammig die Aussagen sind. Dennoch geht der BVDW von einigen Änderungen aus: "Grundsätzlich ergeben sich neue Herausforderungen für Payment Service Provider und Zahlungsdienstleister, aber auch teilweise gravierende, prozessuale Anforderungen an den Online Shop."
Die BaFin selbst geht davon aus, dass die Umsetzung die deutsche Wirtschaft rund 21 Millionen Euro kosten wird - "die natürlich refinanziert werden müssen", fordert Michael Hülsiggensen, stellvertretender Vorsitzender der Fokusgruppe Digital Commerce im BVDW, gegenüber iBusiness. "Wir gehen davon aus, dass etwa der One-Click-Buy-Einkauf so nicht mehr umsetzbar sein wird." Eine abschließende Bewertung halte er aber für verfrüht. "Wir möchten daher noch keine Empfehlungen aussprechen." Bis zum 19. März 2015 nimmt die BaFin schriftliche Stellungnahmen zum Entwurf entgegen. Gerade der Onlinehandel sollte sich hier einmischen, denn bislang wurden keine Vertreter des E-Commerce in den Entscheidungsprozess einbezogen.
Trend 8: Neuartige MCommerce-Payment-Lösungen
Durch den Boom des E-Commerce über mobile Endgeräte ändert sich der Payment-Markt. Zahlungsanbieter, die den Mobil-Kunden einen komfortablen Checkout ohne lästiges Eintippen unzähliger Ziffern bieten, bekommen weiter Aufwind. Paypal ist so ein Beispiel. Aber inzwischen auch Klarna Checkout , bei dem man nach einmaliger Anmeldung eine Zahlung einfach mit EMail-Adresse und Postleitzahl autorisieren kann. 58 Prozent der Klarna-Checkout-Einkäufe werden laut dem DACH-Chef Gerrit Seidel, über mobile Geräte getätigt.Darüber hinaus werden sich weitere Lösungen etablieren, die das Bezahlen von Online-Einkäufen mit dem Mobilgerät vereinfachen. "Anbieter wie Uber und Mytaxi haben das Problem, dass viele Neukunden über die App zu ihnen kommen", erläutert Kilian Thalhammer. "Sie testen zum Beispiel, dass Kunden die Kreditkarte abfotografieren und sie so als Zahlungsmittel hinterlegen - statt die Nummern eintippen zu müssen." Lars Rabe glaubt an eine Art MCommerce-Wallet, in der die beliebtesten Zahlarten hinterlegt sind und die sich beim Bezahlen mit einer Shop-App oder der Webseite verbindet. "Bis es soweit ist, wird aber noch einige Zeit vergehen."
Trend 9: Crosschannel-Payment
Der Crosschannel-Handel kann den Bezahlmix in Zukunft ebenfalls ändern. "Wir sehen, dass die Verzahnung von stationärem und digitalem Handel unmittelbaren Einfluss auf die Entwicklungen im Payment-Markt hat", sagt Tim Arlt. Die iBusiness-Auswertung der Top-100-Onlineshops zeigt zum Beispiel, dass einige Händler inzwischen die Offlinebezahlung im Laden als eigene Zahlmethode anbieten, wenn der Kunde die Lieferung selbst abholt. Crosschannel-Händler sollten dies als zusätzlichen Service anbieten. Vor allem wenn immer mehr Kunden die Lieferung gleich im Laden ausprobieren und eventuell vor Ort Teile davon zurückgeben. So zahlen sie nur das, was sie auch mit nach Hause nehmen, und müssen nicht auf die Online-Rückzahlung warten.
Das kanalübergreifende Bezahlen wird sich auch bei den PSP etablieren. Lars Rabe: "Payment Service Provider aus dem Offlinehandel werden sich vermehrt bei Online-PSPs einkaufen oder ihr Portfolio entsprechend erweitern, um dem Händler das komplette Angebot zu bieten." Sollte Mobile Payment in Deutschland eine kritische Masse erreichen, ist es wahrscheinlich, dass diese Anbieter sich ebenfalls im Online-Payment etablieren wollen. Paypal versucht gerade, den umgekehrten Weg zu gehen - vom E-Payment an den POS.
Trend 10: Untrend Bitcoins im E-Commerce
In den USA gibt es bereits die ersten Onlinehändler, die Kryptowährungen - allen voran Bitcoin - als Zahlungsmittel akzeptieren. Der Elektronik-Hersteller Dell ist ein Beispiel. Diese Beispiele dürfen aber getrost in der Nerd-Ecke abgestellt werden. Denn hierzulande wird Bitcon im Online-Payment in mindestens mittelfristiger Zukunft keine Rolle spielen."Als Händlerbund sehen wir bei unseren Betreibern von Onlineshops sowie bei den Verbrauchern derzeit nicht, dass digitale Währung großes Vertrauen genießt", begründet Tim Arlt. Denn die Kursschwankungen in der Vergangenheit waren enorm und für den normalen Verbraucher ist Bitcoin schwierig zu verstehen. Doch Vertrauen ist nun mal das A und O beim Zahlen im Internet. Ein weiteres großes Problem nennt Kilian Thalhammer: Über Bitcoins sind keine Rücküberweisungen möglich, weil der Absender des Geldes anonym bleibt. Daher würde es bei Retouren große Probleme geben.
| Der optimale Bezahlmix 2015 |
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iBusiness hat EPayment-Experten befragt, wie der optimale Bezahlmix für vier verschiedene Beispiel-Onlineshops aussieht:


